1922-
1941
In den frühen Jahren des organisierten Angelns stand vor allem die praktische Ausübung des Angelsports im Mittelpunkt. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es jedoch auch im Vereinswesen zu zunehmender gesellschaftlicher und politischer Polarisierung. In dieser Zeit gründeten Berliner Arbeiter-Anglersportler Anfang der 1920er Jahre eigene Vereinigungen, um ihre Interessen gemeinschaftlich zu vertreten.
Die Geschichte des Anglervereins Schlänitzsee beginnt in diesem Umfeld mit dem Arbeiter-Angler-Bund Berlin und Umgebung. Im Juli 1921 schlossen sich zunächst vier Anglervereine zu diesem Bund zusammen. Bereits ein Jahr später zählte der Verband 21 Vereine mit über 500 Mitgliedern und trug nun den Namen „Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands e. V.“ – erstmals offiziell auf der Bundesgeneralversammlung am 2. April 1922.
Unser Verein war zu dieser Zeit als Sektion Schlänitzsee innerhalb des Anglervereins Nedlitz e. V. organisiert, der zum Gau Berlin, Bezirk 1 gehörte und die Sektionen Nedlitz, Marquardt und Schlänitzsee umfasste. Im Jahr 1930 war Sportfreund Max Poppendorf aus Berlin Vorsitzender des Vereins. Die Vorstandssitzungen fanden regelmäßig an jedem dritten Donnerstag im Monat im Nord-West Kasino, Alt-Moabit 56, statt.
An Ostern 1928 beschloss der zweite Bundestag des Arbeiter-Angler-Bundes ein neues Statut, das die Ziele und Aufgaben des Verbandes präzisierte:
"Der Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands sieht seine vornehmste Aufgabe in der Wahrung und Förderung der Interessen seiner Mitglieder auf allen Gebieten des Angelsports. Insbesondere bei Beschaffung von Angelgelegenheiten, Angelkarten, Geräten und Angelliteratur. Er tritt für Fahrpreisermäßigungen ein und fördert die Gründung von Wochenendkolonien. Er tritt bei den gesetzgebenden Körperschaften ein für wirklichen Fischereischutz und für Anerkennung des Angelsportes."
Die Bildung des Anglervereins Schlänitzsee
Das Bundesorgan des Arbeiter-Angler-Bundes Deutschlands (AABD) war die Zeitschrift „Der Freie Angler“. In ihr wurden alle Bekanntmachungen, Beschlüsse und Berichte rund um das Vereinsleben veröffentlicht. Das Leben im AABD war vielseitig. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand die Erziehung der Mitglieder zu einem weidgerechten Angeln, insbesondere unter Berücksichtigung von Natur- und Tierschutzaspekten. Mehrere Artikel aus dem Bundesorgan unterstreichen dieses Anliegen .
Ab Januar 1927 wurde daraus eine auf 16 Seiten (Format A4) erweiterte Zeitschrift mit dem Titel „Der Freie Angler“. Sie erschien monatlich und begleitete die Entwicklung des organisierten Arbeiter-Angelsports jener Zeit. Ihre Veröffentlichung endete im Jahr 1933 mit der Gleichschaltung der Sportverbände, die auch die eigenständige Arbeit der Arbeiter-Anglerorganisationen beendete.

Bald entstand das Bedürfnis nach einer eigenen Zeitung. So erschien am 9. Oktober 1922 die erste Ausgabe des „Mitteilungsblatts des Arbeiter-Angler-Bundes Deutschland“.

Vorführungen der Jugendgruppe beim Kinderfest der Anglerkolonie Nedlitz 1929.



Ein Bericht über die Arbeit einer Jugendgruppe, veröffentlicht im „Freien Angler“ vom November 1931, gibt einen guten Einblick in den Umfang der vermittelten Ausbildung. Die Arbeit mit der Jugend erfolgte auf Grundlage des Jugendprogramms des A.A.B.D.
Die Abbildungen unten zeigen einen Musterlehrplan einer zweijährige Ausbildung.

Im Juni 1930 erschien im „Freien Angler“ ein Bericht über den Bundestag des Jahres 1930. Im beigefügten Anhang zum Statut wurden die Aufgaben der Jugendabteilung sowie die Angelordnung vorgestellt. Geangelt wurde zu dieser Zeit noch nach den Bestimmungen des Fischereigesetzes von 1916.

Das Vereinsleben im Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands (AABD)
Das Vereinsleben im Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands (AABD)
Neben der individuellen sportlichen Betätigung wurden zahlreiche gemeinschaftliche Aktivitäten angeboten, darunter:
Vorträge allgemeinbildender Art
- Gewässer-, Fisch- und Heimatkunde
- Fischereibestimmungen und Gesetze
- Der AABD – sein Statut und seine Angelordnung
Gesellige Veranstaltungen
- Gemeinsame Wandertouren
- Gemeinsame Besuche von Museen und Aquarien
- Sommer- und Kinderfeste
Gemeinsame Sportveranstaltungen
- Anangeln zum Saisonbeginn
- Preisangeln im Sommer
- Abangeln zum Abschluss der Saison
- Praktische Übungen des Turniersports
Diese vielfältigen Aktivitäten halfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder zu stärken. Die Veranstaltungen wurden nicht nur auf Vereinsebene organisiert, sondern fanden häufig auch im Gaubereich statt. Beispiele hierfür sind:
- Das Stiftungsfest des Gaues Berlin-Brandenburg am 18. Januar 1930 mit einer Kahnverlosung und zahlreichen weiteren Preisen.
- Das erste Gemeinschaftsangeln des Gaues am 12./13. Juli 1930 in Klein Köris.
- Regelmäßig durchgeführte Generalversammlungen und Gau-Delegiertenversammlungen.
Die höchste Instanz des Arbeiter-Angler-Bundes war der Bundestag, der alle zwei Jahre einberufen wurde. Eine der wichtigsten Aufgaben, die sich der AABD gestellt hatte, war es, den werktätigen Menschen, die die Woche über in der Großstadt lebten und in engen Mietskasernen wohnten, ein unbeschwertes Wochenende in Licht, Luft und Sonne zu ermöglichen. Zu diesem Zweck begann der Bund, in größerem Umfang Land zu pachten, um den Mitgliedern den Bau von Wochenendkolonien zu ermöglichen. So entstanden rings um Berlin Anglerkolonien – unter anderem in Ketzin, am Schlänitzsee, in Marquardt und in Phöben an der Havel sowie an weiteren Orten.
Der AABD schuf damit die ersten Siedlungen dieser Art, und man kann sagen, dass nahezu alle Anglersiedlungen rund um Berlin und in der Mark Brandenburg Gründungen des Arbeiter-Angler-Bundes waren.
(Quelle: „Der Freie Angler“, Heft Nr. 4, April 1929)
Wie jedes Jahr im Frühjahr wurden die Boote sorgfältig instand gesetzt. In mühevoller Handarbeit entfernten die Vereinsmitglieder zunächst den alten Anstrich, bevor das Holz anschließend mit frischer Farbe versehen wurde.
Auf dem Bild sind auf der rechten Seite die Angelruten sowie die Steckstangen zu erkennen, mit denen das Boot beim Angeln festgelegt wurde. Angetrieben wurde es durch einen FZ-Seitenbordmotor mit einer Leistung von 2,5 PS.

Angelboote
Zum Angeln wurden Holzboote verwendet, die in den Werften Potsdams und der näheren Umgebung gefertigt wurden. Sie waren sowohl zum Rudern als auch zum Betrieb mit Seiten- oder Heckmotoren vorgesehen.


Angelschnüre
Die ersten Angelschnüre waren Flechtschnüre und bestanden aus Rohseiden, Flachs oder Makozwirn (ägyptische Baumwolle).
Angelrollen
In dieser Zeit waren zwei wesentliche Rollentypen bei DAM im Handel, die DAM-Aluminiumrolle für die Grundangelei und die Multirolle für Spinn- und Turnierangelei. Spätere Modelle waren Schurführer-Rollen mit automatisch arbeitende Bremsvorrichtung. 1935 brachte DAM die erste deutsche Konstruktion einer Stationärrolle auf den Markt. Es war die „Quick Standard“.

Das Foto links zeigt die Sportfreunde Fritz Heims, Jutacenka sowie weitere Mitglieder der Gruppe.
Gut erkennbar sind die ungeteilten Angelruten, die damals überwiegend verwendet wurden.

Im Fachhandel waren außerdem bereits geteilte Ruten mit Hülsen zum Zusammenstecken erhältlich. Diese ließen sich deutlich besser transportieren – insbesondere, wenn man zu auswärtigen Angelwettkämpfen reiste (siehe Bild 54 aus dem DAM-Katalog von 1935).
Die Angelgeräte
Angelruten wurden damals überwiegend aus Bambusstäben gefertigt. Da die meisten Angler zum Fischen ein Boot nutzten, verwendeten sie meist ungeteilte Stangen mit einer Länge von bis zu etwa fünf Metern. Längere Ruten waren aufgrund ihres Gewichts und der umständlichen Handhabung ungeeignet. Entscheidend war, aus welcher der drei Bambusarten die Ruten bestanden, da sich diese in Gewicht, Stabilität und Tragfähigkeit deutlich unterschieden (siehe Bild rechts).

Zwei Lieder aus dem Inhalt ausgewählt, um den Charakter der neuen Texte zu veranschaulichen.



Zum kulturellen Leben des Vereins gehörte auch das vom Verein herausgegebene Liederbuch.
Neben den zu dieser Zeit bekannten und populären Volksliedern enthielt es auch von Mitgliedern neu geschriebene Texte, die zu bekannten Melodien vorgetragen wurden. Diese Lieder wurden sowohl bei Wanderungen als auch auf den Vereinsfesten gesungen.
Wo der Königsgraben um die Jahrhundertwende in den Schlänitzsee floss, hatten die Großeltern des Sportfreundes Hans Böttcher bereits 1898 beim Angeln einen festen Platz mit Unterstellmöglichkeit.
Da der Königsgraben im Jahr 1905 für die Schifffahrt erweitert werden sollte, mussten sie diesen Platz räumen. Als Ersatz erhielten sie 1904 ein Grundstück in der sogenannten „Polnischen Wirtschaft“. Damit begann praktisch die Besiedelung der späteren Kolonie Schlänitzsee.
Nach Fertigstellung der Kanalarbeiten wurde der Fließkanal vertieft und von 12 auf 50 Meter verbreitert. Der ausgebaggerte Boden wurde auf das angrenzende Sumpfgelände geschüttet und bildete die Grundlage für die spätere Bebauung. Zu diesem Zeitpunkt erhielt der Kanal auch seinen neuen Namen: „Sacrow-Paretzer Kanal“.
Zunächst lag der Schwerpunkt der Ansiedlung noch in Nedlitz. Angler, Ruderer und Segler nutzten das Gelände am Schlänitzsee zum Zelten und übernachteten dort, wenn eine Rückkehr nach Berlin nach einem Ausflug abends nicht mehr möglich war. Als die vorhandenen Grundstücke nicht mehr ausreichten, ging der Verein daran, neue Flächen zu beschaffen. Im Jahr 1926 wurden 120 Grundstücke an der Kanalbrücke erworben und parzelliert – ein wichtiger Schritt zur festen Besiedelung des Gebiets.
Die Aufnahmen unten zeigen zeigt das Gelände der Siedlung Schlänitzsee aus der Luft datiert ca. aus den Jahren 1929 bis 1932.
Entwicklung der Kolonie Schlänitzsee
Vereinsmitglieder erhielten zudem Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn, wenn ihr Grundstück maximal 200 qm groß war; die Vereinsgrundstücke hatten deshalb eine Größe von 198 qm.
Mitten in der Siedlung gab es einen zentralen Platz mit Feuerwehrschuppen und dem Wirtschaftsschuppen der Genossenschaft. Hier fanden auch Mitgliederversammlungen sowie Sommer- und Kinderfeste statt.
Jeder, der eine Laube errichten wollte, musste einen Antrag beim Amtsvorsteher in Bornim stellen. Der Verein war genossenschaftlich organisiert: Jedes Mitglied erwarb Anteilscheine und konnte als Angler, Laubenbesitzer und Siedler gleichzeitig handeln. Über den Verein wurden alle kommunalen Belange geregelt, und Mitglieder konnten Waren für Bau und Ausstattung ihrer Lauben beziehen, darunter Baumaterialien, Teer, Dachpappe, Holzpfähle, Steckstangen, Anstrichmaterialien sowie spezielle Angelruten aus Bambus.

Ab 1926 begann die Bebauung am Schlänitzsee, zunächst in der „Polnischen Wirtschaft“, bevor die ersten Lauben entstanden. Lehm vom Fuchsberg wurde damals hier verladen und nach Glindow transportiert. Ab 1927 wurden Lauben in Gemeinschaftsarbeit gebaut, darunter die erste am Strandweg 307. 1927 kam Paul Fresdorf zum Verein und trug maßgeblich zu seiner Entwicklung bei. Die Laube von Fritz Heims am Strandweg 303 (1928) zeigt noch heute das ursprüngliche Baumaterial.
Die Laube vom Sportfreund Fritz Heims, am Strandweg 303, entstand im Jahre 1928 und zeigt sehr anschaulich aus welchem Material sie gebaut wurde. Da es noch wenige Bäume gab, hat man noch einen Blick auf weitere Lauben.
Die erste Laubenbauten
Die Entstehung des Seehafens
Mit der Anlage von Anglergrundstücken entstand 1928 die Notwendigkeit, Boote sicher unterzubringen. Der Vorstand des Vereins ließ deshalb einen Bootshafen am Ostufer des Schlänitzsees ausbaggern, nachdem die Zustimmung des Wasserstraßenamts Brandenburg eingeholt wurde.
Der Seehafen verlief vom Badestrand in Richtung der Siedlung. Pfähle zur Befestigung der Boote standen gleichmäßig am Ufer, während größere Boote ihre Stände an einer kleinen Mole hatten. Letztere diente dem Schutz gegen Wellenschlag und die Strömung durch den Kanal.
Das Ufergrundstück inklusive Badestrand wurde vom Verein gepachtet und war besonders an Wochenenden und in den Ferien bei Kindern sehr beliebt. In der Mitte des Sees befand sich eine größere Schilffläche, die als beliebter Angelplatz galt. Am Badestrand errichtete der Verein ein Rohr gedecktes Badehäuschen mit Umkleide und Toilette. Winterstürme führten regelmäßig zu Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten.
Das Gemeinschaftsangeln gehörte zu den beliebtesten Veranstaltungen des Bundes. Da die Abteilungen weit verstreut lagen, fanden die Treffen an unterschiedlichen Gewässern statt – je nachdem, welche Gruppe die Ausrichtung übernahm. Beliebte Orte waren der Krampnitzsee, der Fahrländer See, der Weiße See und die Havel bei Phöben. Auch zu Sommer- und Kinderfesten in Ketzin oder bis zum Trebelsee bei Brandenburg unternahmen die Sportfreunde gemeinsame Fahrten.
Nicht jeder Angler verfügte über ein Motorboot. Die Boote wurden deshalb miteinander verbunden und vom Schlepper des Strommeisters zu den jeweiligen Seen gezogen. Eine Steckstange zwischen den Booten diente als Abstandshalter und zum Befestigen des Zugseils. Der Schlepper zog den Verband an drei Seilen – ein eindrucksames Bild, das häufig auf dem Schlänitzsee zu sehen war. Oft blieben die Sportfreunde über Nacht auf dem Wasser, denn die Boote boten genügend Platz zum Übernachten. Viele nutzten sie auch, um mit ihren Familien die Urlaubszeit in der Natur zu verbringen.
Ein besonderes Ereignis waren die Sommerfeste des Vereins. Auf einem der erhaltenen Fotos ist Sportfreund Otto Ernst mit einem weiteren Mitglied bei einer Ausfahrt zu sehen. Im Hintergrund erkennt man die „Polnische Wirtschaft“ mit dem breiten Schilfgürtel am Ufer des Schlänitzsees – ein beliebter Platz zum Angeln auf Rotfedern, Hechte, Schleien und besonders Aale.
Vereinsleben im Jahr 1930
An den gesetzlichen Anforderungen hatte sich nichts geändert, weiterhin galt das Fischereigesetz von 1916. Der Sportfreund Fresdorf war, wie aus den Unterlagen ersichtlich, auch der Fischereipächter des Sacrow-Paretzer Kanals. Das Angeln vom Boot war im Kanal jedoch nicht erlaubt.




Entsprechend der „Gleichschaltung“ im Sport gründete das NS-Regime den Reichsverband Deutscher Sportangler e. V. (RDS) als staatlich kontrollierte Organisation. Der RDS stellte seitdem eine nicht basisdemokratisch legitimiert Zwangsvereinigung des organisierten Angelns dar. Die bisherigen Anglervereine verloren damit ihre Eigenständigkeit und mussten sich der neuen, von der Partei gelenkten Struktur unterordnen. [Link]
Die Mitglieder des Anglervereins Nedlitz standen vor der Wahl, der neuen Organisation beizutreten oder auszutreten. Viele traten ein, um den Fortbestand des Vereins zu sichern, und erhielten neue Mitgliedsausweise.
Nach dem Reichstagsbrand 1933 wurden alle Organisationen der Arbeiterklasse verboten, darunter auch der Arbeiter-Angler-Bund. Die Geschäftsstelle in der Berliner Zimmerstraße wurde besetzt und das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Der Bund war Teil der Arbeiterbewegung und politisch unabhängig, weshalb er von der nationalsozialistischen Regierung aufgelöst wurde.
Jahre 1933–1937
In dieser Zeit befand sich am Schlänitzsee auch eine Einrichtung der Post.

Am 1. August 1938 erschien in mehreren Zeitungen die Meldung mit der Überschrift:
„Wiener Ferienkinder erholen sich in der Nähe von Berlin“.
Auf Einladung des Vereinsvorstandes verbrachten rund 40 Wiener Kinder aus Anglerfamilien mit ihren Betreuern einige Wochen ihrer Ferien bei Mitgliedern der Gruppe. Ihr Aufenthalt fiel in die Zeit des traditionellen Sommer- und Kinderfestes des Vereins.
1938 - Wiener Ferienkinder am Schlänitzsee
Für die Erweiterung des Anglervereins Nedlitz durch die Sektion Schlänitzsee und die Schaffung einer materiellen Basis in Form eines eigenen Vereinsgrundstücks mit Bootshaus und zusätzlichem Bootshafen wurde der Sportfreund Paul Fresdorf besonders geehrt. Für sein engagiertes Wirken in der Sportorganisation erhielt er 1937 die Ehrennadel in Silber.
Paul Fresdorf besorgte den Bagger, und gemeinsam mit vielen tatkräftigen Sportfreunden legte der Verein auf dem Grundstück einen Stichkanal an. Er diente nicht nur der Entwässerung, sondern bot auch Platz für die Boote. Der beim Baggern anfallende Boden wurde clever als Aufschüttung für die geplante Bebauung genutzt. Für diese umfangreiche Aktion zahlte der Verein 25.000 Reichsmark.
In dieser Zeit war ein großer Teil der Siedlung bereits parzelliert, und im Bootshafen See lagen etwa 150 Boote. Das Gelände ab dem Hauptweg war wegen des sumpfigen Bodens noch unbebaut – der perfekte Ort für den Verein, um ein eigenes Grundstück zu erwerben.
Anfang 1934 war der Kanal mit der Ausfahrt und der Brücke über den Treidelweg fertiggestellt. Behördliche Genehmigungen waren damals Pflicht – das entsprechende Schreiben belegt die offizielle Zustimmung. Schon kurz danach lagen zahlreiche Angelboote im neuen Stichkanal, und der Verein gab Aufnahmen davon sogar als Postkarten heraus.
1938 war die Bebauung des Vereinsgrundstücks mit Lauben abgeschlossen. Am oberen Böschungsrand pflanzten die Mitglieder Rotdornbäume, deren Blüten den Betrachter an die holländischen Grachten erinnerten. Wer entlang der Böschung blickte, konnte zudem das Dach des Bootsschuppens entdecken – ein sichtbares Zeichen für die geleistete Arbeit und den Gemeinschaftssinn des Vereins.



Für die aktiven Angler gab es zudem den 61-seitigen Anglerkalender mit umfangreichen Informationen zu den wichtigsten Fischarten, Angeltechniken, Grundregeln für Spinnangler, Erste-Hilfe-Hinweisen und weiteren Mitteilungen.

An der Bahnlinie befand sich auch eine Vereinsgaststätte. Der ehemalige Zillenbesitzer Lukow errichtete hinter der Bahnlinie an der Kanalbrücke einen Ausschank – eine Holzbaracke mit kleinem Boden darüber. Nach kurzer Zeit kam ein kleiner Verkaufsraum für Lebensmittel hinzu. Hier konnte man einkaufen und bei Bier oder Korn zugleich das Neueste aus dem Vereinsleben erfahren, oft ausführlicher als auf jeder Mitgliederversammlung, da die Erzähler ihre Meinung direkt einbrachten. Es ging manchmal recht lustig zu, besonders wenn Ruderer und Segler nach einer Übernachtung auf dem Heuboden nicht mehr nach Berlin zurückkehrten. Unter den Anglern und Zillenbesitzern war das Häuschen als „Wasserbudiker“ bekannt. Irgendwann brannte es ab und wurde nicht wieder aufgebaut.
Ein weiterer Verdienst des Vereins war die Einrichtung des Haltepunkts Marquardt durch die Reichsbahn zur Jahreswende 1934/35, nach langen Verhandlungen. Für die zahlreichen Sportfreunde aus Berlin war dies eine erhebliche Erleichterung: Bis dahin musste man stets in Grube-Bornim oder Satzkorn aussteigen und den langen Fußweg mit Gepäck zurücklegen, um ein Wochenende am Schlänitzsee zu verbringen. Mit dem Siedlerausweis konnten die Sportfreunde verbilligte Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt nutzen.

Mit der wachsenden Zahl der Angler entstand eine eigene Industrie mit einem breiten Angebot an Geräten und Zubehör. Firmen wie die Deutsche Angelgeräte Manufaktur Berlin veröffentlichten dazu Kataloge (rechts: Ausgabe von 1936).
Die Posen wurden zunächst aus Naturmaterialien wie Kork, Federkielen oder Stachelschweinborsten gefertigt. Bald kamen neue Werkstoffe wie Zelluloid hinzu, die eine maschinelle Herstellung ermöglichten. Auch bei Kunstködern gab es Fortschritte – entscheidend war eine dauerhaft haltbare Farbgebung. Besonders ausführlich beschrieben waren im Katalog verschiedene Wirbel mit genauen Angaben zu Größe und Tragkraft sowie zahlreiche weitere Zubehörteile.
Im Jahr 1941 bestand der Anglerverein weiterhin aus drei Gruppen. Der Kassenbericht belegt, dass die Vereinsarbeit trotz der Kriegsjahre fortgeführt wurde. Kulturelle Gemeinschaftsveranstaltungen fanden in dieser Zeit jedoch nicht mehr statt.
Der Sportfreund Liebenow übernahm als Wächter regelmäßige Rundgänge durch die Siedlung und sorgte für die Sicherheit der Laubengrundstücke. Zudem wurden Instandsetzungs- und Pflegearbeiten an den Häfen durchgeführt sowie der Verschnitt der Rotdornbäume am Stichkanal.
Unter der Position Pacht sind die Laubengrundstücke aufgeführt, die sich auf dem Gelände des Wasserstraßenamtes Brandenburg befanden.



1941

1945 -
1956
Jahre 1945 - 1949
Ein neuer Anfang 1945
Nach den Vorgaben des Potsdamer Abkommens wurden die Organisationen des Dritten Reiches aufgelöst und ihr Vermögen enteignet. Das Eigentum des Reichsverbands deutscher Sportangler gelangte unter staatliche Verwaltung; die Grundstücke wurden im Zuge der Bodenreform in den Bodenfonds überführt.
Nach Kriegsende belebten Sportfreunde das Vereinsleben wieder. Die verbliebenen Mitglieder des Arbeiter-Angler-Bundes gründeten mit den vorhandenen Vermögenswerten die Landwirtschaftliche Genossenschaft Potsdam-Schlänitzsee e.G.m.b.H. Sie wurde am 22. September 1946 als Rechtsnachfolger des Anglervereins Nedlitz registriert und zählte etwa 400 Mitglieder, von denen rund 30 % aktive Angler waren.
Während des Krieges hatten viele Laubengrundstücke ihre Nutzerstruktur verändert: Durch Bombenangriffe obdachlos gewordene Potsdamer und Berliner sowie Umsiedler aus der Tschechoslowakei, Ostpreußen und Pommern nutzten die Flächen als Unterkunft und zur Selbstversorgung.
Viele Mitglieder wohnten in West-Berlin und konnten wegen der Sektorengrenzen nur eingeschränkt am Vereinsleben teilnehmen. Für Besuche waren Aufenthaltserlaubnisse und gültige Mitgliedskarten nötig. Unregelmäßige Beitragszahlungen erschwerten dem Vorstand die Übersicht über den tatsächlichen Mitgliederbestand.


Um Flüchtlinge und Umsiedler dauerhaft anzusiedeln, konnten diese die von ihnen genutzten Bodenfonds-Grundstücke in Eigentum übernehmen. Dadurch wurden viele ehemalige Anglernutzer zu Siedlern und Kleingärtnern.
Die Laubengrundstücke, die im Besitz des Reichverband deutscher Sportangler bis zum Jahre 1945 waren, wurden 1945 auf Grund der Enteignung aller faschistischer Organisationen in den Bodenfonds der Bodenreform überführt. Dadurch konnten Sportfreunde die auf so einem Grundstück siedelten bzw. so ein Grundstück erhalten und bewohnen, siehe dazu: Urkunde der Bodenreform.
Die Generalversammlung
Zu den traditionellen Veranstaltungen gehörte auch die Generalversammlung. Sie war im Statut der Genossenschaft verankert. Dort heißt es in § 28: Die Organe der Genossenschaft sind: Generalversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand. § 36 legt fest, dass ordnungsgemäß gefasste Beschlüsse für alle Genossen verbindlich sind – auch für jene, die nicht anwesend waren.
Da die Mitglieder ihre Freizeit überwiegend an Wochenenden, in Urlaubs- und Sommermonaten in der Kolonie verbrachten, war es ihnen nicht immer möglich, an allen Veranstaltungen teilzunehmen. Grundsätzliche Entscheidungen erforderten jedoch die Mehrheit der Mitglieder, weshalb die Generalversammlung zur wichtigsten Entscheidungsform wurde.


In den Generalversamlungen erfolgen nun Rechenschaftslegung des Vorstandes über das vergangene Sportjahr, Darstellung der Aufgaben des neuen Jahres, Beschlussfassungen, Wahlen und die Kassierung und Verkauf der Angelkarten.
Eine typische Tagesordnung umfasste zunächst ein Referat zu aktuellen Verbands- und gesellschaftlichen Ereignissen, gefolgt von der Neuaufnahme von Mitgliedern und Informationen zu den Protokollen des vergangenen Jahres. Danach wurden der Jahresbericht des Vorsitzenden, der Kassenbericht sowie der Bericht der Revisoren vorgetragen. Anschließend erfolgte die Entlastung des Vorstandes. Auf diese Berichte folgten die Vorstellung des Arbeits- und Terminplans, eine offene Diskussion und die Beschlussfassung zu anstehenden Punkten, bevor die Kassierung durchgeführt wurde. Bei Neuwahlen kamen zusätzlich die Wahl der Wahlkommission und die Wahl des Vorstandes hinzu.
Die gepachteten Grundstücke des früheren Anglervereins wurden weitergeführt, darunter die Wegefläche Bootshafen–See, die Fläche am Badestrand mit Strand und Umkleidekabine, die Grasnutzung am Kanal (km 25,2–27,0) und der Altarm an der Kanalbrücke. Die Pflege dieser umfangreichen Anlagen erforderte jedes Jahr erhebliche Arbeitsleistungen, sodass in der Generalversammlung durchschnittlich 10 Arbeitsstunden je Mitglied festgelegt wurde.
Auf Grundlage der Verordnung zur Förderung des Angelsports wurde am 7. Oktober 1955 eine Rückgabe von Teilen des Vermögens des Arbeiter-Angler-Bundes an die Ortsgruppe vereinbart. Die Genossenschaft blieb mit den Grundstücken Anglerklause und Warenlager bestehen. Übernommen wurden u. a. die folgenden Grundstücke.
Auf der Jahreshauptversammlung am 20. Februar 1955 wurde der Jahresbericht für 1954 vorgelegt. Die Gruppe zählte zu diesem Zeitpunkt 178 Mitglieder – zuzüglich 96 Westberliner, die gesondert geführt wurden. Das Protokoll der Versammlung dokumentierte die durchgeführten Veranstaltungen, spiegelte jedoch bei weitem nicht die gesamte geleistete Arbeit wider. Obwohl die „Verordnung zur Förderung des Angelsports“ mittlerweile bekannt war, bestanden weiterhin keine klaren Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung der Gruppe.
Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 14. August 1955 wurde durch Neuwahl des Vorstandes der Übergang von der „Sektion der Angler Land Brandenburg und Groß Berlin e.G.m.b.H.“ zum Deutschen Anglerverband vollzogen. Der neue Vorstand bestand aus:
- Vorsitz Erwin Werner
- stellv. Vorsitzender Franz Werner
- Kassierer Kurt Müller
- Kassierer und Jugendwart Peter Wendenburg
- Schriftführer Gustav Sturm
- Gewässerwart Max Mahl
- Sportwart Heinz Eitner
- Revisionskommission: Geike, Stropp, Gutschlag

Jahr 1955 - 1956
1949 - Bildung von Angelorganisationen
Bis Ende 1948 wurden die Angler organisatorisch durch kommunale Sportämter, teilweise durch die Freie Deutsch Jugend (FDJ) und nach Gründung des Deutschen Sportausschusses (DS) verwaltet. In Gesprächen am 30. März und 5. April 1949 zwischen Vertretern des DS, der Deutsche Wirtschaftskommission (DWK), der Landesregierung Brandenburg, des Landessportausschusses und der Angler wurde festgelegt, dass Angeln nicht als Sport der Leibesertüchtigung anzusehen ist, sondern als Fischfang – und somit als Erholungs- und Entspannungsmöglichkeit für Werktätige.Im Ergebnis wurden die Angler aus dem Deutschen Sportausschuss ausgegliedert und der Sektion Angler im Verband der Fischwirtschaftsgenossenschaften (Land Brandenburg, eGmbH) angeschlossen.
Auch in den späteren Jahren waren bei den nicht spannungsfreien Treffen der Anglervertreter des Landes Brandenburg und Groß Berlin und des Wirtschaftsministeriums die Hauptthemen: die verspätete Ausgabe von Angelkarten, einheitliche Kartenpreise, Wegfall des polizeilichen Fischereischeins und Zweifel an der Rechtsfähigkeit der Angler als Organisation. Im Ergebnis wurde eine eigenständige Anglerorganisation gebildet. Durch die Mitarbeit des Mitgliedes Kilz flossen die Erfahrungen der Gruppenbildung von 1946 in die Statuten und Grundsätze der neuen Organisation ein. Sie hatte genossenschaftlichen Charakter; die Mitglieder zahlten Eintrittsgelder und Genossenschaftsanteile.



Jahr 1950
Das Jahr 1950
Die Anfänge der neuen Anglerorganisation liegen in den Jahren 1949/50. Der Vorstand der Genossenschaft vertrat die Interessen der organisierten Angler. Die Jahreshauptversammlung der Gruppe fand am 19. Januar 1950 statt. ImWesentlichen beschloss die Versammlung, dass für wirtschaftlich schwach gestellte Mitglieder Gebühren und Angelkartenpreise ermäßigt werden. Des Weiteren wurden mit der Anordnung I/50 wesentliche Grundlagen der Organisation festgelegt. Für unseren Bereich entstanden die Kreissektion Potsdam und die Gruppensektionen Schlänitzsee, Nedlitz, Babelsberg, Potsdam-Stadt und Geltow.
Die Gruppe führte entsprechend der Mitgliederzahl Genossenschaftsanteile und Eintrittsgelder ab. Sie bestand zu dieser Zeit aus 285 Mitgliedern. Die Leitung wurde jährlich gewählt und bestand in diesem Jahr aus:
- Gruppensektionsleiter Franz Werner
- Kassierer Erwin Werner
- Schriftführer Lubkowski.
Auf der Generalversammlung am 7. Januar 1951 (mit 180 Teilnehmern) wurde der Jahresbericht für 1950 gegeben. Die Mitarbeit in Gemeinschaftsveranstaltungen wurde kritisch gewertet, besonders hinsichtlich Pünktlichkeit, Teilnahme und der Information über Teilnahmebedingungen. Bei der Neuwahl sprach sich Sportfreund Kilz für die geschlossene Wiederwahl des Vorstands aus. Trotz einiger Schwierigkeiten war der Aufbau der neuen Organisation abgeschlossen. Besonders die Zusammenarbeit bei der Angelkartenanordnung 1951 war positiv – es gab keine Preiserhöhungen. Die neue Preise für die Nuthe-Angelkarte resultierten lediglich aus der Erweiterung der Angelstrecke.

Durchgang zum Friedfischangeln auf dem Schlänitzsee im Vordergrund der Sportfreund Otto Richter
Jahr 1951
Der Vorstand der Gruppe wurde geschlossen wiedergewählt, und die Mitgliederzahl stieg auf insgesamt 273 Sportfreunde. Das jährliche Wintervergnügen fand am 3. März statt. Im selben Jahr wurden auf Grundlage der §§ 98 und 109 des Fischereigesetzes erstmals Fischereischutzaktive gebildet.
Zu den neuen Regelungen zählten ein Angelverbot in Gelegezonen und während der Nachtstunden, die Zulassung von Krebsen als Köder sowie die Erlaubnis, beim Friedfischangeln nun Rollen zu benutzen. Außerdem wurde festgelegt, dass die Hechtkarten künftig ab dem 1. Mai gültig sind.
Die Landesleitung schloss zudem einen Kollektivversicherungsvertrag ab. Damit war jeder Angler versichert – auf dem Weg zum Angeln, während des Angelns, auf dem Heimweg sowie bei Gemeinschaftsveranstaltungen und individuellem Angeln. Die jährliche Prämie betrug 0,45 DM.
Gastronomie
In der später sogenannten „Anglerklause“ richtete Wasserbudiker Lukow in den 1930er Jahren einen kleinen Lebensmittelladen für seine Tochter Grete ein. Dadurch mussten die Angler am Wochenende weniger aus Berlin mitbringen. Mit Kriegsbeginn musste Grete jedoch in der Rüstungsindustrie arbeiten, und der Laden wurde geschlossen.
Als Vorstandsmitglied kaufte Paul Fresdorf das leerstehende Gebäude am Feldrain und setzte 1950 Sportfreund Gerhardt Bein als Gastwirt ein. Die Klause wurde zu einem beliebten Treffpunkt der Angler und ein zentraler Ort des kulturellen Lebens. Hier fanden Vorstandssitzungen, Skatturniere und Familienfeiern statt. Man erfuhr stets die neuesten Nachrichten aus Vereinsleben und Siedlung.
Durch die einzige Wasserstelle – ein Brunnen mit Pumpe – kamen viele Mitglieder zwangsläufig vorbei. So kam es häufig vor, dass Ehefrauen das Wasser selbst holen mussten, weil der Mann „kurz auf ein Bier“ verschwunden war und beim Skat hängen blieb.Wenn dann noch Audi die Ziehharmonika holte und Gustav Sturm die Teufelgeige nahm, wurde schon am Vormittag gesungen und getanzt.
Die Familien verbrachten Wochenenden, Urlaube und Ferien in der Siedlung. Die Kinder begleiteten ihre Väter früh zum Angeln und wurden später selbst Mitglieder.

Jahr 1952
Die Gruppe umfasste inzwischen 276 Mitglieder. Der Vorstand wurde erneut im Amt bestätigt; neu hinzu kam:
- Gustav Sturm als Schriftführer.
Für Rentner sowie Angler mit einem Monatseinkommen unter 150 DM bestand die Möglichkeit, Ermäßigungen auf Angelkarten zu beantragen. Zudem spendete die Sektion 200 DM aus ihrer Kasse für den Aufbau Berlins. Die Bestrebungen, mehr Ordnung und klare Regelungen im Anglerwesen zu schaffen, wurden konsequent fortgesetzt. Die im Briefkopf genannten Organisationen arbeiteten zu dieser Zeit gemeinsam an der vom Innenministerium der DDR vorbereiteten Verordnung „Zur Schaffung einer einheitlichen Anglerorganisation“.
Die Monatskarte berechtigte ausschließlich zum Friedfischangeln; die konkret beangelbaren Gewässer wurden jeweils vom zuständigen Fischer eingetragen. Die zugehörigen Bedingungen enthielten zahlreiche Einschränkungen – was angesichts des weiterhin gültigen, noch aus dem Jahr 1916 stammenden Fischereigesetzes wenig überrascht. Auf der Rückseite der Karte waren die Mindestmaße für Binnen- und Küstengewässer sowie die geltenden Strafbestimmungen vermerkt.




Neben den angelsportlichen Veranstaltungen bildeten das Frühlingsfest und das Kinderfest besondere Höhepunkte im Jahresverlauf. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten wurden persönliche Einladungen verschickt, und für den Heimweg stellte die Gruppe einen Bus bereit.
Die Siedlung bestand aus zahlreichen Lauben, darunter viele, die Westberliner Mitgliedern gehörten. Dadurch übernahm die Gruppe eine Vielzahl kommunaler Aufgaben, wie die Instandhaltung der Wege, die Klärung der Müllentsorgung, die Beschaffung von Baumaterialien für die Lauben, die Verwaltung westberliner Laubengrundstücke sowie die Anschaffung von Sportgeräten für Wettkämpfe.
Die Gruppensektion Schlänitzsee wurde weiterhin vom bestehenden Vorstand geleitet:
- Gruppensektionsleiter Franz Werner
- Kassierer Erwin Werner
- Schriftführer Gustav Sturm
- sowie drei Mitgliedern der Revisionskommissio
Eine Verwaltungsreform im Jahr 1953 führte zur Bildung des Kreises Potsdam-Stadt und des Landkreises Potsdam. Die Siedlung Schlänitzsee wurde dem Landkreis Potsdam zugeordnet, während die Kanalbrücke bei Potsdam-Stadt verblieb. Gleichzeitig wurden auch die Anglerstrukturen neu organisiert: Es entstand die Kreissektion Potsdam-Land, und der genossenschaftliche Charakter der Anglerorganisation wurde aufgehoben. Bereits entrichtete Eintrittsgelder und Genossenschaftsanteile wurden den Mitgliedern zurückerstattet.
Jahre 1953 - 1954
Die Gründung des Deutschen Anglerverbandes 1954
Mit der „Verordnung über die Bildung einer einheitlichen Anglervereinigung in der DDR“ vom 13. Mai 1954 wurde der Deutsche Anglerverband (DAV) offiziell gegründet. Am 14. Oktober folgte die „Verordnung zur Förderung des Angelsports“. Noch im selben Monat fand der erste Verbandstag statt, auf dem grundlegende Dokumente beschlossen wurden:
Arbeitsordnung für die Revision
Das neue Mitgliedsbuch des Verbandes umfasste 24 Seiten, besaß robuste Plastedeckel und bot zahlreiche Eintragungsfelder.




Seit 1949 erschien die Fachzeitschrift Fischerei, Angelsport und Aquaristik. Die Ausgabe A richtete sich an Angler und Aquarianer, während Ausgabe B Themen der Fischerei behandelte. Viele Berichte der Sektion wurden dort veröffentlicht.
Eine besondere Rubrik bildeten die monatlichen Beiträge von „Albert und Paule“, die in Dialogform Probleme, Meinungen und Erfahrungen der Mitglieder aufgriffen. Auch Bewertungen von Veranstaltungen und Forderungen nach einer neuen rechtlichen Grundlage für den Angelsport wurden hier behandelt.

Richtlinien für Angelerlaubnisscheine zum Fischfang 1954
Mit den neuen „Richtlinien für Angelerlaubnisscheine zum Fischfang 1954“ wurde erstmals versucht, eine einheitliche Regelung für die Nutzung der Gewässer in der Mark Brandenburg zu schaffen. Der Angelsport hatte in Deutschland bis dahin nur Duldungsstatus und verfügte über keinerlei eigene Rechte. Diese Duldung musste immer wieder von den Gewässereigentümern, Pächtern und Fischern erkauft werden. Preise und Bedingungen variierten stark, besonders im Umfeld großer Städte: Angelkarten in Berlin stiegen während der Weimarer Republik von 10–15 auf 50 Mark, die Nutzung von Booten war häufig verboten oder nur gegen hohe Gebühren möglich, private Bootsstege waren untersagt und das Spinnangeln war vielerorts nicht erlaubt. Dadurch übertrafen die Einnahmen aus Angelkarten in manchen Gewässern sogar die Pachtzahlungen der Fischer.
Seit vielen Jahren wurden in den Mitgliederversammlungen immer wieder die gleichen Fragen diskutiert: Wer erhält welche Angelkarten? Wie werden Preise festgelegt? Warum gibt es keine einheitlichen Regelungen? Die neuen Richtlinien waren daher von großer Bedeutung – insbesondere, weil Anglervertreter an ihrer Ausarbeitung beteiligt waren und erstmals einheitliche Höchstpreise festgelegt wurden.
Finanziell blieb das Jahr stabil. Ein Antrag auf Erhöhung der Abführung von 30 % auf 40 % wurde abgelehnt. Auch die Bootsstandgebühren blieben unverändert. Die Sommer- und Winterstandsgebühren betrugen für: Gruppenmitglieder 3/6 M, Mittglieder anderer Gruppen 11,40/14/90 M und Nichtorganisierte 12/14 M.

Das Jahr 1955 war für die Gruppe in vielerlei Hinsicht ein erfolgreicher Abschnitt der Vereinsarbeit. Sämtliche geplanten Kultur- und Sportveranstaltungen konnten wie vorgesehen durchgeführt werden. Beim traditionellen Preisangeln wurde eine wichtige Änderung vorgenommen: Anstelle der bisher üblichen Sachpreise erhielten die Teilnehmer nun Plaketten und Urkunden.
Die Mitgliederzahl der Gruppe erreichte einen Stand von 300 Sportfreunde, ergänzt durch eine aktive Jugendgruppe von rund 30 Jugendlichen. Für die Westberliner Mitglieder wurden weiterhin Versammlungen im Ostsektor organisiert. Die dafür erforderlichen Aufenthaltserlaubnisse konnten regelmäßig bereitgestellt werden. Einige Westberliner Angler besaßen noch Boote, die unter der Voraussetzung der ordnungsgemäßen Pflege durch die jeweiligen Nutzer weiterhin verwendet werden durften.
Die Vorbereitung einer Jahreshauptversammlung umfasst zahlreiche organisatorische Aufgaben, die im Vorfeld beraten, festgelegt und umgesetzt werden müssen. Viele dieser Arbeiten erscheinen in keinem offiziellen Protokoll, sondern sind häufig nur auf einfachen Notizzetteln festgehalten. Einige Punkte tauchen später im Jahresabschluss auf, jedoch längst nicht alle.
Ein Handzettel zur Vorstandssitzung vom 26. Februar zeigt beispielhaft den Umfang dieser Aufgaben:
- Druck und Versand der Einladungen – auch an die Mitglieder in West-Berlin
- Aushang der Einladung am Schlänitzsee
- Bestellung eines Omnibusses (Kosten 120 DM) sowie Festlegung der Abfahrtszeiten
- Festlegung des Eintritts, der bereits in der Einladung genannt wird
- Anmietung des Saales inklusive Heizung und Dekoration
- Anmeldung der Veranstaltung
- Verpflichtung einer Musikkapelle (Kapelle Kiesand, 7 Mann) für 20:00 bis 04:00 Uhr, Kosten 250 DM

Der Jahresabschluss 1956 gibt einen Überblick über die Aktivitäten der Gruppe. Für den Turniersport standen zwei gespließte Angelruten mit Rollen zur Verfügung.
Im Warenkonto sind 67 Verbandsabzeichen zu je 1,00 DM sowie 132 Bambusangelruten (Bambusrohlinge) zu je 1,75 DM erfasst.
Die Aufwendungen zeigen die Art der durchgeführten Veranstaltungen. Beim Kinderfest sind die Einnahmen aus Sammlungen und Spenden enthalten. Zudem findet sich der Nachweis für die Nutzung einer Laube als Anglerheim. Die Pachtzahlungen belegen die Inanspruchnahme des Bootshafens am See sowie des Hafens im Altarm an der Kanalbrücke.



Weitere Probleme mussten dieses Jahr in der Gruppe angegangen werden:
Ein Lieferung von Bambusruten fiel geringer aus als benötigt; deshalb wurden die verfügbaren Ruten beim Anangeln vorrangig an besonders aktive Sportfreunde ausgegeben. Mehrere Hinweise betrafen unbefugte Personen in den Bootshäfen. Da diese Vorfälle ohne die Mithilfe der Bootsstandnutzer kaum aufzuklären waren, wurden diese gebeten, Auffälligkeiten künftig sofort dem Vorstand zu melden. Die Teilnahme an Gemeinschaftsangeln blieb weiterhin niedrig, und auch die Mitarbeit bei Pflege- und Instandhaltungsarbeiten entsprach nicht den Erwartungen.
Ein Hochwasser führte zudem zu zusätzlichen Arbeiten: Am Badestrand wurde Unrat angeschwemmt, und im Seehafen kam es zu Uferausspülungen, die beseitigt werden mussten.
Jährlich fallen umfangreiche Reparaturen an den Uferbefestigungen an, die mit Einzelaktionen kaum zu bewältigen sind. Sportfreunde der „Polnischen Wirtschaft“ unterstützten die Erneuerung mit Faschinen.

Der Termin- und Veranstaltungsplan 1956 wurde wie vorgesehen umgesetzt. Geplant waren ein Wintervergnügen am 17. März, das Anangeln am Karfreitag, Kinderfest und Preisangeln am 29. Juli, das Sommerfest am 4. August sowie das Abangeln am 14. Oktober. Zusätzlich fanden jeden ersten Sonntag Kurzversammlungen und nach dem 15. des Monats jeweils zwei Stunden Gemeinschaftsarbeit in Siedlung und Bootshäfen statt.
In einer Nachwahl wurden der Vorstand umbesetzt:
- 2. Vorsitzenden Karl Heideck jun.
- Jugendsportwart Erich Märzke zum Jugendsportwart
In Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister wurden Wege der Siedlung mit Verkehrsschildern versehen, da diese häufig zugeparkt waren.
Das Kinderfest und Preisangeln waren trotz schlechten Wetters gut besucht. Angelmeister wurde Kurt Breitenstein, der ein Diplom und einen Freiangelschein für 1957 erhielt. Der Turniersport soll stärker gefördert werden; zwei gespließte Tonkinwurfruten stehen bereits zur Verfügung, weitere Sportgeräte sollen angeschafft werden. In der Mitgliederwerbung sollen verstärkt Frauen angesprochen werden. Die Angelkarten für 1957 konnten nicht rechtzeitig ausgegeben werden; daher bleiben die Karten von 1956 bis März 1957 gültig.
Jahr 1956


Zum dritten Mal erscheint der „Deutsche Anglerkalender“. Für 2,50 DM bietet er als handliches Taschenbuch zahlreiche praktische Fachinformationen.
1957 -
1962
Jahr 1957
Die Kreisdelegiertenkonferenz des DAV am 17. Februar 1957 beschloss eine Neuorganisation der Kreise in Potsdam Stadt und Potsdam Land. Am 10. Februar fand die Jahreshauptversammlung in Bornim statt. In der Einladung wurde nochmals betont, dass das Erscheinen Pflicht sei, da Themen wie der Jahressportplan, Neuwahlen des Vorstandes, finanzielle Regelungen der Pachtverträge und Bootsstandsmieten sowie Aufwendungen für Veranstaltungen zu beschließen waren. Es wurden 14 neue Mitglieder aufgenommen. Der neue Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
- Vorsitzender Max Mahl
- 2. Vorsitzender Walter Viete
- 1. Kassierer Franz Werner
- 2. Kassierer Ziemann
- 1. Schriftführer Ristig
- 2. Schriftführerin Gisela Wiggert
- Gewässerwart Erich Nitschke
- Kulturwart Rüdiger Hemke
- Sportwart Fritz Zeising
- Jugendsportwart Erich Märzke
- Revisionskommission Eitner, Rosse, Gutschlag.
Für 1957 wurden die gleichen Veranstaltungen wie im Vorjahr geplant, jedoch entfiel das Wintervergnügen aufgrund geringer Beteiligung. Das Kinder- und Sommerfest wurde am gleichen Tag durchgeführt, um den organisatorischen Aufwand zu reduzieren. Weitere Veranstaltungen: 19. April Anangeln, 21. Juli Pokal- und Preisangeln, 4. August Kinder- und Sommerfest, 25. September Abangeln.
Gegenwärtig waren 22 Mitglieder von der Beitragszahlung befreit (17 über 70 Jahre, 5 Ehrenmitglieder). Franz Werner erhielt die Ehrenmitgliedschaft. Die Sommer- bzw Winterstandgebühren wurden neu festgesetzt (Gruppenmitglieder: 3 /6 DM, Mitglieder anderer Gruppen: 6/12 DM, Nichtorganisierte: 9 / 18 DM).
Filmvorführungen konnten aufgrund fehlender Technik weiterhin nicht durchgeführt werden. Für die Pflege der Verbandsanlagen wurden 120 Arbeitsstunden geleistet, was nicht ausreichte, um alle erforderlichen Arbeiten zu erledigen. Die Jugendarbeit war unterrepräsentiert, zu einer Veranstaltung erschienen lediglich zwei Teilnehmer, darunter der Jugendsportwart.
Am 31. Oktober und 1. November 1959 fand in Dresden der III. Verbandstag des DAV statt, auf dem ein neues Statut beschlossen wurde.
An der Jahreshauptversammlung vom 1. Februar nahmen 165 Mitglieder teil. Da der Vorstand erst im Jahr 1958 in wesentlichen Funktionen erneuert worden war, brachte die Neuwahl keine Veränderungen; der bisherige Vorstand wurde im Amt bestätigt. Der Vorschlag von Sportfreund Sturm aus dem Vorjahr zum Bau eines Kulturhauses wurde erneut beraten. Als Ergebnis wurde beschlossen, auf dem Bootsplatz ein Anglerheim mit Gaststättenbetrieb zu errichten, das ausreichend Platz für Versammlungen und Veranstaltungen bieten soll. Aufgrund einer Ruhrepidemie konnte das Kinder- und Sommerfest im Jahr 1959 nicht durchgeführt werden.
Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei der Vergabe freier Laubengrundstücke gestaltete sich weiterhin schwierig. Da die Busse an den Wochenenden wieder bis zur Klause fahren sollten, wurde ein gemeinsamer Arbeitseinsatz am 2. Osterfeiertag organisiert. Neben den Mitgliedern wurden besonders die Laubenbenutzer zur Teilnahme aufgerufen. Die Gemeinde konnte den schlechten Zustand des „Schwarzen Weges“ aus finanziellen Gründen nicht selbst beseitigen, unterstützte den Einsatz jedoch durch die Anfuhr von sechs Fuhren Schlacke.
Jahr 1958
Im Sommer 1958 übernahm der Sportfreund Viete die Leitung der Gruppe, während der vorherige Vorsitzende Mahl eine neue Gruppe in Marquardt gründete. Die Übergabe seiner Funktion an den Vorstand erfolgte nicht ordnungsgemäß. Um die Arbeitsfähigkeit des Vorstands wiederherzustellen, wurden in Nachwahlen und die neuen Vorstandsmitglieder gewählt:
- Vorsitzender Erwin Werner
- Schriftführer Wolfgang Helmreich
- 2. Kassierer Gerhard Janthur.
Die Mitgliederzahl stieg auf über 300, wobei viele Mitglieder ohne Laube weder an Arbeitseinsätzen noch an Veranstaltungen teilnahmen. Bei den Veranstaltungen zeigten nur wenige Mitglieder Interesse, mit Ausnahme des Preisangelns. Sachpreise wurden trotz vorheriger Beschlüsse erneut vergeben. Der Turniersport wurde im Trainingsbetrieb fortgeführt, und die Teilnahme an Kreismeisterschaften zeigte die Erfolge der Sportfreunde. Raubfischkarten standen nur in begrenzter Zahl zur Verfügung und wurden nur an aktive Mitglieder ausgegeben.
Technische Entwicklungen führten zu verbesserten Angelgeräten: Vollglasruten bis 2,60 m Länge als 2-teilige Spinnruten, Hohlglasruten mit dünnen Wandstärken, Teleskopruten mit Beringung, dünnere Perlonschnüre mit höherer Tragkraft und neue Stationärrollen. Die Fachzeitschrift „Fischen und Angeln“ erschien nun als Verbandsorgan „Deutscher Angelsport“, die Gruppe erhielt 50 Werbeexemplare.
Der Vorstand bestand 1961–1962 aus:
- 1. Vorsitzender Erwin Werner
- 2. Vorsitzender Walter Viete
- Hauptkassierer Franz Werner
- stellv. Kassierer Herbert Kanthack
- Sportwart Manfred Rompf
- Jugendsport Peter Wendenburg und Erich Märzke
- Massensport Max Christian
- Propaganda Albert Fritsche
- Frauenarbeit Elli Hanke
- Org. & Recht Willi Wentzel
- Schriftführer Wolfgang Helmreich
- Revisionskommission bildeten Erich Rost, Max Pissors und Willi Schirmer.
Der Sportplan war geprägt von Traditionsveranstaltungen, Schwerpunkt lag auf Jugendarbeit und einer größeren Beteiligung der Mitglieder.
Mit Schließung der Grenze nach Westberlin wurde der Sacrow-Paretzer Kanal zum Grenzgebiet. Der erhöhte Schiffsverkehr, insbesondere größere Tankschiffe, führte zu Gefährdungen für Angelboote, und das Festlegen der Boote im Kanal wurde durch die Wasserschutzpolizei eingeschränkt. Die Anfahrt für Berliner Mitglieder wurde durch Baumaßnahmen und Straßensperrungen erschwert, der Vorstand forderte von der Gemeinde die Beseitigung der Schäden.
Der Vorstand bemühte sich weiterhin um den Bau eines Bootshafens am Grundstück Lukow, was durch die Gründung einer eigenständigen Gruppe von Laubennutzern aus Kanalbrücke erschwert wurde. Vom BFA kam die Aufforderung, den Bootsschuppen und das Pachtgelände „Altarm“ zu übergeben.
Im Mai 1961 wurden bei einer Aussprache mit dem Rat der Gemeinde folgende Probleme erörtert: Vergabe der Westberliner Lauben, Kolonieordnung, Müllentsorgung. Trotz Übereinstimmung erfolgte bis Jahresende keine Umsetzung. Hochwasser verzögerte Arbeiten an der kleinen Mole, Winterstürme führten zu Reparaturen, etwa der Rohreindeckung des Umkleidehäuschens (376 DM).
Sportfreunde Alfred Heine und Paul Brösicke gaben Schwimmunterricht am Badestrand für 15 Jugendliche und 5 Erwachsene, die gezahlten Gebühren wurden als Spende für Jugendarbeit weitergegeben.
Die Angelveranstaltungen litten unter Witterungseinflüssen und Feiertagen. Kreismeisterschaften im Friedfischangeln wurden in Geltow am Kanal durchgeführt. Beteiligung und Vorbereitung zeigten Defizite, wodurch vordere Platzierungen verpasst wurden.
Im Jahr 1962 umfasste die Gruppe 322 Mitglieder. Erich Märzke schied aus dem Vorstand aus, sein Amt als Turnierwart übernahm Manfred Michelchen.
Wichtige rechtliche Änderungen: Am 3. Mai 1962 trat die 3. Durchführungsbestimmung zum Fischereigesetz in Kraft, insbesondere Regelungen zur Anzahl der Angelberechtigungen für Produktionsgewässer nach Fried- und Raubfischkarten.
Beschlüsse auf der Jahreshauptversammlung 1962: Mitglieder, die ihre Arbeitsstunden nicht leisteten, hatten keinen Anspruch auf Bootseinlagerung; jedes Mitglied durfte nur einen Platz beanspruchen; jeder Bootsstand war in Ordnung zu halten, andernfalls wurde er nach Mahnung geräumt. Während Veranstaltungen war individuelles Angeln untersagt.
Der Vorschlag von 1958 zum Bau eines Kulturhauses wurde weiterhin verfolgt. Architekt Hans Hörisch arbeitete an der Projektplanung. Umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten am Anglerheim wurden mit 974 DM investiert, um eine Vermietung während der Saison zu ermöglichen.
Die Gruppe wurde mit der Ausrichtung der Kreismeisterschaften beauftragt. Trotz fehlender Erfahrung und Kader konnten die Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden. Sportfreund Weidemann (KFA) übernahm Auswertung und Siegerehrung, Herta Lange erhielt die Siegerurkunde der Frauenmannschaft. Der Kreis Potsdam-Land umfasste zu dieser Zeit 43 Gruppen.
Tische und Stühle für Kulturveranstaltungen wurden über Winter im Pavillon gelagert und nach Auslagerung der Boote wieder in den Bootsschuppen zurückgebracht. Das Wasserstraßenamt Brandenburg verfügte den Abriss einer Brücke am Treidelweg; die Gruppe übernahm die Erneuerung selbst, eine Lösung über Eisenbahnschienen wurde abgelehnt.
Jahr 1959
Jahre 1961 -1962




Der Sportfreund Dahms kümmerte sich um die Reinigung und Auffüllung des Badestrandes, die kleine Mole wurde erweitert. Mit dem Bau des letzten Abschnitts konnte der Seehafen fertiggestellt werden, wobei einige Mitglieder die Arbeiten nicht aktiv mittragen wollten. Die Gemeinde konnte aus Kostengründen die Badestelle am See nicht betreiben. Durch Verhandlungen konnte die Gruppe diese für 0,05 DM/m² pachten und so erhalten.
Die Durchführung des Kinder- und Sommerfestes gelang auch in diesem Jahr besonders gut. Bei freundlicher Witterung stieß der Bootsplatz wie gewohnt an seine Kapazitätsgrenzen, sodass zahlreiche Besucher ihre Tische und Stühle aus den Lauben herbeischaffen mussten. Das Sommerfest entwickelte sich weiterhin zu einem Familienereignis, dessen Termin selbst von auswärtigen Verwandten frühzeitig erfragt wurde. Zur Tombola gehörten neben den traditionellen Aalen auch von Mitgliedern gestiftete Sachpreise. Die höheren Einnahmen aus Tombola und Eintrittsgeldern ermöglichten es dem Verein, das Dach des Bootshauses neu einzudecken. Der Vorsitzende sprach allen Helfern seinen Dank für die geleistete Unterstützung aus.
Die Aufbausonntage wurden insgesamt schlecht besucht; die Hauptlast der Arbeiten trugen erneut die älteren Sportfreunde. Der Ausbau des Seehafens wurde fortgeführt und war zu diesem Zeitpunkt zu etwa 80 % erneuert. Um am Jahresende eine klare Übersicht über die geleisteten Arbeitsstunden zu haben, wurden Aufbaubücher an jedes Mitglied ausgegeben. Damit erhielt jeder Sportfreund den verbindlichen Nachweis über seine Arbeitsleistungen zur Pflege und Werterhaltung der Anlagen.
Geplante 1200 Arbeitsstunden für die Werterhaltung und Pflege der Anlagen wurden nur zu 495 Stunden erfüllt. Wesentliche Arbeiten wie der Ausbau der Bootshäfen mussten daher in den folgenden Jahren verstärkt durchgeführt werden. Die Uferbefestigungen waren in einem schlechten Zustand.
Die Arbeitsstundenregelung wurde weitergeführt: Mitglieder mussten 10 Stunden leisten, andernfalls war ein Betrag von 1,50 DM zu entrichten. Mitglieder, die ihre Pflichten nicht erfüllten, konnten von der Gruppe ausgeschlossen werden. Der Schwarze Weg musste jährlich im Frühjahr ausgebessert werden.
Den Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildeten weiterhin die sportlichen Veranstaltungen. Das Sportjahr begann mit der Trainingsarbeit im Turniersport. Die Teilnahme an den Kreismeisterschaften zeigte den Erfolg dieser Arbeit; vordere Platzierungen bestätigten eine gute Ausbildung der Wettkämpfer.
Die Nachfrage nach Raubkarten war wie in den Vorjahren hoch. Da der Gruppe nur die Produktionsgewässer zur Verfügung standen, konnten vom Fischer nicht mehr Karten bereitgestellt werden. Insgesamt standen 22 Raubkarten à 18 DM sowie 20 Turnierkarten à 3,50 DM zur Verfügung. Karten erhielten nur Sportfreunde, die sich aktiv am Gruppenleben beteiligt hatten. Die Teilnahme an mindestens einer Turniersportveranstaltung war Pflicht.
Um beim Preisangeln gleiche Bedingungen zu gewährleisten, wurde der Angelbereich im See erstmals abgesteckt, nachdem im Vorjahr einige Sportfreunde Angelstellen vorab angefüttert hatten.
Da das Sportjahr organisatorisch nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmte, erfolgte die Berichterstattung an den Kreisfachausschuss jeweils zum 31. Oktober. Der Zeitraum für die Durchführung sportlicher und kultureller Veranstaltungen erstreckte sich damit auf den Abschnitt April bis Oktober.
Das Präsidium des DAV fasste wesentliche Beschlüsse:
Die DDR-Meisterschaften werden ab 1960 auch für Frauen ausgerichtet.
Einführung einer einheitlichen DAV-Angelberechtigung für alle Gewässer der DDR.
Gebühren der Angelberechtigung:
10 Mark für Vollzahler
5 Mark für Halbzahler
5 Mark für Angler, die nur Produktionsgewässer nutzen
Für das Raubfischangeln blieb weiterhin die Raubfischqualifikation erforderlich.
In einer Nachwahl wurde Sportfreund Christiansen zum 2. Kassierer gewählt. Er berichtete von Bestrebungen einzelner Mitglieder der „Kolonie Kanalbrücke“, eine selbstständige Gruppe oder Untergruppe zu bilden.
Auf Beschluss der Mitgliederversammlung wurde Sportfreund A. Walter ausgeschlossen, da er sich weigerte, Aufbaustunden zu leisten und auch keine Bootstandsgebühren entrichtete. Mit diesem Schritt sollte deutlich gemacht werden, dass Mitglieder, die nur Leistungen in Anspruch nehmen, ohne einen Beitrag zum Erhalt der Anlagen zu leisten, im Verein keinen Platz haben.
Sporteinschätzung
Das An- und Abangeln wird von vielen Mitgliedern weiterhin nicht als sportlicher Wettkampf betrachtet, was sich negativ auf den Nachwuchs für die Mannschaften auswirkt. Stehen nur fünf Sportfreunde zur Verfügung, fehlen Ersatzleute. Bei einer nicht vollständig angetretenen Mannschaft erhält der fehlende Wettkämpfer die höchste Punktzahl plus eins, wodurch weitere Qualifikationsmöglichkeiten entfallen.
Bei den Kreismeisterschaften erreichten die Teilnehmer keine Platzierungen, was erneut die geringe Erfahrung mit unterschiedlichen Gewässerverhältnissen verdeutlichte.
Das Preisangeln in Phöben war dagegen sehr gut besucht. Die vom Sportfreund John neu zur Verfügung gestellte Kette für den Angelmeister konnte erstmals wieder verliehen werden. Sportfreund Alfred Heine wurde damit ausgezeichnet.
Arbeitsleistungen
Auf der Jahreshauptversammlung vom 6. März wurde nochmals bekräftigt, dass jedes Mitglied zehn Arbeitsstunden zu leisten hat. Diese sind notwendig, um Reparaturen, Pflegearbeiten und eventuelle Neubauten durchführen zu können.
Die Vorgaben wurden jedoch nicht erfüllt. Während einige Sportfreunde regelmäßig und zuverlässig mitarbeiteten, verließen sich andere darauf, dass „die Anderen es schon machen“. Sportfreund Haideck erklärte offen, keine Stunden zu leisten und kündigte an auszutreten, sollte der Vorstand darauf bestehen. Auf die weitere Mitgliedschaft solcher Sportfreunde könne verzichtet werden.
Die geplante Ausbaggerung der Einfahrt zum Stichkanal kann erst erfolgen, wenn die alte Brücke abgerissen ist. Da rechtliche und finanzielle Fragen ungeklärt waren, wird sich der Neubau weiter verzögern.
Der „Schwarze Weg“ muss jährlich im Frühjahr neu ausgebessert werden. Diese Arbeiten werden fast ausschließlich von den Mitgliedern der Gruppe ausgeführt und binden Zeit, die für die eigentliche Vereinsarbeit fehlt. Dennoch wurde viel erreicht, da einige Sportfreunde deutlich mehr als den Pflichtumfang arbeiteten.
Sportfreund Dahms engagierte sich besonders bei der Säuberung des Badestrandes und der Auffüllung mit neuem Sand. Auch die kleine Mole wurde erweitert und Arbeiten am Bootshaus fortgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 400 DM.
Mit dem Bau des letzten Abschnitts konnte der Seehafen vollendet werden. Die Arbeiten zogen sich über einen längeren Zeitraum hin. Verzögert wurde der Bau durch Sportfreunde, die sich nicht beteiligten, wenn ihr Bootsstand an der Reihe gewesen wäre.
Angelpraxis
Das individuelle Angeln blieb für die Mitglieder ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeit. Zu jeder Jahreszeit bestanden gute Fangmöglichkeiten. In den 1950er-Jahren war das Angeln auf dem See und am Kanal noch weitgehend ungestört möglich. Die Schleppzüge mit mehreren Lastkähnen verursachten nur geringe Wasserbewegungen.
Der technische Fortschritt zeigte sich auch im Angelsport: Mit der Einführung von Kunstfaserschnüren standen den Anglern erstmals dünnere und dennoch tragfähigere Schnüre zur Verfügung – eine deutliche Verbesserung für Freizeitangler wie Wettkämpfer.
Angelberechtigungen jener Zeit umfassten vier Seiten und galten ausschließlich für das Friedfischangeln. Auf den Folgeseiten wurden die verbindlichen Mindestmaße sowie Regelungen und Verlängerungsmöglichkeiten vermerkt. Unterschiedlich ausgestaltete Angelkarten waren in Umlauf.
Sommer- und Kinderfest 1960
Dank des reichhaltigen Warenangebotes der HO konnte das Sommer- und Kinderfest erfolgreich durchgeführt werden. Vor dem Beginn der Feierlichkeiten mussten Tische und Stühle aufgestellt werden. Da der Verein über zu wenige eigene Sitzgelegenheiten verfügte, wurden zusätzliche Möbel von anderen Gruppen ausgeliehen.
Die Veranstaltungen erfreuten sich wie in den Vorjahren großer Beliebtheit und waren von Mitgliedern und Gästen gut besucht. Bei gutem Wetter sowie musikalischer und spielerischer Unterhaltung war ein erfolgreicher Verlauf gewährleistet.
Jahr 1960
1963 -
1964
Jahr 1963
An der diesjährigen Jahreshauptversammlung nahmen 120 Mitglieder teil. Der Vorstand bestand für die Wahlperiode 1963 -1964 aus:
- 1. Vorsitzender Erwin Werner
- 2. Vorsitzender Albert Fritsche
- 1. Kassierer Herbert Kanthack
- 2. Kassierer Gerhard Janthur
- Sportwart Hans Töpfer
- Jugendleiter Manfred Michelchen
- Volkssport Hans Lange
- 1. Schriftführer Willi Babor
- 2. Schriftführerin Liselotte Null
- Bildung/Kultur Günter Stutterich
- Frauensport Herta Lange
- Revisionskommission: Erich Rost, Max Pissors, Willi Schirmer
Die Gruppe zählte rund 340 Mitglieder.
Allgemeine Entwicklung
Es zeigte sich erneut, dass häufige Funktionswechsel bei Vorstandsneuwahlen die kontinuierliche Arbeit erschweren. Langfristige Aufgaben – wie der geplante Bau eines Kulturhauses, die Schaffung stabiler Wettkampfmannschaften oder der weitere Ausbau der Bootshäfen – ließen sich daher nicht durchgehend voranbringen.
Bereits im Jahr 1963 kam es im Vorstand zu Veränderungen. Sportfreund Lange wurde von seiner Funktion entbunden. Für die Verantwortung über beide Bootshäfen sowie den gesamten Bootsplatz wurde Sportfreund Walter Stresemann eingesetzt.
Um die Zusammenarbeit mit der Gemeinde zu verbessern, arbeiteten drei Vorstandsmitglieder im „Aktiv für Bau- und Wohnungswesen“ mit. Ziel war, bei der Vergabe freier Lauben künftig bevorzugt aktive Angler zu berücksichtigen, um den Charakter der Anglersiedlung zu stärken. In der Praxis hatte sich gezeigt, dass reine Kleingärtner sich oft nicht an den gemeinschaftlichen Aufgaben der Siedlung beteiligten. Eine wichtige Aufgabe des Aktivs war deshalb die Ausarbeitung einer Gemeindeordnung, die das Zusammenleben in der Siedlung regeln sollte.
Sommerfest und Kinderfest 1963
Wie in jedem Jahr gehörten Kinder- und Sommerfest zu den umfangreichsten und aufwendigsten Veranstaltungen. Sie boten zugleich die Möglichkeit, einem breiten Kreis von Mitgliedern, Familien und Gästen die Arbeit der Gruppe anschaulich zu präsentieren.
Für das Sommerfest mussten die Aale mangels Fangmöglichkeit anderweitig beschafft werden. (Verweis: entsprechendes Schreiben)
Vorbereitung der Veranstaltungen
Zur Planung wurden
– zwei Vorstandssitzungen sowie
– eine Mitgliederversammlung
durchgeführt. Dabei ging es um das Programm, die Anzahl der benötigten Helfer sowie den organisatorischen Ablauf.
Für die Vorbereitung konnten sieben Helferinnen und Helfer gewonnen werden, die mit Listen durch die Siedlung gingen, um einzutragen:
alle Kinder bis 12 Jahre sowie die Gruppe 13/14 Jahre
Kinder von Nichtmitgliedern und Gästen (Eintritt 2 Mark)
Spenden der Mitglieder und Siedler
Zusätzliche Meldungen konnten wie üblich in der Anglerklause bei Sportfreund Bein erfolgen.
An zwei bis drei Sonntagen vor dem Kinderfest fand ein allgemeiner Arbeitseinsatz statt. Dabei wurden:
der Rasen des Bootsplatzes gemäht
liegengebliebene Boote umgelagert
die transportable Tanzdiele aufgebaut
Tische und Stühle aus der Winterlagerung gereinigt
nötige Reparaturen ausgeführt
der Wasseranschluss für die Theke provisorisch von den Grundstücken Stutterich oder Wendenburg gelegt
Ablauf des Kinderfestes
Für den Festnachmittag wurden Helfer für die Betreuung der Spiele organisiert:
für die kleineren Kinder: die Frauen Kehler, Null, Lange und Janthur
für die größeren Kinder: die Sportfreunde Heim, Melzer, Zeising und Michelchen
Sportfreund Hörisch übernahm das Kasperletheater
Sportfreund Rista trat als „Onkel Pelle“ auf
Der Beginn war um 15.00 Uhr auf dem Bootsplatz.
Das Fest endete traditionell um 19.00 Uhr mit einem Fackelzug durch die Kolonie bis zum Konsumplatz.
Ab 19.30 Uhr begann der Einlass zum Sommerfest.
Sommerfest 1963
Der Bootsplatz war wie jedes Jahr stark besucht, da viele Eltern beim Kinderfest blieben und direkt im Anschluss am Sommerfest teilnahmen. Bei gutem Wetter reichten die Sitzgelegenheiten wie gewohnt nicht aus, sodass zusätzliche Tische und Stühle aus den Lauben geholt wurden.
Der Getränkeausschank erfolgte durch das Tor des Bootsschuppens. Die Tanzfläche war vor dem Pavillon aufgebaut, auf dessen Podest die Kapelle Platz nahm. Der Übergang vom Kinderfest zum Sommerfest verlief fließend – ein Hinweis auf die große Resonanz der Veranstaltung mit bis zu 500 Besuchern.
Vorstandsarbeit und Organisation
Erstmals wurde ein monatlicher Sonntagsdienst des Vorstandes eingerichtet. Mitglieder hatten dadurch die Möglichkeit, persönliche Anliegen gezielt vorzubringen, ohne die ehrenamtlichen Funktionäre an jedem Wochenende zusätzlich zu belasten. Diese Form wurde gut angenommen.
Bis zum Ende des Sommers meldeten sich die letzten Mitglieder der Kolonie Kanalbrücke zur dort neu gebildeten DAV-Gruppe um.
Sportfreund Hörisch erstellte die Bauzeichnungen für das geplante Kulturhaus. Eine Realisierung war jedoch nicht möglich, da alle Bauvorhaben dieser Art staatlich gesperrt waren. Für die weitere Planung wurde eine Kommission gebildet, bestehend aus den Sportfreunden:
Babor
Fritsche
Helmreich
Hörisch
Janca
Werterhaltung und Bauarbeiten
Im Jahr 1963 wurden 1.042 Arbeitsstunden geleistet. Zu den Arbeiten gehörten:
Erneuerung der Dachkonstruktion des Bootsschuppens und Umbau
Ausbaggern des Schlamms im Stichkanal durch Sportfreund Dietmar Buchholz
Innen- und Außenanstrich des Musikpavillons
Beschaffung und Transport neuer Pfähle für die Bootshäfen
Fällen der Rotdornbäume im Stichkanal und Ersatz durch Birken
(Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme blieb umstritten; die alten Rotdorne prägten das Landschaftsbild wesentlich.)
Herstellung und Aufstellung zweier Schaukästen zur besseren Information der Mitglieder
Regelungen und Vorgaben
Durch Beschluss des Präsidiums wurden verbindliche Fangbegrenzungen eingeführt.
Der Bau einer neuen Brücke über den Stichkanal war weiterhin nicht realisierbar. Die geforderte Betonbrücke mit 2 m Breite hätte rund 24.000 Mark gekostet. Genehmigungen, Bauunterlagen und Finanzierung waren frühestens ab 1965 zu erwarten. Die alte Holzbrücke aus den Jahren 1933/34 war bereits 1959 vom Wasserstraßenamt als nicht mehr sicher eingestuft worden.
Eine neue Festsetzung der Bootstandgebühren erfolgte:
Sommerstand
– 1,50 m Breite: 5,00 Mark
– 2,00 m Breite: 10,00 Mark
Winterstand
– 10,00 Mark bzw. 15,00 Mark
Anerkennung besonderer Leistungen
Einige Sportfreunde überschritten deutlich die geforderten Pflichtstunden, wenn dringende Arbeiten anstanden. Gemäß Tradition wurden diese Leistungen besonders gewürdigt.
Für ihre aktive Mitarbeit im Jahr 1963 wurden mit einer Raubkarte für 1964 ausgezeichnet:
Erich Heine – 56 Arbeitsstunden
Willi Adam – 49 Arbeitsstunden
Erwin Werner – 42 Arbeitsstunden
Mit einer Turnierkarte ausgezeichnet wurde:
Peter Knöfel – 19 Arbeitsstunden
Jahr 1964
Verbandsentwicklung
Im Jahr 1964 brachte der IV. Verbandstag des DAV in Berlin wichtige Veränderungen mit sich. Es wurde ein neues Statut verabschiedet. Durch die darin festgelegten Regelungen konnten nun auch Frauen an den Verbandsmeisterschaften teilnehmen. Für die Gruppe bedeutete dies, eine Frauenmannschaft mit fünf Sportfreundinnen aufzustellen und diese sowohl technisch als auch sportlich auf die Teilnahme vorzubereiten.
Mit der Ausgabe des neuen Statuts traten gleichzeitig Änderungen in den zugehörigen Ordnungen in Kraft.
In der Beitragsordnung wurden neue verbindliche Regelungen aufgenommen.
Das Mitgliedsbuch erhielt ab 1964 einen Kunststoffeinband, geprägt mit der Forelle und dem Kürzel „DDR“.
Seit 1959 tragen die Beitragsmarken den jeweiligen Jahresaufdruck sowie einen Wert und jährlich wechselnde Farbkennzeichnungen.
Veränderungen im Vorstand
Im Verlauf des Jahres kam es zu mehreren Funktionswechseln:
Sportfreund Stutterich löste Sportfreund Fritsche als 2. Vorsitzenden ab.
Sportfreund Paul Melzer wurde als Kulturfunktionär eingesetzt.
Im August legte Sportfreund Erwin Werner sein Amt als Vorsitzender nieder.
Sportfreund Günter Stutterich übernahm anschließend die Funktion des Vorsitzenden.
Entsprechend dem Statut des DAV wurden auf der Jahreshauptversammlung die Sportfreunde:
Walter Stresemann
Manfred Michelchen
mit einer Urkunde für gute Arbeit ausgezeichnet.
Werterhaltung und Arbeiten an den Anlagen
Die Arbeitseinsätze dienten der Werterhaltung der Anlagen und der Vorbereitung größerer Vorhaben zur weiteren Rekonstruktion der Häfen. Durchgeführt wurden unter anderem:
Neueindeckung und Teerung des Daches am Bootsschuppen
Reparatur und Neuanstrich von Tischen und Stühlen
Erneuerung der Aufleger für die Boote sowie Anfertigung weiterer Auflagen
Materialbeschaffung für kommende Hafenbaumaßnahmen
Sommer- und Kinderfest 1964
Die gastronomische Betreuung beim Sommer- und Kinderfest wurde erstmals vollständig an den Konsum übertragen. Ob diese Regelung auch künftig beibehalten werden sollte, musste geprüft werden, da ein erheblicher Teil der organisatorischen Vorbereitung weiterhin durch die Mitglieder getragen wurde.
Wie auf den zeitgenössischen Fotografien erkennbar, stellte der Konsum einen Toilettenwagen bereit und sorgte damit für verbesserte sanitäre Bedingungen.
Der Auftakt des Kinderfestes erfolgte traditionell durch den Querpfeifen- und Trommlerzug der Verkehrsbetriebe Potsdam.
Die Kinder vertrieben sich bis zum Beginn der Veranstaltung eigenständig die Zeit mit Spielen.
Beim anschließend aufgeführten Puppenspiel lauschten die Kinder aufmerksam und verfolgten die Handlung ohne Ablenkung.
(Abgebildet: Annette Wendenburg und Mario Buchholz.)
Der Abschluss des Kinderfestes war wie gewohnt der Umzug zur kleinen Mole am Badestrand.
(Bild: Frau Wendenburg mit den Kindern Mario Buchholz, Annette und Bärbel Nocke.)
Sportliche Ergebnisse
Bei den Männern errang Peter Wendenburg in den Jahren 1960, 1962, 1963 und 1964 den Pokal des Gruppenmeisters.
Nach den geltenden Regeln wird der Pokal dauerhaft verliehen, wenn er fünfmal oder dreimal in Folge gewonnen wurde.
Weitere Gruppenmeister:
Frauen: Helene Schneider
Jugend: Schweinhuber
Ortsmeisterschaften 1964
Trotz rund 340 Mitgliedern blieb die Beteiligung an den Wettbewerben weiterhin gering, wenn auch leicht verbessert. Statistisch nahm etwa jedes sechste Mitglied teil.
Teilnehmerzahlen:
1. Durchgang: 80 Männer, 4 Frauen, 7 Jugendliche
2. Durchgang: 46 Männer, 4 Frauen, 7 Jugendliche
3. Durchgang: 46 Männer, 4 Frauen, 7 Jugendliche
Erstmals stand in diesem Jahr ein Pfingstkonzert auf dem Programm.
Neues Angelzubehör
Mit der technischen Weiterentwicklung moderner Werkstoffe erschien neues Zubehör auf dem internationalen Fachmarkt, das zunehmend auch den Anglern der Gruppe zur Verfügung stand.
1965 -
1967
Jahr 1965
Überregionale Entwicklung
Auf Initiative des polnischen Anglerverbandes wurde erstmals der Wettkampf um den „Pokal der Freundschaft“ zwischen den Anglerverbänden der sozialistischen Länder ausgetragen. Diese neue Form internationaler Zusammenarbeit fand auch innerhalb des DAV große Aufmerksamkeit.
Der Vorstand der Gruppe bestand in den kommenden Jahren aus:
- 1. Vorsitzender Günter Stutterich
- 2. Vorsitzender Ernst Frische
- 1. Kassierer Herbert Kanthack
- 2. Kassierer Gerhard Janthur
- Sportwart Hans Töpfer
- Jugendsport Manfred Michelchen
- Frauenarbeit: Herta Lange
- 1. Schriftführer Willi Babor
- 2. Schriftführer Liselotte Null
- Werterhaltung Paul Brösicke
- Massensport: Max Christian
- Revisionskommission Erich Rost, Max Pissors und Hagedorn
Die Gruppe hatte in diesen Jahren einen Mitgliederbestand von 298 Sportfreunden.
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung wurden Kurzfilme über „Aal“ und „Hecht“ gezeigt, um neue Wege der Wissensvermittlung über das Leben der Fische zu beschreiten.
Gestaltung des Gemeinschaftslebens
In der Vorstandsarbeit setzte sich zunehmend Kontinuität durch. Dies wirkte sich positiv auf das sportliche und kulturelle Leben der Gruppe aus.
Es zeigte sich, dass keine ständig neuen Beschlüsse erforderlich sind, sondern die bestehenden Regelungen konsequenter umgesetzt werden müssen.
Gleichzeitig blieb ohne die breite Mitarbeit der Mitglieder der gewünschte Erfolg begrenzt. Die Verkürzung der Arbeitszeit und der neu eingeführte 14-tägige arbeitsfreie Sonnabend schufen zusätzliche Freizeitmöglichkeiten, die auch für die Teilnahme am Angelsport genutzt werden sollten.
Ein geplanter überbezirklicher Wettkampf konnte nicht organisiert werden, da er zeitlich mit dem 3. Durchgang der Gruppenmeisterschaft kollidierte. Zudem zeigte sich, dass der KFA die Gruppe hauptsächlich dann kontaktiert, wenn Unterstützung für seine eigene Sportarbeit benötigt wird.
Gruppenmeisterschaften und sportliche Resultate
Die Beteiligung an den Durchgängen der Gruppenmeisterschaft lag noch unter dem Niveau der Vorjahre:
1. Durchgang: 60 Männer, 4 Frauen, 13 Jugendliche
2. Durchgang: 24 Männer, 0 Frauen, 1 Jugendlicher
3. Durchgang: 38 Männer, 0 Frauen, 1 Jugendlicher
Gruppenmeister im Friedfischangeln:
Senioren: Peter Wendenburg (2.955 Punkte)
Frauen: Selma Schneider (1.175 Punkte)
Jugend: Sportfreund Karzan (175 Punkte)
Die Ergebnisse machten deutlich, dass besonders im Jugendbereich Handlungsbedarf bestand. Die Erfahrungen erfahrener Angler mussten stärker an junge Sportfreunde weitergegeben werden. Ziel war es, diese als Übungsleiter zu gewinnen, damit die Jugend perspektivisch an Meisterschaften teilnehmen kann.
Turniersport
Acht Sportfreunde nahmen am Turniersport teil.
Der Wanderpokal ging mit 113,75 Punkten an Michael Brösicke.
Im Spinnerdreikampf siegte Detlef Werner (98,5 Punkte).
Bei weiterführenden Qualifikationen konnte die Gruppe nur dann antreten, wenn eine Mannschaft aus fünf Wettkämpfern vollständig besetzt werden konnte. Dies gelang nicht in jedem Jahr – weniger aus Leistungsgründen, sondern aufgrund mangelnder Teilnahmebereitschaft.
Kreismeisterschaften
Die Gruppe war in diesem Jahr für die Organisation der Kreismeisterschaften verantwortlich.
Die Auswertung auf dem Bootsplatz wurde durch Sportfreund Günter Weidemann durchgeführt.
Ergebnisse:
Werner Balke erreichte mit 3.650 Punkten den 3. Platz in der Einzelwertung.
Lisa Balke wurde mit 3.920 Punkten Kreismeisterin und anschließend Bezirksmeisterin.
Sportfreundin Herta Lange nahm im Namen der Gruppe die Auszeichnungen entgegen.
Da der bisherige Meisterpokal dauerhaft bei Peter Wendenburg blieb, stiftete Sportfreund Remmlinger einen neuen Pokal.
Für besondere sportliche Leistungen und aktive Mitarbeit wurden die Jugendlichen Michael Brösicke, Peter Knöfel und Jürgen Knöfel mit Urkunden geehrt.
Kulturelle Arbeit
Die kulturelle Arbeit entwickelte sich weiter. Filmvorträge und Kurzberichte zu Beginn von Versammlungen dienten der Information und Erwärmung der Mitglieder.
Die Jugendgruppe beteiligte sich beim Kinder- und Sommerfest mit einem kleinen Programm, was als wichtiger Schritt zu mehr aktiver Mitgestaltung gewertet wurde.
Zum Sommerfest kamen erneut rund 500 Teilnehmer. Die Aaltombola blieb der zentrale Anziehungspunkt. Ohne Aufforderung unterstützten viele Mitglieder die Sachtombola durch Spenden.
Das Herbstvergnügen musste aufgrund unzureichender Teilnahme eingestellt werden und wurde ab 1966 nicht mehr durchgeführt.
Lampionfahrt
Erstmals wurde eine Lampionfahrt veranstaltet.
Die Boote wurden mit großer Fantasie geschmückt, und der gemeinsame Umzug auf dem Schlänitzsee wurde musikalisch begleitet.
Leider existieren keine vollständigen Bilddokumentationen dieser Veranstaltung.
Werterhaltungsarbeiten
Die seit längerem geplante Elektroinstallation des Bootsplatzes wurde fertiggestellt. Damit standen den Mitgliedern für die jährlichen Bootsüberholungen elektrische Geräte zur Verfügung.
Der marode Zaun wurde durch eine massive Konstruktion ersetzt. Bis auf 25 Meter am Grundstück Schmidt war der Bootsplatz anschließend vollständig eingefriedet.
Durch Materialbeschaffung zum Schrottpreis und Eigenleistung der Sportfreunde reduzierten sich die geplanten Kosten von 1.835 Mark auf 920,60 Mark.
Auch das Anglerheim auf Parzelle 66 erhielt ein neues Erscheinungsbild. Der Giebel wurde erneuert, die Außenwände mit neuer Dachpappe verkleidet und das Gebäude innen wie außen gestrichen.
Arbeitsleistungen für die Siedlung
Zu den umfangreichsten Bauleistungen gehörte der Neubau der Brücke über den Stichkanal.
Unter Leitung von Sportfreund Paul Brösicke wurde der Brückenbau weitgehend abgeschlossen.
Sportfreund Janca klärte Finanzierung und Projektierung und beschaffte das Material über staatliche Fonds.
Zahlreiche Vorstandsmitglieder, Sportfreunde und Anwohner beteiligten sich am Bau. Die Brücke galt als Beweis, welche Leistungen durch gemeinsames Handeln möglich sind.
Der die gesamte Siedlung versorgende Brunnen wurde mit einer neuen Elektropumpe ausgerüstet, sodass eine Wasserleitung gelegt werden konnte. Da die Kapazität des Brunnens nicht ausreichte, um alle Lauben anzuschließen, wurden geplante Zapfstellen entlang der Kolonie als sinnvolle Lösung vorgesehen.
Der baufällige Anlegesteg an der kleinen Mole wurde nach einem weiteren Badeunfall abgerissen. Es handelte sich bereits um den achten Unfall durch Nichtbeachtung des Betretungsverbotes.
Gegen Jahresende mussten die Pappeln am Seehafen gefällt werden. Dadurch verzögerten sich die Pfahlarbeiten und die Reparatur der Uferbefestigung.
Für besondere Einsatzbereitschaft wurden die Sportfreunde Bünger, Rystau, Schirmer, Erich Schulz und Wendenburg gewürdigt.
Insgesamt wurden 1.215 Aufbaustunden durch 111 Mitglieder und 7 Nichtmitglieder geleistet.
Dies entspricht bei durchschnittlich 10 Stunden je Mitglied einer Beteiligung von 40 % der Gruppe.
Für Werterhaltungsmaßnahmen wurden 1.853,44 Mark eingesetzt.
Ein Großteil dieser Leistungen diente der Verbesserung des kommunalen Umfeldes und ging über die Aufgaben der Gruppe hinaus.
Jahr 1967
Jahr 1966
Allgemeine Organisation
Mit der Einladung zur Jahreshauptversammlung 1966 wurde der Arbeits- und Terminplan für das Jahr ausgegeben.
Die Vorstandsarbeit richtete sich auf die konsequente Umsetzung der bestehenden Beschlüsse.
Erstmals wurden Arbeitskomplexe gebildet, für die jeweils Gruppen von Sportfreunden verantwortlich waren. Dies stellte eine neue Form der Aufgabenverteilung dar und sollte die Arbeitsabläufe verbessern.
Aufgrund zunehmender Auseinandersetzungen mit Mitgliedern wurde die Notwendigkeit deutlich, im Vorstand einen Verantwortlichen für Rechtsfragen zu benennen.
Diese Funktion übernahm Sportfreund Hagedorn.
Um Informationsverluste beim Wechsel von Funktionen auszuschließen, wurde für jedes Mitglied eine Karteikarte angelegt. Neben Personalien wurden dort festgehalten:
Teilnahme an Arbeitseinsätzen
Teilnahme an Gruppensportveranstaltungen
Besuch der Mitgliederversammlungen
Damit entstand eine verlässliche Grundlage, um die Mitarbeit über längere Zeiträume zu bewerten. Diese Unterlagen dienen künftig auch als Basis für die Vergabe von Angelkarten, Bootsständen und Winterlagerplätzen.
Zusammenarbeit in der Siedlung
In einer gemeinsamen Beratung zwischen Genossenschaft, Gemeindevertretung, Nationaler Front und dem Vorstand konnten verschiedene offene Probleme koordiniert werden. Dazu gehörten:
Durchsetzung der Gemeindeordnung
Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs
Wasserversorgung (geplanter Anschluss an das Stadtnetz)
Zustand der Anfahrtswege und Parkflächen
Der Vortrag von Sportfreund Heinz März zum Thema „Die Elektrofischerei“ stieß im Rahmen einer Mitgliederversammlung auf große Resonanz.
In Verbindung mit bereits stattgefundenen Versammlungen wurde die endgültige Bootsplatzordnung ausgegeben.
Sportliche Ergebnisse
Gruppenmeister
Günther Link – 10.870 Punkte, Friedfischangeln Senioren
Lisa Balke – 5.810 Punkte, Frauen
Manfred Michelchen – 3.200 Punkte, Jugend
Manfred Böse – 178,95 Punkte, Spinner-Dreikampf
Dieter Schorrstedt – 155,5 Punkte, Spinner-Dreikampf Jugend
Manfred Rompf – 635 Punkte, praktisches Spinnangeln
Kreismeisterschaften (Seite 66/2)
Werner Balke erreichte den 3. Platz in der Einzelwertung.
Männermannschaft – 3. Platz:
Dietmar Buchholz
Günther Link
Manfred Michelchen
Wolfgang Schröder
Peter Wendenburg
Frauenmannschaft – 3. Platz:
Charlotte Janthur
Ursula Morgenroth
Herta Lange
Selma Schneider
Ursula Stutterich
Für Lisa Balke brachte das Jahr besonders gute Erfolge:
Sie wurde Kreis- und Bezirksmeisterin und qualifizierte sich für die DDR-Meisterschaften, konnte jedoch krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Die Resultate zeigten deutlich eine Verbesserung der sportlichen Organisation. Die Gruppe konnte im Kreismaßstab mit ihren Kadern erfolgreich bestehen.
Arbeit im Jugend- und Turniersport
Bereits im Vorjahr wurde das Ziel gesetzt, Jugend- und Turniersport stärker zu entwickeln. Dies blieb eine wichtige Aufgabe, da diese Disziplinen grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit den Sportgeräten vermitteln und insbesondere für das Raubfischangeln von Bedeutung sind.
Im Jahresbericht wurde ausführlich erläutert, worin der Turniersport besteht. Die Hauptdisziplinen waren:
1. Spinner-Zielwurf
Geworfen wird auf die Ahrenbergscheibe (Durchmesser 3,15 m, 5 Ringe, Zentrum 0,75 m).
Von fünf festgelegten Startplätzen werden jeweils zwei Würfe ausgeführt:
Seitwurf rechts – 9 m
Seitwurf links – 11 m
Überkopfwurf – 14 m
Pendelwurf – 13 m
beliebiger Wurf – 10 m
Alle Würfe erfolgen einhändig.
2. Gewicht-Skish
Geworfen wird mit einem 7,5 g schweren Gewicht auf fünf gelbe Scheiben (Ø 0,76 m), die auf einer Linie stehen.
Je Scheibe drei Würfe, insgesamt also 15.
Trefferwertung:
Wurf: 8 Punkte
und 3. Wurf: 6 Punkte
Zeitbegrenzung: 6 Minuten.
3. Spinner-Weitwurf (Seite 66/3)
Wurfbahnbreite: 20 m bei 50 m Länge.
Drei Würfe, der weiteste zählt.
Würfe außerhalb der Bahn sind ungültig.
Materialentwicklung
Durch die technische Weiterentwicklung verbesserten sich die Bedingungen für den Turniersport erheblich.
Zur Verfügung standen zunehmend:
neue Stationärrollen aus DDR-Produktion
leistungsfähige Schnüre aus Perlon, Nylon und Dacron
Vollglas- und Hohlglasruten
Jugendliche erhielten eine Spinnerlaubnis ab 12 Jahren, wenn sie im Training die Leistungsstufe III erreichten.
Arbeitsleistungen
Ein langanhaltendes Hochwasser brachte zusätzliche Aufgaben mit sich:
Reinigung des Badestrandes vom angespülten Schilf
Sicherungsarbeiten an der ausgewaschenen Uferkante
Reinigung des Bootsplatzes und der Bootsschuppen vom angeschwemmten Unrat
Diese Arbeiten kamen zu den regulären Werterhaltungsmaßnahmen hinzu.
Allgemeine Entwicklung
Auf Beschluss des Präsidiums wurden die turnusmäßigen Wahlen der Leitungen nicht wie vorgesehen 1967, sondern erst 1968 durchgeführt. Damit erfolgte eine Angleichung der Wahltermine des DAV an diejenigen des Deutschen Turn- und Sportbundes.
Mit der Einführung der Fünf-Tage-Arbeitswoche ergaben sich neue Möglichkeiten bei der Planung der Gruppenveranstaltungen, die nun auf zwei Tage verteilt werden konnten.
Gute Resonanz fanden die an den Wochenenden der Saison durchgeführten Filmveranstaltungen, an denen etwa 120 Besucher teilnahmen. Der damit verbundene Auf- und Abbau von Stühlen und Bänken verursachte allerdings einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Für zukünftige Freilichtvorführungen wurde angeregt zu prüfen, weshalb dort die gleichen Eintrittspreise erhoben wurden wie in der Stadt.
Arbeitsleistungen
Rund 55 Mitglieder beteiligten sich an der Werterhaltung der Anlagen. Dazu gehörten unter anderem:
die Säuberung des Badestrandes und des Seehafens,
die Erweiterung des Wasserleitungsnetzes,
Reparatur von Tischen und Stühlen,
das Streichen der Hälfte der neuen Umzäunung,
das Einebnen des Müllplatzes am Paddenpuhl,
die Organisation der Reparatur der Zufahrtsstraße zum Schlänitzsee.
Auf der Jahreshauptversammlung wurden aktive Mitglieder ausgezeichnet.
Für ihre weit über das übliche Maß hinausgehenden Leistungen erhielten Hans Zilm und Heinz Säuberlich eine Urkunde sowie ein Präsent.
Für herausragende Leistungen im Zeitraum 1965–1967 wurden zudem ausgezeichnet:
Erich Heine – 255 Aufbaustunden
Erich Dahms – 144 Aufbaustunden
Willi Schirmer – 127 Aufbaustunden
Sie erhielten die Aufbaunadel.
Sportliche Höhepunkte
Ein besonderer Höhepunkt des Sportjahres war die Ausrichtung der Kreismeisterschaften im Friedfischangeln des KFA Potsdam-Land. Von den 43 im Kreis bestehenden Orts- und Betriebsgruppen nahmen teil:
18 Männermannschaften
5 Frauenmannschaften
Insgesamt starteten 154 Teilnehmer, die 142,5 kg Fisch fingen.
Der organisatorische Aufwand war erheblich. Notwendig waren:
70 Sportfreunde als Kampfrichter,
8 Sportfreunde im Wiegekommando,
zahlreiche Helfer zur Reinigung der Wettkampfstrecke und zur Ausschilderung der Startplätze.
Ergebnisse im Friedfischangeln
Unsere Gruppe erreichte ausgezeichnete Resultate:
Frauenmannschaft: Kreismeister mit 4.265 Punkten
Lisa Balke: Orts-, Kreis- und Bezirksmeisterin in der Einzelwertung
Männermannschaft: 3. Platz
Werner Balke: 4. Platz in der Einzelwertung der Männer
Turniersport
Um die Wirksamkeit im Turniersport zu steigern, wurden die Mitglieder zu aktiverer Beteiligung aufgerufen. Von den 16 zu Jahresbeginn gemeldeten Turniersportlern blieb ein Kern von 10 Aktiven übrig, die auch die Ortsmeisterschaft austrugen.
Spinner-Dreikampf
Manfred Böse – 170,9 Punkte, Senioren
Michael Brösicke – 167,5 Punkte, Jugend
Bei einem kreisoffenen Turnier in Beelitz erreichte Manfred Böse im Spinner-Skish die höchste Punktzahl. Im Dreikampf der Männer belegte Manfred Michelchen den 3. Platz.
Am 21. Mai fanden die Kreismeisterschaften im Turniersport in Nudow statt.
Friedfischangeln der Jugend
Von unserer Gruppe nahmen 2 Männer und 5 Jugendliche teil.
Die Jugend erreichte:
Manfred Michelchen – Silbermedaille
Dietmar Schorrstedt – Bronzemedaille
Ortsmeisterschaften im Turniersport (23. April)
Spinner-Dreikampf – Senioren:
Manfred Böse – 170,9 Punkte
Manfred Michelchen – 149,7 Punkte
Ernst Morgenroth – 103,5 Punkte
Jugend und Schüler:
Michael Brösicke – 167,5 Punkte
Rainer Bünger – 119,3 Punkte
Rainer Michelchen – 73,5 Punkte
Ortsmeister im Friedfischangeln wurde Günter Link.
Teilnahmebewertung
Mit durchschnittlich 36 Teilnehmern an den Ortsmeisterschaften (29 Männer, 4 Frauen, 3 Jugendliche) entsprach die Beteiligung bei über 200 Mitgliedern weiterhin nicht den Anforderungen der Mitgliedschaft.
Zu den sportlich erfolgreichsten Mitgliedern zählten:
Werner Balke
Günter Link
Peter Wendenburg
Lisa Balke
sowie die Jugendlichen
Carsten Bischoff
Rainer Michelchen
Kulturarbeit
Die traditionellen Veranstaltungen wurden auch 1967 durchgeführt, wobei das Sommerfest mit seiner umfangreichen Vorbereitung im Mittelpunkt stand. Die Lampionfahrt auf dem Schlänitzsee erfreute sich erneut einer sehr guten Beteiligung.
1968 -
1969
Jahr 1968
In der Wahlperiode 1968 bis 1969 setzte sich der Vorstand des Vereins wie folgt zusammen:
- 1. Vorsitzender Günter Stutterich
- 2. Vorsitzender Ernst Frische
- 1. Kassierer Herbert Kanthack
- 2. Kassierer Gerhard Janthur
- Sportwart Hans Töpfer
- Jugendsport Manfred Michelchen
- Massensport Max Christian
- 1. Schriftführer Willi Babor
- 2. Schriftführerin Liselotte Null
- Frauenarbeit Herta Lange
- Werterhaltung Paul Brösicke
- Revisionskommission Erich Rost, Max Pissors und Hagedorn
Die Gruppe verfügte im Jahr 1968 über einen Bestand von 320 Mitgliedern. Erstmals wurde in der DDR der „Pokal der Freundschaft“ ausgetragen, dessen Premiere in Schwedt stattfand. Zur organisatorischen Entlastung und zur Förderung der Jugendarbeit beschloss der Kreisfachausschuss (KFA) die Bildung von Arbeitsgruppen. Ziel war die Durchführung der Vorrunden zur Kreismeisterschaft auf Ebene dieser Arbeitsgruppen sowie die gemeinsame Organisation sportlicher Veranstaltungen wie Pokalvergleiche und Volksangeltage. Die Gruppe Schlänitzsee wurde der Arbeitsgruppe 6 (AG 6) zugeordnet, der außerdem Krampnitz, Marquardt, Grube-Leest, Kolonie Zern, Groß-Glienicke und Uetz angehörten.
Die seit Jahren laufenden Arbeiten zur Uferbefestigung im Stichkanal kamen weiterhin nur langsam voran. Trotz freiwilliger Mehrarbeit einiger Sportfreunde blieb der Fortschritt gering, da die Pfähle per Handramme gesetzt werden mussten – eine arbeitsintensive und zeitaufwändige Methode. In mehreren Jahren waren so lediglich etwa 25 Meter Uferlinie befestigt worden.
Sportlich erzielte die Gruppe gute Ergebnisse. Im Friedfischangeln sicherten sich Werner Balke (4.738 Punkte), Lisa Balke (3.230 Punkte) sowie Rainer Michelchen (1.825 Punkte, Jugend) die Titel der Gruppenmeister. Bei den Kreismeisterschaften waren die Mannschaften sowohl im Turniersport als auch im sportlichen Angeln erfolgreich vertreten. Besonders hervorzuheben ist Lisa Balke, die Kreismeisterin im Einzel wurde und sich für die Bezirksmeisterschaften qualifizierte. In Ferbellin erreichte sie dort den zweiten Platz. Die Meisterschaften hatten erneut den Charakter eines großen Volksfestes, geprägt von vielen Aktiven, Kampfrichtern, Helfern und zahlreichen Zuschauern aus den Nachbargruppen.
Der Jahresabschluss dokumentierte umfassend alle Veranstaltungen und Aktivitäten des Jahres. Um für das Sommerfest nicht länger in größerem Umfang Gartenmöbel ausleihen zu müssen, wurden sieben Tische und sechzig Gartenstühle aus Phöben angeschafft. Für die Wettkampfmannschaften kaufte die Gruppe fünf Meter lange unberingte Teleskopruten. Die Einnahmen des Sommerfestes stammten wie gewohnt aus Eintrittsgeldern und der Aaltombola. Die Rentnerweihnachtsfeier fand erneut in der Anglerklause statt. In den Kosten für Kreis- und Bezirksmeisterschaften waren Startgebühren sowie die Benzinauslagen für Sportfreunde enthalten, die den Transport der Wettkämpfer übernommen hatten.
Im Jahr 1969 wurden die sportlichen Aktivitäten erneut mit dem Kern der aktiven Sportfreunde durchgeführt. Beim Eröffnungsturnier in Nudow konnten keine Platzierungen erreicht werden; zwei Sportfreunde belegten lediglich jeweils einen dritten Platz in Einzeldisziplinen des Dreikampfes. Für seine kontinuierlichen Leistungen erhielt Manfred Böse die Ehrennadel des DAV in Bronze.
Die Gruppenmeister des Jahres kamen aus verschiedenen Disziplinen des Friedfischangelns und des Turniersports, wobei Gerhard Janthur, Lisa Balke und Rainer Bünger in der Kategorie Friedfischangeln sowie mehrere Sportfreunde im Turniersport führende Ergebnisse erzielten. Auf Kreisebene wurde Reiner Michelchen Kreismeister im Turniersport, und die Frauenmannschaft errang den Kreismeistertitel im Friedfischangeln. Lisa Balke wurde zusätzlich Kreismeisterin im Einzel. Bei der Vorrunde zur Bezirksmeisterschaft belegte die Männermannschaft den dritten, die Frauenmannschaft den zweiten Platz; Lisa Balke erreichte im Einzel ebenfalls Rang zwei.
Im kulturellen Bereich fanden erneut Veranstaltungen statt, darunter das Sommerfest mit über 400 Besuchern. Trotz ungünstiger Witterung wurden Filmvorführungen organisiert, jedoch mussten die Lampionfahrt und Teile des Sommerprogramms abgesagt werden. Die Aaltombola konnte fortgeführt werden, brachte aber wetterbedingt geringere Erträge. Für die zukünftige Kulturarbeit wurde beschlossen, weniger besuchte Veranstaltungen wie die Lampionfahrt und das Pfingstkonzert künftig aus dem Programm zu nehmen. Parallel liefen Verhandlungen mit der Gemeinde zur Errichtung einer Kleingaststätte in der umzubauenden Jugendbaracke mit geplanter Inbetriebnahme im Jahr 1970. Zudem wurden beim KFA erneut finanzielle Mittel für den weiteren Ausbau der Häfen beantragt, jedoch ohne Antwort.
Bei den Angelberechtigungen bestanden weiterhin unterschiedliche Kartenarten für DAV-Gewässer, Raubfisch- und Salmonidenangeln sowie für Produktionsgewässer, die im Umfeld der Siedlung dominierten. Ab 1970 sollten die gewässerbezogenen Regelungen direkt auf den Angelkarten aufgedruckt erscheinen; erste Einschränkungen, wie die Nutzung des Krampnitzsees nur für Anlieger, wurden eingeführt. 1971 wurde die Nuthe in den Gewässerbestand aufgenommen.
Im Bereich der Arbeitsleistungen wurden zahlreiche regelmäßige und zusätzliche Aufgaben durchgeführt, etwa die Säuberung des Badestrands, die Pflege der Wettkampfstrecken und die Vorbereitung des Bootsplatzes. Darüber hinaus wurden größere Projekte umgesetzt, darunter der Bau einer festen Tanzfläche, die Installation eines Lichtmastes inklusive Verkabelung, das Fällen der Pappeln am Seehafen sowie die Fertigstellung der Betonplatte für einen geplanten Geräteschuppen. Insgesamt leisteten 100 Mitglieder rund 1.500 Aufbaustunden, zusätzlich zu 300 Stunden für das Sommerfest. Die umfangreichen Baumaßnahmen führten zu Ausgaben von 12.717 Mark bei Einnahmen von 9.147 Mark.
Jahr 1969
1970 -
1971
Jahr 1970
In der Wahlperiode 1970-1971 bestand der Vorstand aus:
- 1. Vorsitzender Willi Babor
- 2. Vorsitzender Herbert Kanthack
- Hauptkassierer Bernhard Bünger
- Turniersportwart Manfred Böse
- 1. Sportwart Ernst Morgenroth
- 2. Sportwart Manfred Rompf
- 1. Jugendsportwart Michael Brösicke
- 2. Jugendsportwart Rainer Bünger
- Frauensport Lisa Balke und Herta Lange
- 1. Kulturwart Paul Melzer
- 2. Kulturwart Hans Zilm
- 3. Kulturwart Kurt Schlecht
- Sportwart AG 6 Günter Wehrstedt
- Werterhaltung Paul Keller und Ernst Frische
- 1. Schriftführer Liselotte Null
- 2. Schriftführer Rudi Graf
- Gewässerwart Dieter Buchholz, Fritze Zeising und HeinzCuno
- Bootshafenwart-See Harry Adam
- Stichkanal Erich Schulz
- Revisionskommission Erich Rost, Ernst Schröter und MaxPissors
Im Jahr 1970 fand in Vetschau der V. Verbandstag des DAV statt. Die Gruppe zählte 298 Mitglieder. Die im Vorjahr gesteckten Ziele – sportliche Entwicklung, Kulturarbeit, Werterhaltung, Mitgliedergewinnung, insbesondere von Jugendlichen und Frauen, sowie die Ausbildung neuer Übungsleiter – wurden von einem Großteil der Mitglieder aktiv unterstützt. An der Jahreshauptversammlung nahmen 160 Mitglieder teil.
Der Vorstand hielt regelmäßige monatliche Sitzungen ab, in denen die Organisation der Veranstaltungen festgelegt wurde. Für eine bessere Arbeitsstruktur wurden Funktionspläne für alle Bereiche erarbeitet, sodass Aufgaben klar zugeordnet waren. Da zentrale Funktionen doppelt besetzt waren, war eine kontinuierliche Arbeit möglich. Zudem beteiligte sich die Gruppe erneut an den Ratssitzungen der Gemeinde, um die Versorgung des Ortsteils Schlänitzsee gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Einrichtungen mitzugestalten.
Die Kulturarbeit verlief erfolgreich. Das Kulturhaus konnte im September eröffnet werden und erhielt bei der Abnahme durch die Hygieneinspektion ein sehr positives Urteil. Die Familie Melzer führte die Bewirtschaftung und organisierte in den ersten sechs Wochen zwei Skatturniere; ein weiteres fand in der „Anglerklause“ statt. Für 1971 wurden jedoch neue Bewirtschafter benötigt. In der Urlaubszeit wurden elf Freilichtfilmveranstaltungen durchgeführt, die rund 950 Besucher verzeichneten.
Sportlich wurden die besten Mitglieder der Gruppe in verschiedenen Wettbewerben ermittelt. Unter anderem erreichten Werner Balke (Senioren), Lisa Balke (Seniorinnen), Rainer Michelchen (Jugend), Siegmar Stage (Schüler) sowie Manfred und Rainer Michelchen im Spinner-Dreikampf Spitzenwerte. Bei den Kreis-Meisterschaften errang die Männermannschaft den Sieg, ebenso die Frauen- und Schülermannschaft. Rainer Michelchen belegte den zweiten Platz im Jugend-Einzel. Die Männermannschaft setzte sich aus Werner Balke, Manfred Böse, Dietmar Buchholz, Günter Link und Peter Wendenburg zusammen.
Im Turniersport nahmen Sportfreunde an mehreren regionalen Wettkämpfen teil. Beim Spinnangeln gingen jedoch trotz ausgegebener Karten zu wenige Teilnehmer an den Start. Zudem wurde der Sacrow-Paretzer-Kanal auf der gepachteten Strecke als offizielle Wettkampfstrecke des DAV ausgewiesen. Dafür errichtete die Gruppe auf dem Bootsplatz einen Geräteschuppen und übernahm organisatorische Aufgaben bei Meisterschaften.
Neben den laufenden Pflegemaßnahmen wie der Instandhaltung des Badestrands, Arbeiten an der Wettkampfstrecke und am Bootsschuppen wurden rund 200 Arbeitsstunden geleistet. Der Schwerpunkt der Arbeit lag jedoch in der Fertigstellung des Kulturhauses. Die geplanten 1.750 Stunden wurden deutlich übertroffen; insgesamt erbrachten die Sportfreunde 2.500 Stunden. Viele Mitglieder stellten Material und handwerkliche Arbeiten zur Verfügung, darunter elektrische Anlagen, Sanitärinstallation, Thekenbau, Farben, Türen, Holzarbeiten und weitere Ausstattungsdetails. Unterstützt wurde die Gruppe zudem durch verschiedene Betriebe.
Jugendliche und Schüler beteiligten sich ebenfalls engagiert an allen Arbeitsvorhaben. Der Beschluss, dass jeder Sportfreund seinen Bootstand in Ordnung zu halten hat, blieb weiterhin verbindlich. Die Hafenwarte waren angewiesen, verwahrloste Stände dem Vorstand zu melden.
Jahr 1971
Mit der Inbetriebnahme des Kulturhauses konnte die Gruppe die Lebensbedingungen in der Kolonie weiter verbessern. Das Haus bot in der Sommersaison (1. April–31. Oktober) eine gute gastronomische Versorgung und eine ansprechende Freizeitgestaltung. Die Bewirtung erfolgte durch Marlene Schmidt, unterstützt von ihrem Mann sowie von Frau Sauer („Martchen“). Der Preisskat erfreute sich großer Beliebtheit und wurde im Winter in der „Anglerklause“ weitergeführt.
Auch das Sommerfest war erneut ein Höhepunkt, organisiert unter der Leitung von Paul Melzer. Parallel dazu wurde am Kulturhaus weitergearbeitet: Der Toilettenanstrich wurde abgeschlossen, ein Leergutschuppen angebaut, das Dach neu mit Pappe gedeckt und die Außenanlagen weiter gestaltet. Auf dem Bootsplatz wurde der Materialschuppen fertiggestellt und das Bootshaus ausgebessert. Einige Sportfreunde leisteten darüber hinaus freiwillige Arbeiten, darunter die Uferböschung an der Brücke, der Bau neuer Bänke, Reparaturen von Gartenstühlen und die Beschilderung der Kolonie samt Übersichtstafel. Ein neues Toilettenhäuschen wurde ebenfalls errichtet. Insgesamt wurden 1.100 Arbeitsstunden für die Werterhaltung erbracht.
Im sportlichen Bereich wurde erstmals ein Pokalvergleich mit den Nachbargruppen Grube-Leest, Kanalbrücke, Marquardt und Schlänitzsee eingeführt. Die Mannschaften der Männer, Frauen und weiblichen Jugend gewannen drei der vier Pokale; die männliche Jugend wurde wegen eines untermaßigen Fisches disqualifiziert. Der Pokalvergleich soll fortgeführt werden. Die Teilnahme am Turniersport blieb trotz ausgegebener Raub- und Turnierkarten gering. Zur praktischen Qualifikation der Teilnehmer wurde erneut eine Ausbildung für die Raubfischberechtigung durchgeführt.
Die Männermannschaft erreichte nach gewonnenen Vorkämpfen den 2. Platz bei der Bezirksmeisterschaft im sportlichen Angeln. Lisa Balke qualifizierte sich bis zur Vorrunde der DDR-Meisterschaft. Bei den Kreismeisterschaften in Beelitz belegte die Schülermannschaft den 2. Platz. Bei den Kreismeisterschaften im Turniersport erreichten Rainer Michelchen, Helgo Bringezu, Siegmar Stage und Thomas Wendenburg mehrere zweite und dritte Plätze; die Schülermannschaft wurde insgesamt Zweiter hinter Beelitz. Die Gruppenmeister 1971 wurden in acht Kategorien ermittelt.
Besondere Leistungen aktiver Sportfreunde wurden durch Sachpreise gewürdigt. Eine vom Vorstand organisierte Schulung zum Befähigungsnachweis für Sportboote fand in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei statt; alle 72 Teilnehmer bestanden die Prüfung erfolgreich.
Eine kommunale Kommission, an der auch Vertreter der Gruppe beteiligt waren, begann mit der Bewertung der in Gemeindeverwaltung befindlichen Westgrundstücke. Für jede Parzelle wurden Zustand von Laube und Baumbestand erfasst und der ermittelte Wert auf ein Sperrkonto eingezahlt, um eine geregelte Nutzung zu ermöglichen. Im Jahr 1971 wurden zehn Grundstücke geschätzt; für 1972 sind fünfzig weitere vorgesehen, womit sich ein längerfristiger Abschluss des Verfahrens abzeichnet.
1972 -
1973
Jahr 1972
Im Jahr 1972 bestand der Vorstand der Gruppe aus:
- 1. Vorsitzender Willi Babor
- 2. Vorsitzender Herbert Kanthack
- 1. Kassierer Manfred Rompf
- 2. Kassierer Gerhard Janthur
- Kulturhaus Gerhard Janthur
- Wettkampfsport Manfred Böse
- Freizeitsport Ernst Morgenroth und Horst Schröder
- Jugendarbeit Michael Bösicke und Rainer Bünger
- Frauenarbeit Lisa Balke und Herta Lange
- Sportwart AG6 Günter Wehrstedt
- Werterhaltung Paul Keller und Willi Schirmer
- 1. Schriftführer Liselotte Null
- 2. Schriftführer Rudi Graf
- Stichkanal Erich Schulz
- Gewässerwarte Fritz Zeising und Heinz Cuno
- Bootshafenwart Harry Adam
- Revisionskommission Erich Rost, Ernst Schröter und Max Pissors.
Der Mitgliederbestand betrug zu diesem Zeitpunkt 298 Personen.
Die im Jahressportplan enthaltenen Aufgaben waren gleichzeitig Bestandteil des sozialistischen Wettbewerbs der 47 Gruppen des Kreises Potsdam. Durch kontinuierliche und termingerechte Berichterstattung sowie vollständige Nachweisführung beim KFA erreichte die Gruppe einen beachtlichen sechsten Platz. Da ausschließlich an Produktionsgewässern geangelt wurde, hatte diese Platzierung unmittelbare Bedeutung für die Zuteilung der Produktionsangelkarten. Für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit erhielt die Gruppe zudem eine Geldprämie von 80 Mark. Die Beitragssätze blieben stabil, ebenso die Preise für Liegeplätze und Wintereinlagerung, die seit 1970 unverändert waren. Zusätzlich zur Produktionsangelkarte musste weiterhin die DAV-Marke erworben werden.
Ein zentraler Höhepunkt des Jahres war wie in früheren Jahren das Kinderfest, das gemeinsam mit dem Sommerfest den größten organisatorischen Aufwand darstellte. Über 100 Kinder nahmen daran teil, während das Sommerfest bis zu 500 Sportfreunde, Familienangehörige und Gäste anzog. Die Vorbereitung umfasste zwei Vorstandssitzungen und eine Mitgliederversammlung, in denen das Programm festgelegt sowie der Personalbedarf geplant wurde. Für die organisatorische Durchführung konnten sieben Helferinnen und Helfer gewonnen werden, die in der Siedlung Listen führten, Kinder anmeldeten, Spenden sammelten und Eintrittsgelder für Kinder von Nichtmitgliedern erfassten. Die Sammlung brachte insgesamt 1.051 Mark ein. Ergänzend bestand die Möglichkeit, weitere Kinder in der Anglerklause beim Sportfreund Bein nachzumelden.
An mehreren Sonntagen vor dem Kinderfest fanden Arbeitseinsätze statt. Dabei wurden der Bootsplatz gemäht, Boote umgelagert, die Tanzdiele aufgebaut, Tische und Stühle gereinigt und kleine Reparaturen ausgeführt. Für den Ablauf des Festes kamen weitere Helfer hinzu, darunter Sportfreund Hörisch mit dem Kasperletheater und Sportfreund Rista als „Onkel Pelle“. Das Kinderfest begann um 15 Uhr auf dem Bootsplatz und endete um 19 Uhr mit einem Fackelzug durch die Kolonie. Anschließend startete um 19.30 Uhr das Sommerfest. Musikalisch begleitet wurde der Tag durch Sportfreund Götz, die Familie Löwe, „Audi“ mit dem Akkordeon, „Schorsch“ mit der Gitarre und Sportfreund Nerlich auf dem Schifferklavier. Jedes Kind, das an einer Spielstation teilnahm, erhielt einen Preis. Besonders beliebt waren Eierlaufen, Sackhüpfen, Würfelspiel und für die Älteren das Luftgewehrschießen, beaufsichtigt von Günter Wehrstedt und Manfred Rompf. Kuchen und Kakao stifteten die Bäcker Reichert und Fiedler.
Neben den Festen gehörten die Freilichtfilmvorführungen zum festen Sommerprogramm. Insgesamt elf Vorstellungen wurden von rund 950 Personen besucht. Manche Sportfreunde versuchten jedoch, die Eintrittsgebühr zu umgehen und sahen als Zaungäste zu. In den Wintermonaten etablierten sich Skatveranstaltungen als beliebte gesellige Treffen, die regelmäßig von 18 bis 24 Teilnehmern sowie Gästen aus benachbarten Gruppen besucht wurden. Um die Aaltombola abzusichern, mussten die beteiligten Sportfreunde an zwei Tagen zum Fischen fahren.
Die Pflegemaßnahmen am Badestrand, an Bootsschuppen und weiteren Bereichen führten zu 200 Arbeitsstunden. Ein deutlich größerer Anteil der geleisteten 2.500 Stunden entfiel jedoch auf die Arbeiten am Kulturhaus. Dort wurden unter anderem Fenstergitter und Tore durch Sportfreund Sponholz gefertigt, Bootswinden durch die Sportfreunde Woithe montiert und die Fußgängerbrücke repariert. Der Bootsplatz wurde kontinuierlich von Sportfreund Dietmar Buchholz gemäht. Für die Werterhaltung wurden 1.028 Mark aufgewendet, und die geplante Verpflichtung von 1.750 Stunden wurde weit übertroffen.
Sportlich verlief das Jahr erfolgreich. In der Vorrunde zur Kreismeisterschaft konnten die Mannschaften der Männer, Frauen und männlichen Jugend Siege erzielen. Lisa Balke erreichte in der Einzelwertung den ersten Platz, Werner Balke den zweiten. Die Kreismeisterschaft im sportlichen Angeln wurde von der Gruppe ausgerichtet, wobei die Mitglieder durch gründliche Vorbereitung und Durchführung positiv hervortraten. Bei den eigenen Gruppenmeisterschaften erzielten Werner Balke (Senioren), Lisa Balke (Senioren), Helgo Bringezu (Jugend), Siegmar Stage (Schüler), Annette Wendenburg (Schüler) und Ernst Morgenroth (Spinnangeln) die jeweils besten Ergebnisse.
Im Turniersport zeigte sich eine deutliche Leistungssteigerung, was vor allem der intensiven Arbeit von Sportfreund Manfred Böse zu verdanken war. Bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade gewann Annette Wendenburg die Goldmedaille. Beim Kreisturnier in Beelitz wurden zahlreiche vordere Platzierungen erreicht, darunter der Kreismeistertitel für Rainer Bünger im Spinner-Dreikampf.
Auch das Pokalangeln verlief erfolgreich: Alle vier Pokale gingen an die Gruppe, die der Männer-, Frauen- und Mädchenmannschaft bereits zum zweiten Mal. Eine weitere wichtige Veränderung betraf den Zugang zu hochwertigem Angelgerät. Unterstützungen durch Kreis- oder Bezirksleitungen entfielen, sodass Anschaffungen künftig ausschließlich über Fachgeschäfte möglich waren. Für Wettkampfteilnehmer bot der BFA jedoch weiterhin die Möglichkeit, Ausrüstung zu angemessenen Bedingungen zu erwerben. Die Jugendarbeit wurde zunehmend eigenständig organisiert, getrennt von den Veranstaltungen der Senioren, um engagierte Betreuer gezielt einsetzen zu können und so die Erfahrungen erfahrener Sportfreunde an den Nachwuchs weiterzugeben.
Im Jahr 1973 verzeichnete die Gruppe einen Mitgliederbestand von 283 Sportfreunden. Die Aufgaben des Jahres wurden durch Beschluss der Mitgliederversammlung im Jahressportplan übersichtlich festgelegt und dienten als Grundlage für alle organisatorischen und sportlichen Aktivitäten.
Arbeiten an Anlagen und Hochwasserschäden
Wie in jedem Jahr verursachten Hochwasser und Stürme zusätzliche Schäden an den vereinseigenen Anlagen. Diese Reparaturen mussten kurzfristig ausgeführt werden und brachten neben dem regulären Arbeitspensum zusätzliche Kosten mit sich. Besonders die Sportfreunde Lorenz und Melzer zeichneten sich durch ihre zuverlässige und unmittelbare Organisation und Durchführung dieser Arbeiten aus.
Sommerfest und Kinder- und Jugendsportfest
Das Sommerfest war erneut einer der Höhepunkte des Vereinsjahres. Rund 600 Teilnehmer sowie 180 Kinder und Jugendliche besuchten die Veranstaltung. Beim Kinderfest wurde erstmals ein neuer Weg beschritten: Es wurde als Kinder- und Jugendsportfest gestaltet, um junge Menschen stärker an den Angelsport heranzuführen und Interesse für den Verein zu wecken. Das Friedfischangeln erfreute sich mit 23 teilnehmenden Kindern großer Resonanz, und 19 Kinder beteiligten sich an Disziplinen des Turniersports. Ergänzend dazu wurden zahlreiche weitere Spiel- und Sportangebote bereitgestellt.
Das geplante Pfingstkonzert musste aufgrund schlechten Wetters ausfallen.
Arbeitsergebnisse und bauliche Maßnahmen
Viele Arbeiten wurden von Sportfreunden übernommen, die sich in den Versammlungen dazu verpflichtet hatten. Zu den wesentlichen Leistungen zählten:
Bau eines stationären Räucherofens durch die Sportfreunde Woithe und Anders
Erweiterung der Freifläche am Kulturhaus durch das Verlegen zusätzlicher Wegplatten
Beschaffung einer neuen Kulturhaustür durch Sportfreund Stache, gefertigt von Sportfreund Michelchen in Potsdam
Darüber hinaus wurden die Arbeiten am Kulturhaus fortgesetzt:
Errichtung und Farbanstrich eines Zaunes
Einbau einer Entlüftungshaube im Dach
Anfertigung von Fenstergittern und Gartentor durch Sportfreund Sponholz
Weitere Verlegearbeiten von Wegeplatten
Im Bootshaus wurde das erste Feld betoniert und Holz für die Erneuerung des Giebels bereitgestellt. Außerdem erhielten der Pavillon, der Werkzeugschuppen und die Fußgängerbrücke neue Schutzanstriche.
Insgesamt wurden im Jahr 1973 1.520 Arbeitsstunden geleistet, durch die die Anlagen sichtbar verbessert und erweitert wurden.
Sportliche Aktivitäten und Ergebnisse
Durchschnittlich nahmen acht Senioren und elf Jugendliche an Trainingsstunden im Turniersport sowie an der Ausbildung für die Raubfischqualifikation teil. Im Rahmen der Ortsmeisterschaft wurden folgende Gruppenmeister ermittelt:
Friedfischangeln
Werner Balke – Senioren
Lisa Balke – Senioren
Helgo Bringezu – Jugend
Annette Wendenburg – Jugend
Ines Schröder – Schüler
Turniersport
Rainer Bünger – Männer
Siegmar Stage – Jugend
Mario Buchholz – Schüler
Paul Böse – Spinnangeln
Beim Pokalvergleich mit den Nachbargruppen beteiligten sich 23 Senioren und 8 Jugendliche, sodass alle vier Mannschaften vollständig besetzt werden konnten. Im Ergebnis errang die Gruppe drei von vier Pokalen endgültig: jene der Männer-, Frauen- und Mädchenmannschaft. Der Pokal für die männliche Jugend wurde erstmals gewonnen.
Bei den Kreismeisterschaften erreichten die Mannschaften nach den Qualifikationen folgende Ergebnisse:
Männer – Platz 8
Frauen – Platz 2
Zwei Faktoren beeinflussten die Ergebnisse maßgeblich:
Nicht immer standen fünf Wettkämpfer pro Mannschaft zur Verfügung.
Mehrere Sportfreunde verfügten nicht über eine für Wettkämpfe ausreichende Ausrüstung.
Anerkennungen
Für ihre vorbildliche Mitarbeit und stellvertretend für viele weitere Engagierte erhielten folgende Mitglieder eine Buchprämie in Form eines Bücherschecks:
Harri Adam
Manfred Böse
Herbert Kaatz
Ernst Morgenroth
Liselotte Null
Ernst Schröter
Erich Schulz
Herbert Sponholz
Werner Stache
Jahr 1973
1974 -
1975
Jahr 1975
Jahr 1974
Im Jahr 1974 nahm die Gruppe am VI. Verbandstag des DAV in Berlin teil. Die Mitgliederzahl betrug 283. Alle im Terminplan vorgesehenen Veranstaltungen konnten wie geplant durchgeführt werden. Der Schwerpunkt der Jahresarbeit lag auf der Renovierung des Kulturhauses sowie dem fortgesetzten Ausbau der Bootshäfen. Trotz des intensiven Engagements einzelner Sportfreunde, insbesondere von Harry Adam, verzögerten sich die Arbeiten, da zu wenige Mitglieder an den Einsätzen teilnahmen. Insgesamt wurden nachweislich 2.100 Arbeitsstunden geleistet. Dabei zeigt die Auswertung, dass 19 Mitglieder allein 774 Stunden und damit ein Drittel der Gesamtarbeitszeit erbrachten. Dies verdeutlicht, dass die anstehenden Aufgaben seit längerer Zeit von einer kleinen Gruppe getragen werden, obwohl die Pflichtstunden aller Mitglieder ausreichen würden, um die Arbeiten gleichmäßig zu bewältigen.
Im sportlichen Bereich wurden zahlreiche Wettbewerbe ausgetragen. Die Gruppenmeistertitel gingen in den Bereichen Friedfischangeln, Spinnangeln und Turniersport an Sportfreunde aus verschiedenen Altersklassen, darunter die Familie Schröder mit mehreren Erfolgen. In den Vorrunden zur Kreismeisterschaft setzten sich die Mannschaften der Männer, Frauen und männlichen Jugend erfolgreich durch; eine weibliche Jugendmannschaft konnte mangels Teilnehmerinnen nicht gestellt werden. Bei den Kreismeisterschaften erreichten die Männer den vierten und die Frauen den zweiten Platz. In der Einzelwertung belegte Werner Balke den zweiten Platz, während Lisa Balke den Kreismeistertitel errang. Erstmalig wurde ein Vergleichskampf im Friedfischangeln mit der Betriebssportgemeinschaft des GRW Teltow durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit der Mannschaften vor den Bezirksvorrunden einzuschätzen.
Die Kulturarbeit war im Jahr 1974 durch strukturelle Veränderungen geprägt. Da die Funktion des Kulturverantwortlichen nicht besetzt werden konnte, wurde die Bildung einer Kulturkommission angestrebt, die je nach Veranstaltung Helfer einsetzt und anleitet, um die Arbeit effizienter zu gestalten. Am Ende der Saison gab Marlene aus gesundheitlichen Gründen die Bewirtschaftung des Kulturhauses auf. Die Gruppe hoffte auf eine Wiedereröffnung im folgenden Jahr, um das Kulturhaus weiterhin als kulturelles Zentrum nutzen zu können.
Ein bedeutender Fortschritt wurde durch den Abschluss des Umbaus der „Anglerklause“ erzielt. Mitglieder der Genossenschaft, die zugleich Angler waren, hatten in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit die Klause erweitert und modernisiert. Der Aufenthaltsraum von Gerhard Bein wurde dabei als zweiter Gastraum integriert, und ein vollständig neuer Sanitärtrakt entstand, der für Kleingartenlokale dieser Zeit außergewöhnlich modern war. Bis dahin war noch eine einfache Außentoilette genutzt worden. Die „Märkische Volksstimme“ würdigte den Umbau in einem Bericht am 20. Mai 1974. Mehrere erhaltene Fotos dokumentieren sowohl die neue Außenansicht als auch die Innenräume der Anglerklause.
Im Jahr 1975 traten neue Ordnungen in Kraft: die Rechtsordnung ab 5. April und die Finanzordnung ab 1. Januar setzten die Ausgaben von 1970 außer Kraft, zudem wurde die Gewässerordnung von 1973 überarbeitet und verbindlich. Auf der Jahreshauptversammlung wurden beschlossen, dass Nichtmitglieder für die Bootsstandnutzung 20 Mark zahlen müssen und die Bootsstände der Sportfreunde Mallon, Moczinski und Walter gekündigt werden, da keine Einigung erreicht werden konnte. Durch neue Umweltvorgaben der Kreise Potsdam-Stadt und -Land kam es zu Durchfahrtsverboten für Sportboote im Bereich der Wublitz.
Die Kulturarbeit litt unter fehlender Führung, konnte aber durch Einsatz der Mitglieder, besonders der Frauen, aufrechterhalten werden. Das Sommerfest war mit rund 600 Teilnehmern und 180 Kindern ein Erfolg. Auch das Pfingstkonzert im Kulturhaus sowie zehn Preisskatveranstaltungen und acht Filmfreilichtvorführungen mit 892 Besuchern wurden durchgeführt. Das Kulturhaus musste im Laufe des Jahres nach Konflikten mit den Wirtsleuten kurzfristig geschlossen werden, bis der Sportfreund Michael Brösicke mit seiner Frau die Bewirtschaftung bis Saisonende übernahm.
Die Arbeitsergebnisse zeigten zusätzliche Belastungen durch Hochwasser im Winter. Sportfreunde wie Adam, Tebner, Heinze und Raabe beseitigten frühzeitig Schäden am Seehafen und Badestrand. Ein LKW-Einsatz, organisiert von Peter Brietzke, sorgte für den Abtransport von angeschwemmtem Unrat. Fast 80 % der Uferbefestigung des Seehafens konnte fertiggestellt werden, wobei mangelhafte Arbeit und Löcher von Anwohnern zu weiteren Problemen führten. Die Straße zum Schlänitzsee wurde durch Lorenz und Melzer erneuert, und der Busverkehr an den Wochenenden konnte wieder aufgenommen werden. Die alten Weiden auf dem Bootsplatz stellten weiterhin eine Gefahr dar. Insgesamt wurden 1.685 Arbeitsstunden von 142 Mitgliedern geleistet.
Im sportlichen Bereich beteiligten sich 132 Mitglieder am Friedfischangeln, 66 am Preisangeln, 15 am Turniersport und Spinnangeln sowie 13 Paare am erstmals durchgeführten Paarangeln. Sieger des Paarangelns waren Ilse und Horst Schröder. Bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade gewannen Ines Schröder (Schülerinnen, Gold), Annette Wendenburg (Jugend weiblich, Silber) und Siegmar Stage (Jugend männlich, Silber).
Die Gruppenmeister des Jahres waren:
Friedfischangeln
Horst Schröder (Senioren)
Ilse Schröder (Senioren)
Helgo Bringezu (Jugend)
Andrea Schröder (Jugend)
Axel Neumeister (Schüler)
Ines Schröder (Schüler)
Spinnangeln
Walter Rohde
Lisa Balke
Turniersport (Dreikampf)
Michael Brösicke
Lisa Balke
Siegmar Stage (Jugend)
Die Pokalwettkämpfe mit Nachbargruppen wurden reduziert; Kanalbrücke schied aus, die Gruppen Grube–Leest und Marquardt führten den Vergleich ausschließlich mit Schlänitzsee durch. Das Preisangeln war besonders für ältere Sportfreunde beliebt, da der dreistündige Wettkampf im Boot durchgeführt wurde.
1976 -
1977
Jahr 1976
Jahr 1977
Der Vorstand in der Wahlperiode 1976-1977 bestand aus:
- 1. Vorsitzender Willi Babor
- 2. Vorsitzender Herbert Kanthack
- Kassierer Manfred Rompf
- Sportwart Ernst Morgenroth, Horst Schröder
- Jugendsport Michael Brösicke und Siegmar Stage
- 1. Schriftführer Lisa Balke
- 2. Schriftführer Liselotte Castell
- Frauenarbeit Herta Lange
- Werterhaltung Paul Keller
- Kulturarbeit Ilse Kehler und Waltraud Sawade
- Seehafenwart Harry Adam
- Stichkanal Günter Wehrstedt
- Revisionskommission Max Pissors, Willi Kiecker und Gerhard Herzog
Die Gruppe zählte 1976 285 Mitglieder. Zu Beginn des Jahres führte der Vorstand eine Analyse der Aktivitäten durch und sprach zahlreiche Mitglieder an. Dabei zeigte sich, dass 38 Mitglieder weder Beiträge noch Bootsstände zahlten, und 40 Sportfreunde aufgrund von Inaktivität keine Jahresangelberechtigung erhielten.
Im Bereich Kulturarbeit gab es bedeutende Veränderungen. Auf Weisung des Bezirksfachausschusses musste das Kulturhaus aufgrund von Unregelmäßigkeiten durch das frühere Bewirtschafter-Ehepaar Kaatsch an den Konsum übergeben werden; die veruntreuten Gelder wurden gerichtlich eingeklagt. Für die weitere Nutzung des Kulturhauses hoffte der Vorstand auf eine verlässliche Lösung, die den Anforderungen der Gruppe entspricht.
Sportlich war das Jahr stark geprägt durch zahlreiche Aktivitäten. Es fanden insgesamt 13 Sportveranstaltungen, fünf Wettkämpfe und acht weitere Angelveranstaltungen statt. Bei den Kreismeisterschaften erreichte die Frauenmannschaft mit Lisa Balke, Erika Enderling, Ursula Morgenroth, Ilse Schröder und Annette Wendenburg den dritten Platz, die Männermannschaft belegte den fünften Platz. Bei der Vorrunde zur Bezirksmeisterschaft der Jugend vertraten Ines und Andrea Schröder sowie Annette Wendenburg den Kreis Potsdam-Land. Unterstützt von zwei weiteren Mädchen aus anderen Gruppen, gewann die Mannschaft die Vorrunde und erreichte bei der Bezirksmeisterschaft den zweiten Platz.
Die Gruppenmeisterschaften 1976 zeigten die sportlichen Leistungen der Mitglieder: Im Friedfischangeln dominierten Horst und Ilse Schröder bei den Senioren, Siegmar Stage und Annette Wendenburg bei der Jugend, Axel Neumeister und Ines Schröder bei den Schülern. Im Turniersport erzielten Rainer Kropp und Ursula Morgenroth bei den Senioren, Siegmar Stage und Annette Wendenburg bei der Jugend sowie Thomas Stutterich bei den Schülern die höchsten Punktzahlen. Beim Spinnangeln waren 18 Teilnehmer am Start, jedoch konnte kein Fisch gefangen werden, sodass kein Sieger gekürt wurde. Bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade errang die Mannschaft mit Annette Wendenburg, Ines Schröder, Siegmar Stage und Axel Neumeister eine Bronzemedaille, während Annette Wendenburg in der Einzelwertung Gold und Ines Schröder Bronze gewann. Bei den Kreismeisterschaften im Friedfischangeln erreichten die Jugendmannschaften jeweils den zweiten Platz, Annette Wendenburg wurde zudem Kreismeisterin im Einzelwettkampf.
Die Arbeitsleistungen der Mitglieder waren umfangreich. Für den Seehafen wurden 140 Stoltedielen beschafft, der Ausbau vorbereitet. Die Bootsstände wurden von Harry Adam instand gehalten, die Schilfkante mit Faschinen befestigt. Schlamm, Holzreste und angeschwemmtes Schilf wurden per Hand und mit Pferdewagen entfernt. Kleine und große Bootsschuppen wurden repariert und mit Aluminiumblechen wetterfest gemacht. Am Bootsplatz wurde ein Zaun versetzt, um Platz für eine neue Trafostation zu schaffen, und zahlreiche Mitglieder waren beim Bau der Kabelgräben beteiligt. Die Elektroanlage und Feuerlöscher am Bootsschuppen wurden neu installiert, Müll abtransportiert und das Wassernetz gepflegt. Insgesamt wurden 1.700 Arbeitsstunden als gesellschaftliche Arbeit geleistet.
Bei den kulturellen Veranstaltungen zeigte sich eine positive Entwicklung. Unter der Leitung von Ilse Kehler unterstützten zahlreiche Mitglieder die traditionellen Veranstaltungen. Beim Kinderfest, an dem über 150 Kinder teilnahmen, wurden Gäste aus Chile bewirtet. Die Bereitschaft der Mitglieder, kurzfristig zu helfen, war hoch. Zudem wurde zugunsten des 6. Turn- und Sportfestes ein Basar durchgeführt, der 350 Mark einbrachte. Das Sommerfest konnte trotz der extrem trockenen Witterung unter Auflagen der Feuerwehr erfolgreich durchgeführt werden; die Sportfreunde Horst und Siegmar Stage hielten den Platz mit einer Motorspritze feucht.
Insgesamt war 1976 ein Jahr intensiver sportlicher, kultureller und gemeinschaftlicher Aktivitäten, das den Zusammenhalt der Mitglieder stärkte und sowohl sportlich als auch in der Arbeitsleistung hohe Leistungen zeigte.
Zu Beginn des Jahres wurde Sportfreund Lutz Enderling in den Vorstand kooptiert, um die Arbeit der Gruppe zu verbessern.
Das Jahr war geprägt durch die sportlichen Aktivitäten der Mitglieder. Insgesamt fanden 19 Sportveranstaltungen statt, zudem beteiligten sich die Wettkämpfer an acht Kreis- und Bezirksveranstaltungen. Die Sportwarte leisteten eine umfassende Betreuung, die zu guten Ergebnissen führte.
Bei den Kreismeisterschaften belegten die Frauenmannschaft den dritten Platz. Im Einzelwettkampf erreichte Ilse Schröder den dritten Platz, Horst Schröder belegte den fünften Platz. Die weibliche Jugend – bestehend aus Annette Wendenburg, Veronika Papke, Andrea und Ines Schröder – wurde mit 10.661 Punkten Kreismeister. Bei den Einzelmeisterschaften siegte Annette Wendenburg, während Andrea Schröder und Ines Schröder jeweils den dritten Platz belegten. Die Vorrunde zu den Bezirksmeisterschaften konnte die Mannschaft erneut für sich entscheiden, wobei Benita Reichert die Mannschaft vervollständigte, und erzielte den zweiten Platz.
Die Gruppenmeister 1977 waren im sportlichen Angeln: Peter Wendenburg und Lisa Balke (Senioren), Axel Neumeister und Annette Wendenburg (Jugend) sowie Detlef Michelchen (Schüler). Im Turniersport siegten Michael Brösicke (Senioren), Siegmar Stage (Jugend) und Annette Wendenburg (Jugend). Im Spinnangeln setzten sich Walter Rohde und Siegmar Stage (Jugend) durch. Bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade gewann die Mannschaft eine Bronzemedaille, Annette Wendenburg erhielt Gold und Ines Schröder Bronze in den Einzelwertungen.
Die Arbeitsleistungen der Mitglieder waren erneut umfangreich. Dank des Einsatzes der Sportfreunde wurden 47 Bootsstände fertiggestellt, acht weitere begonnen. Besonders aktiv waren Harry Adam (71 Stunden), Bruno Lenz (31 Stunden) und Otto Ernst (28 Stunden). Die Instandsetzung des Umkleide- und Toilettenhäuschens erfolgte durch Melzer, Plaumann und Lutz Enderling, der das Material bereitstellte. Die Betonarbeiten im großen Bootsschuppen konnten mit Unterstützung von Peter Britzke und weiteren Sportfreunden erfolgreich abgeschlossen werden. Die Jugendlichen halfen freiwillig beim Sammeln von Steinen aus der Einfahrt zum Stichkanal. Insgesamt wurden 1.500 Aufbaustunden von 100 Mitgliedern geleistet.
Auch die Kulturarbeit war gut organisiert. Für das Sommer- und Kinderfest standen 20 Helfer bereit, die rund 300 Stunden aufwendeten. Beim Kinderfest nahmen 121 Kinder teil, davon 50 an den sportlichen Disziplinen des Angelsports. Die Aaltombola brachte durch die fehlende Genehmigung zum Elektrofischen einen geringeren Erlös als in den Vorjahren. Dank der Familie Zinnow aus Grube standen wieder Reitpferde und ein Ponywagen zur Verfügung. Zusätzlich unterstützten 125 Familien und Sportfreunde die Veranstaltung durch Spenden. Unter der Leitung von Werner Stache fanden neun Skatveranstaltungen mit 195 Teilnehmern statt, Gesamtsieger war Ernst Frische. Der Pfingstfrühschoppen wurde von 200 Gästen besucht.
Mit Wirkung vom 1. September 1977 trat eine neue Wettkampfordnung in Kraft. Die Übungsleiter der Gruppe – darunter Lisa Balke, Manfred Böse, Michael Brösicke, Manfred Michelchen, Ernst Morgenroth, Horst Schröder, Siegmar Stage und Günter Wehrstedt – mussten die Mannschaften nach den neuen Bedingungen schulen. Gleichzeitig wurde die neue Raubfisch- und Salmonidenqualifikation verbindlich eingeführt.
Die Wettkämpfe wurden nach den Bestimmungen des DAV durchgeführt. Dabei werden sowohl Einzel- als auch Mannschaftsmeisterschaften in den Disziplinen Friedfischangeln, Spinnangeln, Flugangeln und Dreikampf des sportlichen Angelns ausgetragen. Für die Kreismeisterschaften sind Mannschaften und Einzelkämpfer teilnahmeberechtigt, die Sieger der Gruppenmeisterschaften sowie die Erstplatzierten der Vorrunden. Bezirksmeisterschaften folgen entsprechend, wobei ebenfalls die Platzierungen der Kreismeister zugrunde gelegt werden. Eine Mannschaft besteht aus fünf Wettkämpfern, die Platzziffernwertung wird für das Gesamtergebnis herangezogen, und die erforderliche sportärztliche Untersuchung muss vorliegen. Die Wettkampfdauer beträgt in der Regel 180 Minuten pro Durchgang, in besonderen Fällen kann sie auf 90 Minuten gekürzt werden.
Insgesamt war 1977 ein Jahr intensiver sportlicher Leistungen, umfangreicher Arbeitsleistungen am Seehafen und Bootsschuppen sowie engagierter Kulturarbeit, das erneut den Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit der Mitglieder unter Beweis stellte.
1978 -
1980
Jahr 1980
Jahr 1979
Jahr 1979
Der Vorstand des Anglervereins setzte sich in der Wahlperiode 1978–1980 wie folgt zusammen:
- 1. Vorsitzender Willi Babor
- 2. Vorsitzender Lutz Enderling
- Kassierer Roman Hütter
- Sportwart Horst Schröder
- Jugendsportwart Siegmar Stage
- Schriftführe Lisa Balke
- Freizeitsport Günter Wehrstedt
- Werterhaltung Paul Keller
- Kulturarbeit Ilse Kehler
- Seehafenwart Harry Adam
- Revisionskommission Max Pissors, Willi Kieker, Gerhard Herzog
Die Gruppe zählte 285 Mitglieder.
Verbandstag und Vorstandswahlen
Am 7. Mai 1978 fand in Schwerin der VII. Verbandstag des DAV statt, bei dem ein neues Statut verabschiedet wurde. Dieses brachte wesentliche Änderungen für die Aufgaben der Gruppen mit sich. So ist das höchste Organ der Grundorganisation die Mitgliederversammlung, die monatlich, mindestens jedoch sechsmal im Jahr zusammentritt. Alle drei Jahre erfolgen Wahlen, die Kreisdelegiertenkonferenz wählt Delegierte für Bezirks- und Kreisdelegiertenkonferenzen des DAV bzw. DTSB.
Auf Beschluss des Präsidiums sollten die Gruppenwahlen bis zum 31. Januar abgeschlossen sein. Deshalb wurden die Wahlen nicht auf der Jahreshauptversammlung durchgeführt, sondern im Rahmen einer Delegiertenkonferenz. Dabei schieden viele langjährige Funktionäre aus, es kam zu wesentlichen Änderungen im Vorstand.
Auf Vorschlag des Rates der Gemeinde wurde der stellvertretende Vorsitzende als Vertreter der Gruppe für kommunale Fragen benannt, um die Zusammenarbeit bei der Durchsetzung des Ortstatuts zu fördern.
Infrastruktur und Versorgungsleistungen
Die Siedlung Schlänitzsee wurde an das städtische Wassernetz angeschlossen, womit der alte Brunnen stillgelegt wurde.
Das Kulturhaus musste gemäß Festlegung des Bezirksfachausschusses des DAV an den Konsum übergeben werden. Die Bewirtschaftung wurde jedoch bald wieder eingestellt, sodass das Haus künftig für Beratungen, Schulungen und Veranstaltungen genutzt werden soll.
Sportliche Aktivitäten
Die sportlichen Veranstaltungen prägten erneut das Vereinsleben. Es wurden 14 Veranstaltungen durchgeführt, an denen sich 85 Mitglieder beteiligten:
31 Mitglieder besuchten eine Veranstaltung
24 Mitglieder besuchten zwei Veranstaltungen
18 Mitglieder nahmen an drei bis fünf Veranstaltungen teil
12 Mitglieder an sechs bis acht Veranstaltungen
Die Mädchenmannschaft mit Benita Reichert, Veronika Papke, Ines Schröder und Annette Wendenburg nahm an den Kreismeisterschaften am 27. April an der Nuthe in Saarmund teil. Trotz Regen und Kälte wurde der Titel des Kreismeisters errungen. Annette Wendenburg (weibliche Jugend) und Ines Schröder (Schüler weiblich) wurden zudem Einzelkreismeisterinnen.
Bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade trat eine komplette Mannschaft mit Uwe Brietzke, Frank Müller, Frank Jost, Ines Schröder, Annette Wendenburg und Olaf Heinze an und gewann die Goldmedaille. In der Einzelwertung erhielt Ines Schröder Silber und Annette Wendenburg Gold.
Zur Vorrunde der Bezirksmeisterschaften der Jugend konnte keine vollständige Mannschaft entsendet werden, und Annette Wendenburg konnte sich in den Einzelmeisterschaften nicht platzieren.
Gruppenmeister 1978:
Sportliches Angeln: Peter Wendenburg (Senior), Ilse Schröder (Seniorin), Frank Müller (Jugend), Veronika Papke (Jugend), Andreas Michelchen (Schüler), Ines Schröder (Schülerin)
Turniersport: Manfred Michelchen (Senior), Ursula Morgenroth (Seniorin), Rainer Jost (Jugend)
Einschränkungen im Angelbereich
Die Wublitz wurde als Vogelschutzgebiet gesperrt, Schlänitzsee konnte nicht beangelt werden.
Einführung von Teilstreckenkarten („T“ = Teilstrecke, „F“ = Friedfisch, „R“ = Raubfisch), die Wublitz und Schlänitzsee nicht enthielten.
Die Gruppe beantragte bei der PWF die Beangelung des Schlänitzsees als Anlieger, erhielt jedoch bis zur Jahreshauptversammlung keine Antwort.
Schüler zwischen 12 und 14 Jahren können auf Antrag die Raubfischqualifikation erhalten, sofern sie aktiv an Training und Wettkämpfen teilgenommen haben.
Arbeitsleistungen
Im Dezember 1977 wurden 16 Tonnen Stoltedielen angeliefert und unter Leitung von Harry Adam sowie den Sportfreunden Babor und Stutterich entladen. Hoher Wasserstand erschwerte die Arbeiten am Seehafen, dennoch wurden die Bootsstände weitergebaut. Besonders aktiv waren Großmann (31 Stunden), Lenz (25), Posner (21), Kötelhöhn (18), Horst Schröder (18), Kittler (15) und Günter Schmidt (15).
Auf dem Bootsplatz wurden sechs alte, verfaulte Boote entfernt. Die Einfahrt zum Stichkanal konnte wegen Hochwassers zunächst nicht freigemacht werden. Paul Brösicke forderte die Neueinmessung der Bootsstände nach aktuellen Maßen, unterstützt von Stache und Lenz. Insgesamt wurden 1.650 Aufbaustunden geleistet.
Kulturarbeit
Unter Leitung von Werner Stache fanden die traditionellen Skatveranstaltungen mit 211 Teilnehmern statt, Spitzenreiter waren Ernst Frische, Roman Hütter und Werner Stache.
Für das Sommer- und Kinderfest wurden 980 Mark durch Spenden gesammelt. Helferinnen und Helfer unterstützten bei der Organisation, Spielvarianten, Kindertanz und Lampionumzug. Stellvertretend wurden Ilse Schröder, Ursula Rindfleisch, Ernst Morgenroth und Michael Brösicke genannt.
Gaststätte
Die Anglerklause erhielt 1978 eine neue Bewirtschaftung: Friedel Bernstein übergab sie im März an die Familie Liebzeit. Damit stand wieder eine ganzjährige Gaststätte für die Mitglieder zur Verfügung. In den Wintermonaten werden weiterhin Preisskatveranstaltungen durchgeführt.
Die Frauen führten monatlich gemeinsame Feiern durch, die eine wichtige soziale Komponente der Vereinsarbeit bildeten.
Winter 1978/1979
Der Übergang ins Jahr 1979 brachte einen strengen Winter. Die geplante Silvesterfeier in der Klause musste wegen Blitzeis und Schneefall unterbrochen werden. Am Morgen lagen über 50 cm Schnee, zahlreiche Regionen Mecklenburgs waren ohne Versorgung. Dennoch konnte der See zum Eisangeln genutzt werden.
Im Jahr 1979 feierte der DAV seinen 25. Jahrestag am 13. Mai. Anlass war auch für die Gruppe, die Leistungen der Mitglieder der vergangenen 25 Jahre zu würdigen. Bei der Mitgliederversammlung im Mai wurden 35 besonders aktive Sportfreunde geehrt, die wesentlich zur sportlichen Entwicklung der Gruppe beigetragen hatten. Sportfreund Paul Brösicke erhielt die Ehrennadel des DAV in Bronze.
Sportliche Aktivitäten
Das Vereinsleben wurde erneut wesentlich durch die sportlichen Aktivitäten geprägt.
Bei den Kreismeisterschaften im Friedfischangeln nahmen Männer- und Frauenmannschaften teil, beide erreichten den 5. Platz.
Im Einzelwettkampf belegte Ilse Schröder den 5. Platz, Peter Wendenburg erreichte den 3. Platz.
Beim Spinnangeln starteten Manfred Michelchen (Senior) und Detlef Michelchen (Jugend), es wurden jedoch keine Fische gefangen, sodass keine Platzierungen vergeben wurden.
Aufgrund fehlender Mannschaften konnte die Gruppe weder am sportlichen Angeln noch an der Spartakiade der Jugend und Schüler teilnehmen. Die Ursachen lagen in der geographischen Verteilung der Jugendlichen (Berlin und Umgebung), in Terminkollisionen mit anderen Sportorganisationen und in fehlender Verfügbarkeit der Eltern.
Die Ortsmeisterschaft im Turniersport konnte ebenfalls nicht ausgetragen werden, da keine Wettkämpfer erschienen.
Gruppenmeister 1979:
Sportliches Angeln: Michael Brösicke (Senior), Ilse Schröder (Seniorin), Detlef Michelchen (Jugend), Ines Schröder (Jugend), Jens-Erik Paape (Schüler), Ute Kalde (Schülerin)
Kulturarbeit
Das Sommer- und Kinderfest wurde erneut von rund 20 Helfern organisiert. Insgesamt wurden etwa 300 Stunden für die Vorbereitung und Durchführung aufgewendet. Über 120 Kinder nahmen teil, davon 50 Schüler und Jugendliche an den sportlichen Disziplinen des Angelsports.
Sportfreundin Ilse Kehler leitete das Fest und sorgte mit ihren Helfern für einen reibungslosen Ablauf von Spielen wie Topfschlagen, Autorennen oder Bastelaktionen. Die Frau von Sportfreund Raabe betreute seit vielen Jahren die Bastelstraße, die Kinder konnten dort kleine Kunstwerke gestalten.
Besondere Unterstützung erhielt die Gruppe von der Familie Zinnow aus Grube, die Pferde und Ponywagen für die Kinder bereitstellte. Weitere 125 Familien und Sportfreunde unterstützten das Fest finanziell, obwohl sie keine eigenen Kinder teilnahmen.
Die traditionellen Skatveranstaltungen wurden erneut unter Leitung von Werner Stache neunmal durchgeführt, mit insgesamt 195 Teilnehmern. Gesamtsieger war Sportfreund Ernst Frische. Am Pfingstfrühschoppen nahmen 200 Gäste teil.
Regelungen und Angelberechtigungen
Durch den Bezirksfachausschuss (BFA) wurde festgelegt, dass jedes Mitglied eine DAV-Angelberechtigung zum vollen Preis erwerben muss. Ohne sportärztliche Untersuchung im Angelausweis dürfen Wettkämpfer nicht starten; dies ist auch für den Versicherungsschutz beim individuellen Angeln erforderlich. Die Untersuchung kann von jedem Arzt eingetragen werden.
Mit 285 Mitgliedern, darunter 65 Rentner und 30 Jugendliche, erhielten nur 30 Mitglieder die 5-Mark-Karte, was zu Diskussionen führte. Die Verteilung der Karten erfolgt nach der Beteiligung der Gruppen im Wettbewerb. Da die Gruppe ihre Ergebnisse nicht ausreichend belegen konnte, belegte sie in diesem Jahr den letzten Platz bei der Kartenverteilung.
Arbeitsleistungen
Die Mitglieder leisteten umfangreiche Arbeiten:
Rekonstruktion des Seehafens: 286 Stunden, dabei wurden 40 m Schilfkante befestigt
Sommer- und Kinderfest sowie Bootsschuppen: 455 Stunden
Straßenausbesserung mit Schlacke: 300 Stunden (Anfuhr organisiert durch Sportfreund Franke)
Überholung der Brücke am Stichkanal: 59 Stunden, ausgeführt von Brösicke, Lenz, Sponholz und Wiesenberg
Da die Gruppe die Kanalstrecke vom See bis zur Eisenbahnbrücke gepachtet hat, gehören auch die Frühjahrsreinigung der Wettkampfstrecke und die Beseitigung von Unrat durch Mitglieder zu den regelmäßigen Aufgaben.
Insgesamt dokumentiert das Jahr 1979 erneut, dass der Angelsport nicht nur aus dem stundenlangen Sitzen am Wasser besteht, sondern auch aus organisatorischen, kulturellen und infrastrukturellen Leistungen der Mitglieder.
Die Jahreshauptversammlung 1980 fand ausnahmsweise erst Anfang November statt, da die Wahltermine nach neuem Statut verlegt wurden. 129 Mitglieder waren anwesend.
Mit der Einführung einer neuen Binnenfischereiordnung entstanden höhere Anforderungen an den DAV, der seine Gewässerordnung den neuen Bestimmungen anpasste. Im Vorfeld der Neuwahlen führte der Vorstand zahlreiche Gespräche, da einige Mitglieder nicht mehr kandidierten und neue Funktionäre für die Aufgaben gewonnen werden mussten.
Bei der Analyse der Mitgliederaktivität zeigte sich, dass von 240 Mitgliedern nur etwa 80 eine aktive, vielseitige Mitarbeit bei allen Aufgaben leisten. Die Gruppe erreichte im Wettbewerb der Gruppen den 22. Platz von 64, was nicht den Möglichkeiten der Gruppe entspricht.
Für seine langjährige aktive Mitarbeit wurde Paul Brösicke mit der Ehrennadel des DTSB in Bronze geehrt. Von 1965 bis 1970 hatte er als Vorstandsfunktionär für Werterhaltung maßgeblich an Organisation und Rekonstruktion der Häfen mitgewirkt.
Sportliches Geschehen
Das Jahr 1980 war erneut stark von den sportlichen Aktivitäten geprägt.
Bei den Kreismeisterschaften erreichten die Frauen- und Männermannschaften jeweils den 2. Platz.
In den Einzelmeisterschaften belegte Annette Wendenburg den 2. Platz.
Die männliche Jugend konnte sich nicht platzieren.
Die weibliche Jugendmannschaft mit Ute Kalde, Veronika Papke und Ines Schröder wurde Kreismeister und erreichte bei der Vorrunde der Bezirksmeisterschaft den 2. Platz.
Aufgrund zu geringer Jugendbeteiligung konnten nicht genügend Mannschaften für alle Wettkämpfe gestellt werden. Bei der XVI. Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade traten nur Detlef Michelchen und Ines Schröder als Einzelstarter an. Ines gewann die Goldmedaille in der Klasse Jugend weiblich.
Gruppenmeister 1980:
Sportliches Angeln: Michael Brösicke (Senior), Annette Wendenburg (Seniorin), Detlef Michelchen (Jugend), Ines Schröder (Jugend), Rene Seher (Schüler), Ute Kalde (Schülerin)
Turniersport (8 Starter): Manfred Michelchen (Senior), Lisa Balke (Seniorin)
Preisangeln (34 Starter): Michael Brösicke, Ilse Schröder, Detlef Michelchen (Jugend), Olaf Heinze (Schüler)
Kulturarbeit
Die Beteiligung am Sommer- und Kinderfest war aufgrund schlechten Wetters nur eingeschränkt. Trotzdem hatten die Kinder Freude, unterstützt durch das Programm eines Zauberers, Friedfischangeln und Ponyfahrten.
Skatveranstaltungen wurden erneut 9-mal durchgeführt, mit insgesamt 184 Teilnehmern unter Leitung von Werner Stache.
Die Bemühungen um die Rückgabe des Kulturhauses waren erfolgreich. Damit konnte der geplante Bungalow auf dem Restgrundstück zwischen Trafoneubau und Grundstück von Sportfreund Willi Schmidt entfallen. Das Grundstück wurde zur Vergabe freigegeben.
Der Vorstand überarbeitete außerdem die Bootstandsordnung, um die Nutzung der Häfen besser zu regeln. Konflikte mit Nichtmitgliedern führten zu Kündigungen von Bootsständen; der Bezirksfachausschuss bestätigte, dass DAV-Eigentum nur von Mitgliedern genutzt werden darf.
Arbeitsleistungen
Die Mitglieder leisteten umfangreiche Arbeiten:
Sommer- und Kinderfest: Rasen mähen, Tische/Stühle reinigen, Platz schmücken; währenddessen Angelaktionen für Kinder am Kanal
Seehafen: Bau und Nummerierung fertiger Stände
Kulturhaus: Zaun versetzen, Außenanstrich, Gartenpflege
Koloniewege: Ausbesserung mit Schlacke, organisiert durch Sportfreund Franke
Stichkanal: Beräumung der Einfahrt von Steinen, die durch Schiffahrt ins Wasser gezogen wurden; diese Arbeit konnte nur bei flachem Wasser erfolgen
Insgesamt wurden 1.070 Arbeitsstunden in der Werterhaltung geleistet.
1981 -
1983
Jahr 1983
Jahr 1982
Jahr 1981
Der Vereinsvorstand bestand für die Jahre 1981–1982 aus den Mitgliedern:
- 1. Vorsitzender Willi Babor
- 2. Vorsitzender Joachim Bernet
- Kassierer Roman Hütter
- Sportwart Horst Schröder
- Jugendsport Siegmar Stage
- Werterhaltung nicht besetzt
- Schriftführerin Lisa Balke
- Revisionskommission Max Pissors, Willi Kiecker und Gerhard Herzog
Die Mitgliederversammlungen wurden regelmäßig genutzt, um über aktuelle Arbeitseinsätze und neue Regelungen zu informieren. Die Binnenfischereiordnung trat in Kraft, wodurch die Gewässer- und Wettkampfordnung des DAV angepasst werden musste. Es wurde festgelegt, dass Jahreskarten für Produktionsgewässer nur mit Erwerb der DAV-Angelberechtigung in voller Höhe gültig sind.
Im April 1981 übernahm Sportfreund Kutscheck die Funktion des Seehafenwartes.
Sportliche Ergebnisse 1981
Die sportlichen Aktivitäten prägten erneut das Vereinsleben:
Bollmannpokal Brandenburg: Teilnahme einer Mannschaft aus 3 männlichen und 2 weiblichen Startern.
Kreismeisterschaften:
Frauenmannschaft: 3. Platz
Männermannschaft: 2. Platz
Weibliche Jugend: 2. Platz
Männliche Jugend: 2. Platz
Einzelmeisterschaften: Annette Wendenburg wurde Kreismeisterin.
Bei der Vorrunde der Bezirksmeisterschaften wurden Ines und Andrea Schröder sowie Annette Wendenburg delegiert, ergänzt durch 2 Mädchen anderer Gruppen. Diese Mannschaft gewann die Vorrunde für den Kreis Potsdam-Land und erreichte bei der Bezirksmeisterschaft den 2. Platz.
Gruppenmeister 1981:
Sportliches Angeln: Horst Schröder (Senior), Ilse Schröder (Seniorin), Olaf Reiter (Jugend), Ines Schröder (Jugend), Ralf Johst (Schüler)
Turniersport: keine Starter
Spinnangeln: Wolfgang Haase (5 Starter)
Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade XVII:
Mannschaft: Ines Schröder, Thomas Hentschel, Ralf Schmidt, Olaf Heinze
Einzelwertung: Ines Schröder (Gold), Ute Kalde (Silber & Bronze)
Inselfest Potsdam: Ines Schröder belegte in der Klasse weibliche Jugend den 1. Platz.
Erstmalig wurde ein Rentnerangeln zusammen mit dem Paarangeln durchgeführt. Bei 46 Rentnern nahmen 3 teil – insbesondere das Bootangeln war hier beliebt.
Kulturarbeit
Die Kulturarbeit entsprach den Vorjahren:
Das Sommerfest verlief dank der Ordnungsgruppe mit Sportfreunden Bottke und Schünemann ohne Zwischenfälle, obwohl sie bis 4:30 Uhr im Einsatz waren.
Das Kulturhaus wurde vom Konsum zurückübernommen und in den Frühjahrseinsätzen renoviert. Sportfreunde Michael Brösicke und Andreas Babor leisteten gemeinsam mit ihren Familien zahlreiche freiwillige Einsätze.
Die Renovierung einschließlich Außenanlagen verursachte Kosten von 4.876 Mark.
Arbeitsleistungen
Die Arbeitsleistungen umfassten insbesondere:
Seehafen: Arbeiten an Bootsständen, teilweise unmöglich wegen hohen Wasserstands
Kulturhaus: Toiletteneinrichtung, Bohlenbelag der Brücke, Überdachungen am Bootshaus, Leergutschuppen, Ausbaggerung des Schlamm am Bootsplatz
Uferbefestigung Stichkanal: Vorbereitung der Arbeiten, Materialbereitstellung, fachliche Betreuung, Entfernung alter Einbauten
Insgesamt wurden 633 Arbeitsstunden erfasst, wodurch Werte von 6.065 Mark geschaffen wurden.
Ein besonderes Projekt war die Uferbefestigung am Stichkanal. Die alten Pfähle und Faschinen, die nur teilweise verrottet waren, mussten entfernt werden, da sie sonst die Wasserführung behinderten. Für die Arbeiten war die Bildung einer Projektgruppe nötig, die von Beginn bis zum Abschluss fachlich kompetent begleitet wurde.
Vorstand und Organisation
Auf der Jahreshauptversammlung am 27. November nahmen 162 Mitglieder teil. Aufgrund der Erkrankung von Willi Babor übernahm Horst Schröder kommissarisch die Funktion des 1. Vorsitzenden, während Joachim Bernet als Stellvertreter fungierte. Für die selbständige Arbeit der Jugend wurde Wolfram Latt als Leiter der Jugendgruppe eingesetzt.
Ein bedeutendes Ereignis war der 60. Jahrestag der Vereinsgründung. Der Vorstand würdigte langjährige Mitglieder, die sich als Funktionäre, Sportler, Übungsleiter oder Kampfrichter engagiert hatten, und ehrte ihre Leistungen. Außerdem wurde ab 1982 die Sportklassifizierung verbindlich eingeführt, um die Leistungen der Mitglieder bei Gruppenwettkämpfen und Einzelveranstaltungen zu dokumentieren.
Sportliche Ergebnisse
Die sportlichen Erfolge der Gruppe waren erfreulich:
Mannschaften:
Frauenmannschaft (Ursula Morgenroth, Ilse Schröder, Annette Wendenburg) Kreismeister
Männermannschaft erreichte einen Mittelplatz
Einzelmeisterschaften:
Horst Schröder: Kreismeister (Männer)
Annette Wendenburg: 2. Platz (Frauen)
Bezirksmeisterschaften:
Frauenmannschaft: 3. Platz in der Vorrunde
Horst Schröder: 4. Platz im Einzel
Ortsmeisterschaft 1982:
Männer: Werner Balke, Horst Schröder, Manfred Michelchen, Bernd Mirschinka, Wolfgang Schröder
Frauen: Ilse Schröder, Annette Wendenburg, Lisa Balke
Gruppenmeister:
Sportliches Angeln: Werner Balke, Ilse Schröder, Ingo Labitzki, Ute Kalde, Ralf Johst
Turniersport: Siegmar Stage, Annette Wendenburg
Spinnangeln: Siegmar Stage
Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade XVIII:
16 Teilnehmer
Mannschaft weibliche Jugend: Gold
Mannschaft Schüler männlich: Silber
Einzelwertung: Michael Schramm (Gold), Ines Schröder (Gold), Ute Kalde (Silber)
Beim Inselfest in Potsdam nahmen 9 Mitglieder teil, alle erhielten einen Preis. Insgesamt war die Beteiligung an sportlichen Veranstaltungen in diesem Jahr deutlich höher als in den Vorjahren.
Kulturarbeit
Die Bewirtschaftung der Anglerklause durch den Rat der Gemeinde war erneut nicht möglich. Nach einjähriger Pause fand das Kinder- und Jugendsportfest wieder statt, bei dem 135 Kinder betreut wurden. Die Organisation wurde maßgeblich von den Sportfreundinnen Balke, Morgenroth, Schröder, Rindfleisch, Kittler, Mirschinka und Törlitz sowie weiteren Helfern getragen.
Dank des Engagements von Michael Brösicke, Willi Babor und deren Familien war auch die gastronomische Versorgung während des langen, heißen Sommers gesichert. Das Sommer- und Kinderfest konnte so erfolgreich durchgeführt werden. Für ihre sportlichen Leistungen wurden die engagierten Sportfreundinnen mit Ehrennadeln des Verbandes ausgezeichnet.
Arbeitsleistungen
Für die Rekonstruktion am Stichkanal wurde eine Arbeitsgruppe gebildet: Lutz Enderling, Willi Kiecker, Paul Keller und Gerhard Woithe.
Die Arbeiten am Seehafen waren noch nicht vollständig abgeschlossen; insbesondere musste die Schilfseite mit Faschinen befestigt werden. Es wurde empfohlen, im Winter Schilf zu schneiden, um eine weitere Verschlammung zu verhindern.
Insgesamt wurden 1.562 Arbeitsstunden geleistet, wodurch ein großer Beitrag zur Werterhaltung und Funktionstüchtigkeit der Vereinsanlagen erreicht wurde.
Die Wahlversammlung 1983 fand als Delegiertenwahlversammlung am 25. September auf dem Bootsplatz statt. Der neu gewählte Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
- 1. Vorsitzender Horst Schröder
- 2. Vorsitzender H.-Joachim Bernet
- Kassierer Roman Hütter
- Sportwart Siegmar Stage
- Leiter Jugendgruppe Wolfram Latt
- Schriftführerin Marion Weißleder
- Werterhaltung Bernhard Palm
- Kulturarbeit Ursula Rindfleisch
- Bootshafenwart Lothar Kutscheck
- Funktionär Wettbewerb Günter Wehrstedt
- Revisionskommission Paul Keller, Willi Kiecker und Willi Schulz
Im Jahr 1983 zählte die Gruppe 250 Mitglieder, darunter 27 Frauen, 54 Rentner sowie eine selbständig arbeitende Jugendgruppe von 30 Mitgliedern. In der Rechenschaftslegung des Jahres wurde neben den finanziellen und organisatorischen Aspekten auch eine Bewertung des Sportjahres vorgenommen.
Im Rahmen der Neuwahl des Vorstands wurden einige langjährige Mitglieder verabschiedet, die für eine weitere Wahlperiode nicht mehr kandidierten. Der Vorstand bedankte sich bei ihnen für die geleistete ehrenamtliche Arbeit mit Präsenten und Ehrenurkunden des Kreisfachausschusses. Besonders hervorgehoben wurde Lisa Balke, die nach 15 Jahren Tätigkeit als Schriftführerin, Übungsleiterin, Kampfrichterin und aktive Wettkämpferin aus dem Vorstand ausscheidet. Sie konnte zahlreiche Erfolge vorweisen: Kreismeisterin und Bezirksmeisterin im Friedfischangeln, Vorrundenplatzierungen bei DDR-Meisterschaften sowie erfolgreiche Mannschafts-Teilnahmen von 1966 bis 1977. Auch Max Pissors und Gerhard Herzog wurden für ihre langjährige Tätigkeit in der Revisionskommission geehrt.
Vorbereitend auf die neue Wahlperiode wurden 57 Mitglieder auf ihre Teilnahme am Vereinsleben angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Mehrheit kameradschaftlich kooperierte, während einige Mitglieder ihre Kritik unsachlich äußerten und ihnen nahegelegt wurde, auf eine Wochenkarte auszuweichen. Diese Maßnahme sollte die Arbeitsbelastung der Vorstandsmitglieder für die Erledigung anderer Aufgaben reduzieren.
Sportliche Ergebnisse
Das Sportjahr 1983 begann mit der Teilnahme an einem Großereignis im Eisangeln, dem Eisangelpokal des Bezirks auf dem Krampnitzsee. Mitglieder wie Heinz März, Horst und Ilse Schröder sowie Horst und Siegmar Stage vertraten die Gruppe würdig. Besonders hervorzuheben ist der 2. Platz von Ilse Schröder, der angesichts der Vielzahl an Teilnehmern eine beachtliche Leistung darstellt.
Ein weiteres bedeutendes Ereignis war die Austragung des „Pokals der sozialistischen Länder“ im Friedfischangeln am Sacrow-Paretzer-Kanal am 9. und 10. Juli. Unsere Mitglieder waren intensiv an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt: Die Wettkampfstrecke musste vom Bewuchs befreit werden, der Bootsplatz für die Siegerehrung vorbereitet und das Kulturhaus für die Betreuung der Gäste genutzt werden. Die 25 Kampfrichter der Gruppe, die bereits Erfahrung mit internationalen Wettkämpfen hatten, sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Diese Veranstaltung findet nur alle sechs Jahre in der DDR statt und zog zahlreiche Besucher an, die die Wettkampfstrecke säumten.
Im internationalen Bereich trat die Gruppe erstmals mit einer Freundschaftsinitiative in Kontakt. Nach der Delegationsreise nach Torun im Mai 1983 wurde im Oktober ein Freundschaftsvertrag zwischen unserer Gruppe und der Stadtgruppe Torun unterzeichnet. Der Vorsitzende der Toruńer Delegation, Jury Jurenzyk, und sein Stellvertreter Woitek Woitecki reisten dafür nach Potsdam.
Kreis- und Bezirkswettkämpfe
Im Wettkampfsport konnten sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaften beachtliche Ergebnisse erzielen. Die Männermannschaft belegte bei den Kreismeisterschaften den dritten Platz, während die Frauenmannschaft Kreismeister wurde. In der Einzelwertung erreichte Ilse Schröder den zweiten Platz. Die Mädchenmannschaft mit Heidrun Otto und Simone Krosta gewann die Kreismeisterschaft und sicherte sich in der Vorrunde der Bezirksmeisterschaft den dritten Platz, was auch bei der Spartakiade mit einer Bronzemedaille honoriert wurde.
Erstmals nahm die Gruppe mit einer Männermannschaft am angelsportlichen Mehrkampf teil, wobei die Sportfreunde Joachim Bernet, Manfred Michelchen und Siegmar Stage in drei Altersgruppen starteten.
Gruppenmeisterschaft und Sportklassifizierung
Bei der Gruppenmeisterschaft im sportlichen Angeln zeigten zahlreiche Mitglieder hervorragende Leistungen. In der Turniersportwertung setzten sich unter anderem Siegmar Stage, Lisa Balke, Robert Hörisch und Simone Krosta durch.
Mitglieder, die erfolgreich im Wettkampfsport aktiv sind, können nach den Richtlinien des DTSB eine Leistungsklasse erwerben. Im Jahr 1983 erreichten folgende Mitglieder die Leistungsklasse II: Ute Kalde, Ilse Schröder, Annette Wendenburg, Werner Balke, Manfred Michelchen, Horst Schröder und Peter Wendenburg. Die Leistungsklasse III erhielten: Lisa Balke, Ursula Morgenroth, Marlies Piede, Ines Schröder, Michael Brösicke, Bernd Mirschinka, Walter Rohde, Wolfram Schäfer und Wolfgang Schröder.
Kulturarbeit und Feste
Das Sommerfest war mit 311 Teilnehmern gut besucht. Es konnte erneut Räucheraal angeboten werden, und eine Tombola mit Sachpreisen im Wert von 800 Mark sorgte für zusätzlichen Anreiz.
Das Kinderfest am Sacrow-Paretzer-Kanal war wieder ein voller Erfolg. Vormittags wurden die Spiele vorbereitet, während gleichzeitig das Friedfischangeln stattfand. Am Nachmittag konnten die Kinder Ponyreiten, Kutschfahrten und weitere Spiele erleben, begleitet von Disko-Musik. Für das leibliche Wohl sorgten die Bäcker Fiedler und Reichard mit Kuchen. Den Abschluss bildete der Lampionumzug durch die Siedlung zum Badestrand. Insgesamt betreuten 17 Helfer 110 Kinder.
Arbeitsaufgaben
Die Pflege der Anlagen und die Vorbereitung der Wettkampfstrecke erforderten erheblichen Aufwand. Besonders bei internationalen Veranstaltungen mussten die Angelrutenstrecken von überhängenden Ästen befreit werden, was den Einsatz einer größeren Fahrleiter erforderlich machte. Weitere Aufgaben umfassten die Erneuerung der Wegeschilder und die malermäßige Instandsetzung des Pavillons.
Insgesamt wurden 1.576 Arbeitsstunden geleistet:
820 Stunden für die Werterhaltung der Anlagen
485 Stunden für die Gewässerpflege
271 Stunden für sonstige Leistungen
Der Wertumfang dieser Arbeit belief sich auf 9.878 Mark. Für ihre Leistungen belegte die Gruppe im Wettbewerb der Kreisorganisation den 2. Platz, und ausgewählte Mitglieder wurden für ihr Engagement durch den Vorstand geehrt.
1984 -
1986
Jahr 1986
Jahr 1985
Jahr 1984
Auf der Jahreshauptversammlung am 25. Februar 1984 wurden die Mitglieder noch einmal über die Beschlüsse der Wahlversammlung vom September 1983 informiert. Dabei wurden auch die sich daraus ergebenden Aufgaben für die Wahlperiode erläutert. Ein zentraler Beschluss betraf die neue „Ordnung für Bootsplatz, Bootsschuppen und Bootshäfen“, die gedruckt und jedem Mitglied ausgehändigt wurde, um künftig wiederholte Verstöße zu vermeiden.
Die aktive Arbeit der Gruppe wurde auf der Bezirksdelegiertenkonferenz gewürdigt: Die Schlänitzer Angler wurden als „Vorbildliche Grundorganisation des DAV 1983“ ausgezeichnet. Am 13. Mai 1984 wurde im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums des DAV eine Mitgliederversammlung durchgeführt. Der Vorsitzende zeigte auf, welche Leistungen in den vergangenen Jahren erbracht wurden – sowohl sportliche Erfolge bei Kreis- und Bezirksveranstaltungen, Einsätze von Kampfrichtern bei nationalen und internationalen Wettkämpfen, die Gestaltung der Vereinsanlagen als Grundlage für den Sportbetrieb als auch die Durchführung kultureller Veranstaltungen als Basis des Gemeinschaftslebens. Über die Mitglieder, die in diesem Zeitraum Auszeichnungen erhielten, wurde in der Broschüre „30 Jahre DAV der DDR“ unter dem Titel „Bei den Schlänitzern am Kanal“ berichtet.
Die Gruppe hatte zu diesem Zeitpunkt 235 Mitglieder, darunter 43 Rentner, 22 Frauen und 28 Jugendliche. Im Laufe des Jahres gab es 22 Neuaufnahmen und 16 Austritte. Der Terminplan stellte sicher, dass alle Mitglieder über die Veranstaltungen informiert waren. Die Beitrags- und Angelkartenabwicklung erfolgte in zwei Terminen im Kulturhaus, was sich als ausreichend erwies.
Sportliche Aktivitäten
Die sportlichen Veranstaltungen standen nach wie vor im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Das Jahr begann mit der Teilnahme von sechs Mitgliedern am Eispokal des Bezirkes. Bei den Kreismeisterschaften 1984 erzielte die Frauenmannschaft mit Ursula Morgenroth, Ilse Schröder und Annette Wendenburg den Kreismeistertitel. Auch die Bezirksmeisterschaft verlief erfolgreich: Die Frauen erreichten den dritten Platz. Ilse Schröder wurde zudem Einzel-Kreismeisterin, gewann die Bezirks-Vorrunde und belegte den zweiten Platz bei der Bezirksmeisterschaft. Die männliche Jugend belegte den dritten Platz. Beim Spinnangeln nahmen Rainer und Olaf Heinze teil, konnten sich jedoch nicht platzieren.
Zum zweiten Mal beteiligte sich die Gruppe am angelsportlichen Mehrkampf, vertreten durch Manfred Michelchen und Siegmar Stage. Da ein dritter Starter fehlte, landeten sie auf dem siebten Platz. Darüber hinaus nahmen Mitglieder an Freizeit- und Wettkampfveranstaltungen wie dem Bollmannpokal in Brandenburg, dem Inselfest und dem Fischerfest in Potsdam teil.
Friedfischangeln – 1. Durchgang
Am 12. Mai 1984 fand der erste Durchgang der Ortsmeisterschaft im Friedfischangeln statt. Bei regnerischem und kühlem Wetter gingen 54 Männer und fünf Frauen an den Start. Nur 21 Männer und drei Frauen konnten Fische zur Waage bringen. Die besten Ergebnisse erzielten Werner Balke (2.205 Punkte), Paul Brösicke (1.120 Punkte) sowie Ilse Schröder (705 Punkte), Annette Wendenburg (480 Punkte) und Lisa Balke (400 Punkte). Mitglieder, die nicht selbst angelten, unterstützten als Kampfrichter oder halfen beim Auswiegen der Fänge.
Internationaler Vergleichswettkampf mit Toruń (Polen)
Vom 18. bis 20. Mai 1984 fand der erste internationale Vergleichswettkampf mit der Stadtgruppe Toruń statt. Die polnische Delegation bestand aus mehreren Vorstandsmitgliedern und Wettkämpfern, darunter auch Jugendliche. Für die Schlänitzer Mitglieder war dies eine neue Erfahrung im internationalen Angelsport. Neben den Wettkämpfen stand ein kulturelles Programm auf dem Plan, unter anderem ein Besuch der historischen Gedenkstätte Cecilienhof in Potsdam.
Die polnische Mannschaft gewann den Wettkampf, die Schlänitzer belegten den neunten Platz, wobei Lisa Balke mit 7.305 Punkten die beste Einzelleistung erzielte. Die Auswertung und Ehrung der Teilnehmer fand im Kulturhaus statt und war zugleich ein Dank an den Vorstand für die geleistete ehrenamtliche Arbeit, die zur Auszeichnung als „Vorbildliche Grundorganisation des DAV“ geführt hatte.
Preisangeln und Freizeitsport
Das Preisangeln wurde traditionell auf dem Schlänitzsee durchgeführt. Bei gutem Wetter war die Beteiligung hoch. Das freie Platzwahlverfahren auf dem See erwies sich als vorteilhaft für ältere Mitglieder, die auf der Uferböschung nicht stehen konnten.
Gruppenmeister Sportliches Angeln: Michael Brösicke, Lisa Balke, Ingo Labitzki, Simone Krosta
Angelsportlicher Mehrkampf: Michael Brösicke, Lisa Balke
Turniersport: Siegmar Stage, Ursula Morgenroth, Ingo Labitzki
Spinnangeln: Günter Piede
Preisangeln (2. Durchgang, 63 Starter): Peter Wendenburg 4.200 g, Lisa Balke 1.860 g
Paarangeln (9 Paare): Ilse und Horst Schröder 3.130 g
Rentnerangeln: 1. Platz Arthur Neumeister
Kulturarbeit
Das Kulturhaus konnte 1984 nicht durchgehend bewirtschaftet werden. Dennoch wurden zahlreiche Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Ursula Morgenroth und Ilse Schröder übernahmen die Organisation des Sommer- und Kinderfestes, bei dem 101 Kinder teilnahmen. Sie wurden von 15 weiteren Helfern unterstützt. Während des Angelns wurden die Kinder von erfahrenen Sportfreunden betreut. Michael Brösicke überwachte das Auswiegen der Fänge, Detlef Schröter sorgte für die musikalische Umrahmung.
Werterhaltung und Ausbau des Bootshafens
Bäume auf dem Bootsplatz
Die Weiden auf dem Bootsplatz waren durch Alter und Sturmbruch gefährlich geworden. Anfang 1984 wurden sie in zwei Phasen gefällt: Zunächst kürzte die Brigade von Udo Kalde die Bäume, anschließend organisierte Peter Brietzke die vollständige Entfernung. Dadurch wurde eine langfristige Gefahr für Boote und Mitglieder beseitigt.
Ausbau Bootshafen – Stichkanal
Für den Ausbau des Stichkanals wurde ein Konzept erarbeitet. Alte Pfähle und Materialien wurden entfernt, und die Uferbefestigung mit Stoltedielen (2,20 m x 0,33 m) vorbereitet. Jede Plattenreihe wird mit zwei Haltepfählen gesichert und am Ende mit einer Betonabdeckung von 15 cm versehen. Die Materialien wurden im Februar und März 1984 auf dem Bootsplatz bereitgestellt, sodass die Arbeiten zügig beginnen konnten.
Die Jahreshauptversammlung am 22. Februar 1985 fand in der Gaststätte Charlottenhof statt. Von den 243 Mitgliedern nahmen 113 teil. Wie in den Jahren zuvor umfasste der Terminplan nicht nur sportliche und kulturelle Veranstaltungen, sondern auch die Zeiten für die Pflege der Vereinsanlagen. So konnte jedes Mitglied aktiv am Vereinsleben teilnehmen.
Neben der Vorstellung der Aufgaben für das neue Jahr gehört es zur Tradition der Versammlung, auch die Leistungen des Vorjahres zu würdigen. Dabei werden jedes Jahr etwa 50 Mitglieder einzeln über ihre Mitarbeit gesprochen. Die Anforderungen sind überschaubar: zehn Arbeitsstunden für die Pflege der Anlagen, Teilnahme an mindestens 50 % aller Veranstaltungen und das Recht, sich an Beschlüssen auf den Versammlungen zu beteiligen. Entsprechend den Fähigkeiten jedes Einzelnen werden Aufgaben verteilt, etwa als Helfer beim Streckenaufbau, als Wiegepersonal, Kampfrichter oder Betreuer der Mannschaften.
Am 11. Februar führte die Gruppe ein Gespräch mit dem Leiter der PwF-Einheit Havel-Werder über die Beangelung des Schlänitzsees. Ergebnis war, dass die Angler die Fischereiaufseher aktiv unterstützen, im Gegenzug aber einen Eintrag auf den Angelkarten zur Beangelung des Sees erhielten. Die Fischereiaufseher waren die Sportfreunde Joachim Bernet, Günter Bölke, Siegfried Franke, Heinz März und Horst Röper. Somit konnte die Gruppe wieder auf den Schlänitzsee angeln, nachdem dies zuvor nur eingeschränkt möglich gewesen war.
Sportliche Leistungen 1985
Bei den Kreismeisterschaften erzielten die Mitglieder folgende Ergebnisse:
Spinnangeln, Einzel: Horst Schröder – Platz 7
Friedfischangeln, Mannschaften: Männer – 4. Platz; Frauen und Jugend – jeweils 3. Platz
Friedfischangeln, Einzel: Ilse Schröder – 2. Platz, Horst Schröder – 8. Platz
Bei den Gruppenmeisterschaften zeigte sich eine starke Leistung:
Sportliches Angeln, Männer: Siegmar Stage Platz 5, Horst Schröder Platz 11, Werner Balke Platz 8, Heinz März Platz 14, Peter Wendenburg Platz 16
Sportliches Angeln, Frauen: Ilse Schröder Platz 5 (3.210 Punkte), Annette Wendenburg Platz 5 (2.850 Punkte), Lisa Balke Platz 5 (2.610 Punkte), Ingo Labitzki Platz 2, Anja Babor Platz 2
Turniersport: 22 Männer, 2 Frauen und 5 Jugendliche nahmen teil, mit den Bestplatzierten Manfred Michelchen (123,7 Punkte) und Henry Köhler (144,5 Punkte), bei den Frauen Lisa Balke (61,4 Punkte) und Ursula Rindfleisch (31,3 Punkte)
Spinnangeln: 4 Starter, keine Platzierungen
Das Preisangeln, das den zweiten Durchgang der Ortsmeisterschaft darstellte, fand auf dem Schlänitzsee statt. 65 Teilnehmer – sowohl vom Boot als auch vom Ufer aus – waren aktiv. Sieger wurden unter anderem Siegmar Stage (2.500 g), Heinz März (2.050 g) und bei den Frauen Annette Wendenburg (1.420 g), Lisa Balke (820 g) und Ilse Schröder (640 g).
Auch das Paar- und Rentnerangeln fand gemeinsam statt:
Paarangeln: 1. Ursula und Richard Labitzki – 1.290 g, 2. Ilse und Horst Schröder – 1.240 g, 3. Margarete und Horst Stage – 1.080 g
Rentnerangeln: 1. Ernst Wylegalla – 490 g, 2. Kurt Beilich – 340 g, 3. Joachim Seeher – 290 g
Freundschaftsangeln Toruń (Polen)
Vom 17. bis 19. Mai 1985 reiste eine Delegation der Gruppe nach Toruń zur geplanten Freundschaftsveranstaltung. Für die meisten war dies die erste Reise nach Polen. Der erste Tag war der Besichtigung der historischen Stadt Toruń gewidmet, die an der Weichsel liegt. Am zweiten Tag wurde die Mannschaft auf den Wettkampf am Fluß Drewenca vorbereitet, einem klaren Gewässer, das Forellen und Lachse beherbergt.
Trotz der Herausforderung des schnell fließenden Gewässers erzielten die Schlänitzer gute Ergebnisse. Nach dem Wettkampf besuchte die Gruppe die Forellenanlage des polnischen Anglerverbandes, wurde mit frisch geräucherten Forellen bewirtet und nahm an der abschließenden Auswertung und Ehrung in einer entspannten Atmosphäre teil.
Arbeitsaufgaben und Werterhaltung
Auch 1985 stand viel Arbeit für die Mitglieder an. Im Rahmen der Verbandsaktion zur Gewässerbereinigung wurden an zwei Einsätzen 147 Arbeitsstunden geleistet. Außerdem wurden Arbeiten am Ausbau des Stichkanals fortgesetzt, der Lichtmast auf dem Bootsplatz umgesetzt und Steine aus der Schifffahrtsausfahrt entfernt. Insgesamt wurden 1.427 Arbeitsstunden geleistet.
Ausbau des Stichkanals
Die notwendige Instandsetzung des Stichkanals begann am 30. August. Boote der Bootsstände 88 bis 100 mussten vorübergehend umgelagert werden. Der Ausbau umfasste 40 m Uferstrecke, Baggerarbeiten und das Setzen schwerer Platten. Die Arbeiten erfolgten in zwei Schichten, unterstützt von Kernmitgliedern wie Helgo Bringezu, Dietmar Buchholz, Ingo und Richard Labitzki, Peter Wendenburg und Horst Schröder. Hinter den Platten wurde eine Folie als Schutz gegen Auswaschungen verlegt, und der Bereich mit Sand hinterfüllt.
Kulturarbeit
Nach einem Jahr ohne durchgehende Bewirtschaftung erklärte sich 1985 der Sportfreund Andreas Babor bereit, das Kulturhaus ab 2. Mai an zwei Tagen pro Woche zu öffnen. Dort fanden Stammtische, Vorträge, Preisskat und Familienfeiern der Mitglieder statt. Das Kulturhaus war somit ein zentraler Treffpunkt für die Informationen und den Austausch innerhalb der Gruppe.
Im Jahr 1986 blieb die Zusammensetzung unserer Gruppe weitgehend konstant. Zum Jahresende zählte die Anglergruppe 235 Mitglieder, darunter 43 Rentner, 23 Frauen und 19 Jugendliche. Mit dem zunehmenden Engagement in sportlichen Veranstaltungen und der Pflege unserer Anlagen wuchs auch der organisatorische Aufwand. Viele Aufgaben konnten erfolgreich bewältigt werden, doch bei besserer Beteiligung an kurzfristig anfallenden Arbeiten wäre noch mehr zu erreichen gewesen – so etwa die Fortsetzung der Uferbefestigung im Stichkanal um weitere 40 Meter.
Für ihre langjährige und aktive Mitarbeit wurden erneut Mitglieder geehrt. Besonders hervorzuheben ist Lisa Balke, die als erstes Mitglied unserer Gruppe die goldene Ehrennadel des Verbandes erhielt.
Sportliche Veranstaltungen
Die sportlichen Wettbewerbe des Jahres verliefen erfolgreich und abwechslungsreich. Bei den Kreismeisterschaften im Friedfischangeln erreichte die Frauenmannschaft den Titel, die Männer belegten den achten Platz, und die männliche Jugend konnte sich über einen dritten Platz freuen. In der Einzelwertung wurde Simone Krosta Kreismeisterin der Jugend, während Michael Schramm ohne Fang blieb. Bei den Männern landete Werner Balke auf Platz 16, Lisa Balke auf Platz 3.
Im Spinnangeln nahmen nur Einzelstarter teil: Horst Schröder erreichte den siebten Platz, während Robert Hörisch in der männlichen Jugend leer ausging.
Die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften im Friedfischangeln brachte für unsere Mannschaft einen respektablen dritten Platz, während Simone Krosta sich in der Einzelwertung ohne Fang nicht platzieren konnte.
Angelsportlicher Mehrkampf
Im angelsportlichen Mehrkampf trat die Frauenmannschaft zum zweiten Mal beim Kreisausscheid an. Im Vergleich zum Vorjahr war die Mannschaft besser vorbereitet. Während wir im Friedfischangeln bereits in Leistungsvergleichen erfahren sind, fehlte bisher ein Vergleich im Turniersport. Die Männer-Mannschaft erreichte den fünften Platz. In der Einzelwertung errangen Michael Brösicke den achten, Manfred Michelchen den vierten Platz, während Siegmar Stage Sieger in seiner Altersklasse wurde. Die Übungen wurden sorgfältig durch die Übungsleiter überwacht, die den Teilnehmern wertvolle Hinweise zur Verbesserung ihrer Technik gaben.
Bei der Bezirksmeisterschaft am 15. Juni in Klein Kreuz belegte unsere Frauenmannschaft den dritten Platz. Auch Ilse Schröder konnte sich in der Einzelwertung über den dritten Platz freuen.
Gruppenmeisterschaft und Freizeitsport
Die Gruppenmeisterschaft im sportlichen Angeln wurde wie jedes Jahr sorgfältig vorbereitet. Bei den Männern war Werner Balke mit 9.620 g erfolgreichster Angler, bei den Frauen Lisa Balke mit 8.510 g. Im Turniersport errang Michael Brösicke mit 158,2 Punkten den ersten Platz. Die Teilnehmer am Spinnangeln wurden von Manfred Michelchen mit 245 Punkten angeführt.
Das Preisangeln im zweiten Durchgang zog 63 Teilnehmer an. Hier gewann Siegmar Stage mit 6.400 g, gefolgt von Werner Balke, Horst Schröder, Ines Ulrich, Lisa Balke und Ilse Schröder.
Beim Paarangeln traten elf Paare an. Das Siegerpaar waren Lisa und Werner Balke mit 6.270 g, gefolgt von Helga und Wolfgang Schröder und Inge Werner mit Manfred Michelchen. Beim Rentnerangeln siegte Kurt Beilich mit 2.120 g.
Freundschaftstreffen mit Toruń
Das Freundschaftstreffen mit der Stadtgruppe Toruń fand im Mai statt. Der erste Tag wurde für einen Besuch von Schloss Sanssouci und einen Stadtbummel in Potsdam genutzt, was für viele Mitglieder ein besonderes Erlebnis war. Am zweiten Tag trainierten die Angler am Gewässer, um sich mit den örtlichen Bedingungen vertraut zu machen. Am dritten Tag fand der Wettkampf am Kanal statt, musste jedoch wegen schlechter Witterung vorzeitig beendet werden. Im Anschluss erfolgte die Auswertung der Ergebnisse, die Ehrung der Teilnehmer und die Übergabe von Gastgeschenken an die Leitung der polnischen Delegation.
Ausbau des Stichkanals
Die Arbeiten am Stichkanal wurden im Jahr 1986 fortgesetzt. Zunächst galt es, die Arbeiten aus dem Vorjahr abzuschließen. Die Schalung des ersten Bauabschnitts war fertig, und der Beton wurde mit dem Fahrmischer eingebracht, verteilt, verdichtet und geglättet. Für die weiteren Bauabschnitte waren der Wasserstand und die Wassertemperatur entscheidend, damit die Mitglieder die Arbeiten unter sicheren Bedingungen durchführen konnten. Nach dem Sommerfest konnten die Plattenarbeiten fortgesetzt werden. Erfahrene Mitglieder stellten die gleichbleibend hohe Qualität der Arbeit sicher.
Leistungen und Kosten:
Arbeitsstunden: 207 Std. = 1.035 M
Baggerleistung: 235 M
LKW-Transport: 149 M
Materialeinsatz: Stoltedielen 620 M, Stahl 250 M, Beton 296 M
Gesamtkosten: 2.585 M
Kulturarbeit und Veranstaltungen
In der Kulturarbeit konnten die gesteckten Ziele umgesetzt werden. Das Kulturhaus stand für alle Veranstaltungen bereit. Am 18. Mai wurde ein musikalischer Frühschoppen zu Pfingsten durchgeführt, und am 30. Juni hielt Sportfreund Hörisch einen Vortrag zum Thema „Jagd und Naturschutz“, an dem 32 Mitglieder teilnahmen.
Das Sommer- und Kinderfest am 23. August war mit 283 Mitgliedern und Gästen hervorragend besucht. Die Vorbereitungen auf dem Bootsplatz umfassten das Reinigen und Aufstellen der Tische sowie das Schmücken des Geländes. Rund 114 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren wurden von bis zu 20 Helfern betreut. Für sportliche Leistungen erhielten sie kleine Preise. Die beliebten Kutschfahrten der Familie Zinnow rundeten das Fest ab, der Abschluss bildete ein Lampionumzug zum Badestrand. Für alle Veranstaltungen der Wahlperiode – Jahreshauptversammlung, Pfingst-, Sommer- und Kinderfest – wurden insgesamt 8.400 Mark aufgewendet.
1987 -
1990
Jahr 1990
Jahr 1988
Jahr 1989
Jahr 1987
Organisatorische Änderungen und Vorstandswahl
Im Jahr 1980 wurden die Wahltermine des DAV an die Termine des Deutschen Turn- und Sportbundes angepasst. Zuvor fanden Wahlen jeweils im Februar statt. Durch diese Umstellung ergaben sich neue organisatorische Abläufe für unsere Gruppe: Das Sportjahr, das bisher von April bis Oktober dauerte, wurde verschoben, und Mitglieder waren zu den Jahresversammlungen teilweise schwer erreichbar. Zudem konnten Auszeichnungen und Einstufungen für Sport- und Kampfrichterklassifizierungen erst nach der Wahl vergeben werden.
Die Wahlperiode 1987–1989 begann mit der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1987 in der Konsumgaststätte „Charlottenhof“ in Potsdam, an der 114 Mitglieder teilnahmen. Sportfreund Bernet leitete die Versammlung, Sportfreund Schröder präsentierte den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1986.
Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
- 1. Vorsitzender Horst Schröder
- 2. Vorsitzender Hans Joachim Bernet
- Schriftführerin Marion Weißleder
- 1. Kassierer Roman Hütter
- 2. Kassierer Ingeborg Röper
- Kulturarbeit Ursula Rindfleisch
- Funktionär Wettkampfsport Siegmar Stage
- Funktionär Freizeit/Erholungssport Bernd Mirschinka
- Funktionär Jugendarbeit Wolfram Latt
- Bootshafenwart-See Lothar Kutscheck
- Bootshafenwart-Stichkanal Günter Wehrstedt
- Kulturarbeit Hildegard Schulze
- Revisionskommission Paul Keller, Willi Kiecker und Willi Schulz.
Ein Ein besonderes Highlight des Jahres 1987 war der Besuch der polnischen Stadtgruppe Torun. Vorsitzender Jury Jurenzyk und sein Stellvertreter Woitek Woitecki überbrachten die Grüße ihrer Mitglieder und überreichten als Gastgeschenk eine Ehrenplakette. Dies unterstrich das freundschaftliche und kollegiale Miteinander im Angelsport zwischen der polnischen Stadtgruppe und unserer Anglergruppe Schlänitzsee.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden zahlreiche sportliche Leistungen und ehrenamtliches Engagement gewürdigt. Ursula Rindfleisch und Willi Schulz erhielten die DAV-Ehrennadel in Bronze für ihre langjährige Mitarbeit. Im sportlichen Angeln wurden Mitglieder wie Ilse Schröder, Ines Ulrich und Annette Wendenburg in Leistungsstufe II eingestuft, während Werner Balke, Michael Brösicke, Bernd Mirschinka, Horst Schröder, Peter Schröder, Wolfgang Schröder, Siegmar Stage, Peter Wendenburg, Lisa Balke und Ursula Morgenroth in Leistungsstufe III ausgezeichnet wurden.
Die Ortsmeisterschaften im Turniersport brachten ebenfalls hervorragende Ergebnisse. Bei den Männern belegten Michael Brösicke, Helgo Bringezu und Wolfgang Haase die ersten drei Plätze, bei den Frauen wurden Annette Wendenburg, Marlies Piede und Ursula Rindfleisch ausgezeichnet. Auch im Spinn- und Friedfischangeln erzielten unsere Mitglieder beachtliche Platzierungen, wobei insbesondere Horst Schröder, Michael Brösicke und Werner Balke an der Spitze standen.
Die Jugendarbeit unserer Gruppe blieb ein zentrales Anliegen. Die Aktivitäten der Jugendlichen hängen nach wie vor stark von der Anwesenheit der Eltern am Schlänitzsee ab. Höhepunkte waren unter anderem die Kreismeisterin im Friedfischangeln Simone Krosta sowie die männliche Jugendmannschaft, die 1986 Kreismeister wurde. Ortsmeister im Friedfischangeln wurden Mark-Steffen Laurich, der auch eine Goldmedaille bei der Kreis-Kinder-Jugendspartakiade gewann, und Anja Babor. Im Turniersport erreichten Raik Bernet, Mark-Steffen Laurich und Ralf Johst die ersten drei Plätze.
Vom 8. bis 10. Mai 1987 besuchte eine Delegation unserer Gruppe die polnische Stadtgruppe Torun. Die Delegation, bestehend aus Bernd Mirschinka, Lothar Kutscheck, Wolfram Latt, Horst Schröder, Peter Wendenburg, Ilse Schröder, Anja Babor und Mark Laurich, erhielt Informationen über die Stadt, besichtigte Sehenswürdigkeiten und absolvierte ein Training am Wettkampfgewässer Drewenca. Der Wettkampf stellte aufgrund der schnell fließenden Bedingungen eine besondere Herausforderung dar. Am Abend wurden Gastgeschenke überreicht, darunter ein Kupferteller mit dem Motiv „Schloss Cecilienhof“. Sportfreund Schröder ehrte den Vorsitzenden Wincent Jureczyk für seine Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit mit der Ehrennadel des DAV in Silber.
Im internationalen Vier-Länder-Wettkampf im Friedfischangeln vom 16.–17. Mai nahmen die Nationalmannschaften der CSSR, Polen, Ungarn sowie DDR I und DDR II der Senioren teil. Unsere Mitglieder unterstützten umfangreich bei der Vorbereitung, insbesondere bei der Beräumung der Wettkampfstrecken und der Schulung von 20 Kampfrichtern. Sportlich erfolgreich waren die Frauenmannschaft (Kreismeister 1987) sowie Einzelstarter wie Lisa Balke, Werner Balke, Simone Krosta und Mark-Steffen Laurich, die bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade jeweils Goldmedaillen erhielten.
Auch die Ortsmeisterschaften und der Freizeitsport waren ein zentraler Bestandteil des Jahres. Im Turniersport beteiligten sich 16 Männer und 3 Frauen. Im Friedfischangeln siegten Werner Balke, Horst Schröder und Peter Wendenburg bei den Männern sowie Lisa Balke, Ines Ulrich und Ursula Rindfleisch bei den Frauen. Im Spinnangeln setzte sich Horst Schröder an die Spitze, gefolgt von Michael Brösicke und Günter Piede. Freizeitveranstaltungen wie Preisangeln, Paarangeln und Rentnerangeln erfreuten sich hoher Beteiligung und förderten den Gemeinschaftssinn.
Im November 1987 nahm die Gruppe zudem an einer Ausfahrt zum Meeresangeln nach Rostock/Warnemünde teil. Aufgrund fehlender Erfahrung und unzureichender Ausrüstung konnten nur wenige Fische gefangen werden – insgesamt wurde ein Dorsch gefangen.
Am 4. Juli 1987 fand das Kinder- und Jugendsportfest statt. Das Programm umfasste Friedfischangeln, Spiele, Kutschfahrten und Kuchen, an dem insgesamt 112 Kinder teilnahmen. Die Organisation und Durchführung erforderte 105 Stunden Einsatz von 12 Helfern. Die Kutschfahrten wurden wie gewohnt von Bauern aus Grube, insbesondere der Familie Zinnow, durchgeführt.
Für die Arbeitsleistungen und die Werterhaltung unserer Anlagen wurden im Jahr 1987 insgesamt 1.295,5 Stunden erbracht. Davon entfielen 690,5 Stunden auf die Pflege der DAV-Anlagen, 367 Stunden auf die Arbeit an DAV- und Produktgewässern sowie 238 Stunden auf den „Mach-mit-Wettbewerb“. Die Materialkosten beliefen sich auf 2.100 Mark. Renovierungsarbeiten am Kulturhaus und anderen Einrichtungen ermöglichten die Durchführung wichtiger Veranstaltungen, darunter das traditionelle Pfingstkonzert sowie Vorträge zu Vogelschutz und Artenschutz. Die Kulturarbeit wurde von Ursula Morgenroth und Ilse Schröder übernommen, die zudem für die gastronomische Betreuung aller Veranstaltungen sorgten.
Ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte unserer Gruppe war die erneute Auszeichnung als „Vorbildliche Grundorganisation des DAV“ am 25. März 1988 in Neubrandenburg durch das Präsidium des DAV. Der Vorsitzende Horst Schröder und sein Stellvertreter Joachim Bernet nahmen die Ehrung entgegen. Die Fotos dokumentieren diesen besonderen Moment: Achim mit dem Banner, Horst mit der Urkunde, sowie der Geschäftsführer Erich Müller und die Sekretärin der Bezirksleitung des Anglerverbandes auf dem linken Bild.
Auf der Jahreshauptversammlung wurden zudem Mitglieder für ihren herausragenden Einsatz bei der Bewältigung der Vereinsaufgaben ausgezeichnet, gemäß dem entsprechenden Beschluss der Versammlung.
Am 24. April begann das Sportjahr traditionell mit dem Vergleichskampf gegen die Mannschaften der Betriebsgruppe vom GRW Teltow, eine Veranstaltung, die bereits seit 1974 regelmäßig ausgetragen wird. Bei den Männern der Schlänitzsee-Mannschaft belegten Horst Schröder, Werner Balke, Manfred Michelchen, Michael Brösicke und Peter Wendenburg insgesamt den 29. Platz, während die GRW Teltow-Mannschaft die Platzziffer 26 erreichte. Bei der Jugendmannschaft schlugen Nico Mirschinka, Fabian Weißleder, Axel Merseburger, Johannes Feuer und Thomas Richzter die Teltower Jugend mit einer Platzziffer von 21 zu 28.
Im Mai besuchte wiederum eine Delegation der polnischen Stadtgruppe Torun unter Vorsitz von Jury Jurenzyk und Stellvertreter Woitek Woitecki den Schlänitzsee. Der erste Tag war einem Besuch in der Stadt Potsdam gewidmet, inklusive Mittagessen und individuellen Erkundungen. Am zweiten Tag besichtigte die Delegation das Vereinsgelände, die Häfen und das Kulturhaus, wobei die Fortschritte der Rekonstruktionsmaßnahmen deutlich wurden. Vor dem nachmittäglichen Wettkampf absolvierten die Gäste ein kurzes Training, um sich an die Gewässerbedingungen anzupassen.
Die Wettkampfvorbereitungen übernahm Sportwart Siegmar Stage gemeinsam mit Helfern. Dazu gehörten die Einrichtung der Angelplätze sowie die gemeinsame Zubereitung von Futter und Ködern für beide Mannschaften. Auch die jugendlichen Teilnehmer wurden durch Betreuer unterstützt, insbesondere beim Zusammenbau der Geräte und bei der Futterzubereitung. Während des Wettkampfes war volle Konzentration angesagt, und die Betreuer achteten darauf, dass den Kindern kein Missgeschick passierte. Nach Abschluss des Wettkampfes erfolgte die Auswertung der Ergebnisse nach einem gemeinsamen Abendessen im Kulturhaus.
Bei den Meisterschaften 1988 nahm unsere Gruppe insbesondere am Angelsportlichen Mehrkampf mit einer Frauenmannschaft teil, die Kreismeisterin wurde und beim Bezirksvergleich den dritten Platz belegte. Bei den Kreismeisterschaften im Friedfischangeln starteten die Männer und die männliche Jugend, die jeweils den zweiten Platz in der Vorrunde erzielten. Die weibliche Jugend konnte keine Mannschaft stellen; Simone Krosta nahm daher allein teil und wurde Bezirksmeisterin im Einzel, eine Leistung, die seit Lisa Balke 1971 keinem Mitglied unserer Gruppe mehr gelang. Bei der DDR-Meisterschaft erreichte sie in diesem Jahr die Leistungsklasse I.
Die Ortsmeisterschaften wurden ebenfalls erfolgreich durchgeführt. Bei der 1. Ortsmeisterschaft im Turniersport beteiligten sich 16 Männer und 3 Frauen. Die Ergebnisse:
Männer: 1. Michael Brösicke (165,65 Punkte), 2. Manfred Michelchen (135,15 Punkte), 3. Willi Kieker (133,15 Punkte)
Frauen: 1. Ines Ulrich (63,45 Punkte), 2. Ursula Rindfleisch (48,85 Punkte)
Bei der 2. Ortsmeisterschaft im Friedfischangeln erzielten folgende Mitglieder die besten Ergebnisse:
Männer: 1. Werner Balke, 2. Siegmar Stage, 3. Michael Brösicke
Frauen: 1. Lisa Balke, 2. Ines Ulrich, 3. Ilse Schröder
Bei der 3. Ortsmeisterschaft im Spinnangeln siegte Heinz Drahs vor Michael Brösicke und Joachim Bernet.
Im Mai unterstützte die Gruppe den Länderkampf im Friedfischangeln zwischen CSSR, Polen und zwei DDR-Mannschaften. Hier kamen 20 ausgebildete Kampfrichter mit internationaler Erfahrung zum Einsatz, zehn von unserer Gruppe, während die polnische Delegation aus Leitern, Betreuern, Trainern und Wettkämpfern bestand.
Das Meeresangeln führte die Gruppe erneut nach Warnemünde. Aufgrund schlechten Wetters konnte die Ausfahrt jedoch nicht durchgeführt werden. Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit, frische Seeluft zu schnuppern, mussten aber letztlich unverrichteter Dinge zurückkehren.
Bei den Arbeitsleistungen 1988 wurden insgesamt 1.514,5 Stunden erbracht, aufgeteilt auf die Pflege der DAV-Anlagen (790,5 Stunden), die Arbeit an DAV- und Produktionsgewässern (388 Stunden) sowie den „Mach-mit-Wettbewerb“ (336 Stunden). Der Materialeinsatz betrug 2.600 Mark. Trotz einzelner Rückschläge, wie dem Bruch von Ankereisen beim Ausbau des Stichkanals und starken Regenfällen, wurde eine beachtliche Gesamtleistung erbracht.
Die Kulturarbeit lag in den Händen von Ilse Schröder und Andreas Babor, die sowohl das Kulturhaus bewirtschafteten als auch die gastronomische Betreuung bei Veranstaltungen übernahmen. Zu den kulturellen Höhepunkten gehörten drei Preisskatturniere, das traditionelle Pfingstkonzert, Schulungen zum Statut, Kampfrichtereinsätze sowie Unterweisungen zur Raubfischqualifikation. Das Kulturhaus diente darüber hinaus vielen Mitgliedern als Treffpunkt zum Spielen, Unterhalten und geselligen Beisammensein.
Am 23. Februar 1989 fand unsere Jahreshauptversammlung wie gewohnt statt. Vorsitzender Horst Schröder legte den Rechenschaftsbericht für das Sportjahr 1988 vor und informierte die Mitglieder über die anstehenden Aufgaben für das neue Jahr. Mit den Leistungen des vergangenen Jahres erreichte unsere Gruppe den zweiten Platz in der Kreisorganisation, eine Bestätigung der kontinuierlichen Arbeit und des Engagements aller Mitglieder.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden Mitglieder für ihre vorbildliche Mitarbeit bei sportlichen und gesellschaftlichen Aufgaben ausgezeichnet. Zu den Geehrten gehörten Norbert Findling, Richard Labitzki, Helmut Plaumann, Heinz Säuberlich, Ernst Wylegalla sowie die junge Sportfreundin Simone Krosta, deren Leistungen besonders hervorzuheben waren.
Ab 1989 erfolgte die Ausgabe der Angelkarten für den Schlänitzsee nicht mehr durch die Gruppe selbst, sondern über den Fischer. Damit wurde sichergestellt, dass nur Inhaber einer gültigen Karte auf dem See angeln dürfen.
Sportliche Leistungen
Die sportlichen Aktivitäten unserer Gruppe bleiben ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Bei den Kreismeisterschaften im Turniersport nahmen wir in diesem Jahr nicht teil, während die Frauenmannschaft sowohl als Gruppe als auch einzeln an den Wettkämpfen teilnahm. Lisa Balke erzielte im Einzel den zweiten Platz, die weibliche Jugend mit Simone Krosta und Anja Babor erzielte herausragende Ergebnisse, wobei Simone Kreismeisterin wurde. Bei den Männern belegte Werner Balke den dritten Platz, während der männliche Jugendvertreter Nico Mirschinka ohne Platzierung blieb.
Dank dieser Erfolge konnten unsere qualifizierten Mitglieder an den Bezirksmeisterschaften teilnehmen. Obwohl bei den Mädchen zunächst keine vollständige Mannschaft zur Verfügung stand, bewiesen Anja Babor und Andrea Kanthack große Leistungsstärke und erreichten den Sieg. Bei den Bezirksmeisterschaften am Silokanal in Brandenburg konnte dann erstmals eine komplette Mädchenmannschaft antreten. Betreut wurden sie von Alfred Schmidt und Horst Schröder. Die Frauenmannschaft, bestehend aus Ilse Schröder, Ines Ulrich und Ursula Rindfleisch, erreichte die Leistungsklasse II.
Ortsmeisterschaften und Freizeitwettkämpfe
Die Ortsmeisterschaften spiegeln erneut das hohe sportliche Niveau unserer Gruppe wider. Michael Brösicke siegte im Turniersport der Männer, Ursula Rindfleisch bei den Frauen. Im Friedfischangeln zeigten Siegmar Stage, Werner Balke und Michael Brösicke ihre Stärke, während Ines Ulrich, Lisa Balke und Ursula Morgenroth bei den Frauen die Spitzenplätze belegten. Beim Spinnangeln setzte sich Harry Adam souverän an die Spitze.
Auch im Freizeitsport war die Beteiligung groß. Beim Preisangeln vom Boot nahmen 43 Mitglieder teil, wobei Horst Schröder und Ines Ulrich die besten Ergebnisse erzielten. Beim Rentnerangeln und Paarangeln bewiesen weitere Mitglieder ihr Können. Diese Veranstaltungen tragen nicht nur zur sportlichen Betätigung bei, sondern stärken auch das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe.
Jugendarbeit
Die Jugendarbeit der Gruppe war auch 1989 erfolgreich. Die Jugendgruppe zählte insgesamt 15 Mitglieder, darunter fünf Mädchen. Sie nahmen aktiv an Bezirksmeisterschaften teil und zeigten hervorragende Leistungen. Mark-Steffen Laurich und Sven Böttcher dominierten den Turniersport und das Friedfischangeln der männlichen Jugend, während Simone Krosta, Andrea Kanthack, Kathrin Wehrstedt und Anja Babor bei der weiblichen Jugend die Plätze unter sich aufteilten. Bei den Kinder- und Jugendspartakiaden errangen Fabian Weißleder und Andrea Kanthack Goldmedaillen, Kathrin Wehrstedt Silber und Anja Babor Bronze.
Freundschaftsveranstaltung in Polen
Vom 16. bis 18. Juni besuchte eine Delegation unserer Gruppe die polnische Anglergruppe in Torun. Die Delegation bestand aus dem Leiter H.-Joachim Bernet, Leitungsmitglied Günter Wehrstedt, Trainer Siegmar Stage sowie den Wettkämpfern Werner Balke, Horst Schröder, Lisa Balke, Kathrin Wehrstedt und Nico Mirschinka. Nach einer 18-stündigen Reise wurden wir herzlich empfangen. Ein Stadtrundgang vermittelte einen Einblick in die historische und kulturelle Bedeutung Toruns. Anschließend absolvierte die Delegation ein Training an der Wettkampfstrecke, um sich mit den Gewässerbedingungen vertraut zu machen, auf denen Forellen und Lachse vorkommen. Trotz schwieriger Bedingungen und wenig gefangener Fische konnten wir beim Vergleichskampf den zweiten Platz erreichen. Simone Krosta wurde für ihre hervorragenden Leistungen auf der Jahreshauptversammlung besonders ausgezeichnet.
Werterhaltungsmaßnahmen
Am Bootsplatz wurden umfangreiche Verbesserungen durchgeführt: der Zaun an der Vorderseite wurde erneuert, für den hinteren Eingang ein Tor angefertigt und gesetzt, das vordere Eingangstor gerichtet und verschließbar gemacht. Unter der Leitung von Sportfreund Kutscheck wurde die Ordnung und Sicherheit auf dem Gelände deutlich verbessert.
Die Arbeiten am Stichkanal und an der Uferbefestigung wurden fortgeführt. Sportfreunde wie Norbert Findling, Richard Labitzki, Baldur Arndt, Kurt Beilich, Peter Brietzke, Paul Keller, Gerhard Schmidt, Horst und Wolfgang Schröder sowie Hans Wiggert leisteten freiwillig weit mehr als die vorgeschriebenen Arbeitsstunden, beschafften Material, brachten Sand, Platten und Beton ein. Insgesamt wurden 1.486,5 Arbeitsstunden erbracht, aufgeteilt auf Pflege der DAV-Anlagen, Arbeiten an DAV- und Produktionsgewässern sowie den „Mach-mit-Wettbewerb“.
Auszeichnungen und Vorstandswahlen
Auf einer Bezirksveranstaltung im Oktober 1989 wurden Günter Piede und Peter Schröder als vorbildliche Kampfrichter geehrt, während Siegmar Stage die Auszeichnung als vorbildlicher Übungsleiter erhielt. Die erreichte Leistungsklasse der Wettkämpfer spiegelt die Arbeit unserer acht Übungsleiter wider.
Am 28. Oktober wurde der Vorstand neu gewählt. Zwölf Funktionäre traten ihre Ämter an, nachdem einige langjährige Mitglieder wie Horst Schröder, Siegmar Stage und Hildegard Schulze ausgeschieden waren. Ingeborg Röper wurde als zweiter Kassierer kooptiert, um die Arbeit des Vorstands zu ergänzen und die anstehenden Aufgaben bei der Erneuerung der Häfen und des Bootshauses zu bewältigen.
Ausblick
Mit den gesellschaftlichen Veränderungen, insbesondere nach dem Mauerfall, stand der Verein vor neuen Herausforderungen. Zwei Wochen nach dem historischen Ereignis beschloss das Präsidium des DAV der DDR ein Diskussionspapier zur Erneuerung, das in der Zeitschrift „Deutscher Angelsport“ veröffentlicht wurde. Die kommenden Jahre erforderten Anpassung und Neuausrichtung, sowohl in der sportlichen Arbeit als auch in der Vereinsführung, um die erfolgreiche Tradition unserer Gruppe fortzuführen.
Nach der Wahl umfasste der Vorstand der Gruppe Schlänitzsee folgende Funktionäre:
- 1. Vorsitzender Hans-Joachim Bernet
- 2. Vorsitzende Marion Weißleder
- Schriftführerin Marion Weißleder
- 1. Kassierer Roman Hütter
- 2. Kassiererin Ingeborg Röper
- Kulturarbeit Ursula Rindfleisch
- Funktionär für Wettkampfsport Bernd Mirschinka
- Funktionär für Freizeit und Erolungssport Wolfram Latt
- Funktionär für Jugendarbeit Wolfram Latt
- Funktionär für Kulturarbeit Lothar Kutscheck
- Bootshafenwart - See Lothar Kutscheck
- Bootshafenwart - Stichkanal Günter Wehrstedt
- Revisionskommission Paul Keller, Willi Kiecker und Willi Schulz.
Anfang 1990 waren die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland deutlich spürbar. Auf den Delegiertenkonferenzen wurden Neuerungen besprochen, doch konkrete Maßnahmen für die Arbeit der Gruppe ergaben sich zunächst nur vereinzelt.
Ein wichtiges Ereignis war der erste außerordentliche Verbandstag des DAV am 21. April 1990 in Bad Schmiedeberg. Dort wurde der Grundstein für die demokratische Erneuerung des Verbandes und seiner zukünftigen Entwicklung gelegt. Beiträge und Angelkarten entsprachen weiterhin den bisherigen Bedingungen. Die Einschränkungen im Vogelschutzgebiet blieben bestehen, sodass für das Angeln auf dem Schlänitzsee nach wie vor die Anlage erforderlich war, auf der die Angelkartennummer vermerkt wird.
Am 25. Juni 1990 wurde der DAV offiziell in das Vereinsregister des zuständigen Stadtbezirksgerichts Berlin eingetragen. Ein neues Statut, zunächst befristet bis zum nächsten ordentlichen Verbandstag, sowie ein neues Vereinslogo wurden beschlossen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden die Mitglieder des DAV mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Um den Verein rechtsgültig weiterzuführen, war eine Neugründung nach Vereinsrecht notwendig. Dabei wurden jedoch zwei wichtige Punkte versäumt: Zum einen die Anerkennung als Rechtsnachfolger der DAV-Ortsgruppe Schlänitzsee, zum anderen die Rückgabe von Grundstücken, die seit 1954 bei der Siedlergenossenschaft verblieben und später von der Gemeinde als Westgrundstücke bzw. Bodenreformland einbehalten wurden, darunter die Anglerklause, das Materiallager und das Anglerheim. Die Vorstandsfunktionäre standen damit vor einer anspruchsvollen Aufgabe, sich in den komplexen rechtlichen Bedingungen zurechtzufinden.
Sportliches und Veranstaltungen
Die Angelveranstaltungen wurden weiterhin wie gewohnt durchgeführt. Auf der Jahreshauptversammlung wurde der Terminplan für das Jahr beschlossen, jedoch konnte die Gruppe in diesem Jahr keine Mannschaften für die Wettkämpfe stellen, da die Vorrunden nicht erreicht wurden.
Im Friedfischangeln erzielte die Mädchenmannschaft den dritten Platz und wurde Kreismeister 1990. Andrea Kanthack sicherte sich im Einzel den Titel mit 1.665 Punkten. Mark-Steffen Laurich erreichte 670 Punkte und den fünften Platz. Im Spinnangeln wurde Mark-Steffen Laurich Kreismeister mit 490 Punkten.
Eine geplante Freundschaftsveranstaltung mit den Sportfreunden aus Torun konnte aufgrund der unsicheren Regelungen für Ausländerreisen nach Deutschland nicht durchgeführt werden.
Medien und Zeitschriften
Bis zum 30. Juni 1990 erschien die Zeitschrift Deutscher Angelsport als Organ des DAV. Ab März war sie jedoch nicht mehr offizielles Verbandsorgan. Die Rechte an der Zeitschrift wurden vom TOP SPEZIAL Verlag Hamburg an den Sportverlag verkauft, die Zeitschrift erschien nun unter dem Titel Rute und Rolle in Hamburg. Der DAV veröffentlichte seine Mitteilungen künftig in der Zeitschrift Fisch und Fang.
1991 -
1999
Am 23. Februar 1991 fand in Pätz (Brandenburg) der IX. Verbandstag des DAV statt. Im Juli verabschiedete das Landwirtschaftsministerium eine „Verordnung zur vorläufigen Regelung der Fischereiausübung“, da die neuen Fischereigesetze in den neuen Bundesländern noch nicht in Kraft waren. Das Präsidium beschloss am 20. Juli Richtlinien zur Durchführung von Angelvergleichen innerhalb der Gemeinschaft.
Der Terminplan der Gruppe erhielt die neue Bezeichnung und das neue Vereinslogo. Angelveranstaltungen wurden nach den Regeln des Hegefischens durchgeführt, wobei nun ein Fischereischein erforderlich war. Dies führte zu der Frage, ob die bisherigen Qualifikationen der Mitglieder als Sportfischerprüfung anerkannt würden.
Neue Beitragssätze und Beitragsmarken wurden festgelegt. Durch die Einführung der Westmark stiegen die Preise für Fried- und Raubfischkarten erheblich, sodass z. B. die Friedfischkarte von 5 Mark auf 50 DM stieg. Trotz der Veränderungen blieb das Angeln auf dem Schlänitzsee weiter eingeschränkt, und die Regeln waren auf den Karten abgedruckt.
Das erste Sommerfest nach der Wiedervereinigung 1991 fand statt, war aber weniger erfolgreich besucht. Die Tanzfläche war dennoch gut besucht, und Kinder konnten an Kutschfahrten teilnehmen.
Jahr 1991
Jahr 1992
Die Veranstaltungen im Terminplan blieben weitgehend unverändert. Der Anglerverband führte ein neues Mitgliedsbuch ein, das persönliche Daten, Beitragsmarken und Angelberechtigungen umfasste.
Die jährlichen Kosten für ein Angeljahr betrugen insgesamt 183 DM, einschließlich Beiträge, Angelkarten, DAV-Berechtigung und Bootstand.
Sportfreund Michael Brösicke organisierte eine Angelfahrt auf dem Breitling in Rostock, um Meeresfische wie Hering zu fangen. Diese Erfahrung erweiterte die Möglichkeiten der Mitglieder deutlich. Der Fang wurde gemeinsam verarbeitet und zu Salzheringen, sauren Heringen und Bücklingen verarbeitet.
Am Jahresende wurde die neue Gewässerordnung des Anglerverbands fertiggestellt, die ab 1. Januar 1993 in Kraft treten sollte.
Jahr 1993
Jahr 1994
Jahr 1995
Jahr 1996
Jahr 1997
Jahr 1998
Jahr 1999
1993 war geprägt von der Anpassung an die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Jedes Bundesland hatte eigene Fischereigesetze, daher waren Informationen über die Angelbedingungen in Mecklenburg und Rostock notwendig. Die Angelkarten enthielten nun die relevanten Vorschriften wie Fischereigesetze, Bewirtschaftungs- und Angelordnungen sowie Hafenverordnungen.
Das neue Fischereigesetz beinhaltete unter anderem, dass Mitglieder, die vor dem 1.1.1993 die Raubfisch- oder Salmonidenqualifikation abgelegt hatten, von einer weiteren Anglerprüfung befreit waren. Außerdem waren Mitglieder über 50 Jahre mit mehr als 10 Jahren Vereinszugehörigkeit von der Prüfungspflicht befreit.
Die Angelkarte für 1993 behielt Gestaltung, Preis und Einschränkungen wie 1992 bei.
Am 29. Oktober 1994 wurde das 40-jährige Jubiläum des DAV in Berlin-Weißensee gefeiert. Gleichzeitig wurde die Vereins-Satzung von 1990 neu beschlossen.
Die Jahresveranstaltungen blieben unverändert, ebenso die Angelkarten. Die Friedfischkarte kostete 50 DM, die Raubfischkarte 75 DM. In Berlin erhielten Mitglieder den Fischereischein bei den westlichen Bezirksämtern.
Die Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1994 beschloss die Bildung finanzieller Rücklagen für den Neubau eines Vereinsheims, da das bestehende Kulturhaus saniert werden müsste und kein langfristiger Pachtvertrag abgeschlossen werden konnte. Mitglieder transportierten eine aus einer Insolvenz stammende Metallhalle nach Schlänitzsee als Basis für den neuen Bootsschuppen.
Die Angelkarten wurden für unterschiedliche Gewässerbereiche ausgegeben, insbesondere für Schlänitzsee und den Sacrower–Paretzer Kanal. Auf der Rückseite der Karten waren ausführliche Verhaltensregeln abgedruckt.
Ein wichtiger Meilenstein war der Bau einer zentralen Wasserleitung auf dem Vereinsgelände. Die Schachtarbeiten führten die Mitglieder selbst durch, unterstützt durch die Firma Enderling für Verlegung und Anschluss der Leitungen. Die Arbeiten wurden von Werner Balke jr. organisiert.
Am 28. Juli 1996 fand das Richtfest des neuen Bootshauses statt. Vorsitzender Hans-Joachim Bernet dankte insbesondere Werner Balke jr. und Bernd Mirschinka für ihren Einsatz. Das alte Bootshaus wurde abgerissen, der Bootsplatz für die Wintereinlagerung vorbereitet.
Die Hegefisch-Veranstaltungen wurden wie geplant durchgeführt. Die Angelkarte erhielt ein neues Layout, Preise waren gestaffelt nach Anzahl der gewählten Angelstrecken (3 Strecken 50 DM, 5 Strecken 75 DM).
Ein neues Anglermagazin informierte über Meeresangeln. Mitglieder unternahmen Fahrten nach Norwegen zum Dorsch-, Leng- und Makrelenfang sowie nach Dänemark für Herings- und Plattfischangeln.
Die Angelveranstaltungen blieben wie in den Vorjahren. Die Fischereiordnung brachte klare Regelungen, etwa zu Hegemaßnahmen, Angelgenehmigungen und Fischtransport.
Eine Gruppe Mitglieder erklärte sich bereit, ihre Arbeitsstunden 1997 für den Ausbau des Hallenbodens im Folgejahr zu leisten. Durch organisatorische Versäumnisse erhielten aktive Mitglieder jedoch zunächst unberechtigte Rechnungen über nicht geleistete Stunden, was später geklärt wurde.
Mit der Ausgabe der Anglerzeitung des Landesverbandes erhielten Mitglieder erstmals regelmäßig direkte Informationen. Die Schwerpunkte lagen auf der Gestaltung der Bootshalle, Säuberung der Einfahrt zum Stichkanal und Erhöhung der Beteiligung an Angelveranstaltungen.
Am 4. Juli 1998 wurde nach sieben Jahren wieder ein Sommerfest veranstaltet. Trotz widrigen Wetters wurde der Nachmittag und Abend gemütlich gestaltet, mit Kutschfahrten für Kinder und einem gemeinsamen Essen.
Der Verein hatte 135 Mitglieder, darunter 14 Frauen und 4 Jugendliche. Hans-Joachim Bernet wurde erneut als Vorsitzender gewählt, Erika Schwarz übernahm die Schriftführung.
Im Stichkanal wurden die Bootstände neu nummeriert und angepasst, da neue Bootstypen angeschafft wurden. Werner Balke jr. baute mit Pontons eine Arbeitsbühne, um Reparaturen und Arbeiten in beiden Häfen zu erleichtern.
2000 -
2005
Jahr 2000
Die Jahreshauptversammlung des Anglervereins Schlänitzsee e. V. fand in Babelsberg statt. Im Terminplan waren die gleichen Veranstaltungen wie in den Vorjahren vorgesehen. Die Jahresangelkarte konnte von „Die Havelfischer GmbH“ Werder bezogen werden; sie umfasste drei Strecken zum Preis von 41 DM. Zusätzlich wurde die Strecke Baumgartenbrück bis zur Eisenbahnbrücke Werder aufgenommen.
Lisa Balke, Erich Schulz und Willi Schulz erhielten die Ehrenmitgliedschaft für ihre langjährige aktive Arbeit im Verein. Die Wasserschutzpolizei forderte die Mitglieder auf, ihre Bootsmotoren zu registrieren, da es vermehrt zu Diebstählen gekommen war. Für Erwachsene Mitglieder wurden fünf Arbeitsstunden, für Senioren zwei Stunden festgelegt. Am 15. September 2000 erfolgte die Eintragung der Vereinsgrundstücke Flur 1, Flurstücke 34 und 35 in das Grundbuch von Grube.
In diesem Jahr wurde ein überarbeiteter Fischereischein ausgegeben, bestehend aus sechs Seiten mit Deckblatt, Passbild, Personalangaben, Ausgabetag, Gültigkeitsdauer und Verlängerungsfeldern. Die Bootsauslagerung begann im April. Größere Boote wurden über den Landweg zu Wasser gelassen, da eine Slippanlage nicht vorhanden war.
Bei der Vereinsmeisterschaft im Hegefischen erreichten die Männer folgende Platzierungen: 1. Werner Balke sen., 2. Manfred Michelchen, 3. Uwe Brietzke. Vereinsmeisterin bei den Frauen wurde Lisa Balke, zweite Uschi Rindfleisch. Im Spinnangeln belegte Helgo Bringezu den ersten Platz. Bei den Senioren belegten Werner Balke sen. und Lisa Balke jeweils den ersten Platz.
Jahr 2001
Die Jahreshauptversammlung begann mit der Einschätzung der Leistungen des Jahres 2000. Der Mitgliederstand betrug 134, davon 15 Frauen. Neue Vereinsfunktionen wurden besetzt: Hafenmeister Seehafen Lothar Kutscheck und Rüdiger Wurzler, Hafenmeister Stichkanal Heinz Drahs und Udo Kalde, Sportwart Hegefischen Dieter Bothe, Sportwart Spinnangeln Wolfram Latt, Bootsplatzwart Gerhard Knothe.
Es wurde beschlossen, fünf Pflichtstunden für die Pflege und Wartung der Anlagen festzulegen, Senioren waren befreit. Angelkarten wurden von den Havelfischern bezogen. Hans-Joachim Bernet erhielt die Ehrennadel in Gold, Wolfgang Schröder, Manfred Michelchen, Paul Brösicke und Walter Rhode die Ehrennadel in Silber.
Die Angelveranstaltungen umfassten fünf Termine: Anangeln, Hegefischen Friedfisch, Rentnerangeln, Abangeln und Spinnangeln. Ergebnisse der Männer, Frauen, Jugend und Senioren wurden dokumentiert. Arbeitseinsätze umfassten die Beräumung der Angelplätze sowie die Pflege von Bootshaus und Bootsplatz.
Jahr 2002
Die Jahreshauptversammlung fand am 9. März 2002 statt. Mitgliederstand: 129, davon 13 Frauen. Arbeitseinsätze wurden auf sechs Stunden pro Mitglied festgelegt, Senioren waren befreit. Die Angelkarte wurde erstmals in Euro ausgegeben (18 € = 35 DM), Geltungsbereich und Bedingungen blieben unverändert. An beiden Containern wurde eine Überdachung angebracht.
Die Ergebnisse beim Hegefischen waren: Männer 1. Bernd Mirschinka, Frauen 1. Lisa Balke, Jugend 1. Peter Hartmann. Rentnerangeln: Männer 1. Edmund Arndt, Frauen 1. Lisa Balke. Spinnangeln: Sieger Manfred Michelchen. Insgesamt wurden bei fünf Veranstaltungen 148,930 kg Fische gefangen. In diesem Jahr feierte der Verein sein 80-jähriges Jubiläum; die Vereinsfahne wurde von Roland Bernoth gestaltet.
Jahr 2003
Die Jahreshauptversammlung fand am 15. Februar im Lindenhof Babelsberg statt. Mitgliederstand: 128, davon 12 Frauen und ein Jugendlicher. Anwesend waren 69 Mitglieder, 10 waren entschuldigt. Der Vorstand wurde neu gewählt: Vorsitzender Bernd Mirschinka, Stellvertreter Roland Bernoth, Schatzmeisterin Anke Wiggert, Schriftführerin Erika Schwarz sowie weitere Vorstandsmitglieder.
Arbeitseinsätze konzentrierten sich auf die Überholung des Seehafens. Ziel war eine dauerhafte Lösung der Uferbefestigung aus Beton, um Auswaschungen zu verhindern. Der Bau eines Vereinsheims wurde vorbereitet.
Jahr 2004
Die Jahreshauptversammlung fand am 28. Februar statt. Mitgliederstand: 136, davon 121 Männer und ein Jugendlicher. Arbeitsstunden wurden auf sechs Stunden festgelegt; Entgelt bei Nichtleistung 26 €, Senioren befreit. Das neue Vereinshaus wurde gebaut.
Die Angelkarte kostete 5,50 € für alle Strecken; Nachtangeln auf Verbandsgewässern war erlaubt. Beim Sommerfest wurden Lisa Balke und Horst Schröder für ihre langjährige aktive Arbeit ausgezeichnet. Hegefischen: Männer 1. Uwe Brietzke, Frauen 1. Lisa Balke, Jugend 1. Peter Hartmann. Rentnerangeln und Spinnangeln fanden ebenfalls statt, Ergebnisse wurden dokumentiert.
Mitgliederstand: 137, davon 12 Frauen. Der Fischereischein wurde erneut für fünf Jahre verlängert, mit neuen Vordrucken. Die Angelkarte kostete 20 € für alle 20 Angelstrecken.
Beim Hegefischen belegten Männer 1. Uwe Brietzke, Frauen 1. Lisa Balke die ersten Plätze. Beim Rentnerangeln siegten Männer 1. Werner Balke, Frauen 1. Lisa Balke. Beim Spinnangeln gewann Werner Balke.
Jahr 2005
2006 -
2010
Jahr 2006
Die Jahreshauptversammlung des Anglervereins Schlänitzsee e. V. fand am 4. März 2006 statt. Aus gesundheitlichen Gründen legte Bernd Mirschinka sein Amt als Vorsitzender nieder. Die Wasserschutzpolizei informierte die Mitglieder darüber, dass der Befähigungsnachweis für das Führen von Sportbooten im Ausland nicht gültig sei und daher umgetauscht werden müsse. Zudem sei ein Eigentumsnachweis für Bootsmotoren erforderlich.
Das alte Kulturhaus musste grundlegend saniert werden, verursachte jedoch nur Kosten. Daher wurde beschlossen, das Grundstück vollständig beräumt an die Stadt zurückzugeben. Viele Mitglieder waren bei der Aufbereitung des Geländes beteiligt.
Am 1. August 2006 traten neue Regelungen des Bürokratieabbaugesetzes in Kraft: Personen, die Friedfischangeln betreiben, benötigen keinen Fischereischein mehr, Fischereischeine werden unbefristet erteilt, und der Nachweis der Entrichtung der Fischereiabgabe erfolgt über eine Fischereiabgabemarke.
Bei den Arbeitsleistungen wurden die Containerabdeckungen abgeschlossen, während die Giebelseiten noch offen blieben. Die Fällung der Bäume am Seehafen wurde auf zwei Jahre verschoben.
Die Ergebnisse beim Hegefischen waren:
Männer: 1. Uwe Brietzke (9,330 kg), 2. Peter Hartmann (5,880 kg), 3. Horst Schröder (8,530 kg)
Frauen: 1. Lisa Balke (3,000 kg), 2. Ursula Rindfleisch (0,740 kg)
Jugend: 1. Peter Hartmann (2,290 kg)
Beim Rentnerangeln:
Männer: 1. Günter Kuss (3,810 kg), 2. Manfred Michelchen (2,490 kg), 3. Wolfgang Schröder (1,820 kg)
Frauen: 1. Ursula Rindfleisch (1,690 kg), 2. Lisa Balke (1,090 kg)
Beim Spinnangeln:
Männer: 1. Werner Balke (0,290 kg), 2. Wolfram Latt (0,240 kg), 3. Helgo Bringezu (0,240 kg)
Jahr 2007
Der Verein hatte 137 Mitglieder, der Vorstand bestand aus zehn Mitgliedern mit einem Durchschnittsalter von 57 Jahren. Rainer Schmidt übernahm die Funktion des Hafenmeisters am Stichkanal. Am 10. Januar wurde das Grundstück des Kulturhauses an die Stadt zurückgegeben, wodurch Kosten eingespart wurden.
Der Baubeginn des Vereinsheims wurde gestartet; die Pflichtstunden pro Mitglied wurden auf zehn Stunden festgelegt. Werner Balke jr. wurde als Bauleiter eingesetzt, und Eberhard Weichenhahn informierte zu Versicherungsfragen im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen.
Im Frühjahr wurde das Grundstück vermessen, um Grenzen exakt festzulegen. Anfang Mai erfolgte die Absteckung des Vereinsheims unter Einhaltung gesetzlicher Nachbarabstände. Nach dem Erdaushub verzögerte eine Regenperiode die Einschalungsarbeiten. Anschließend wurden Fundamente betoniert und die Bodenplatte vorbereitet.
Die Außenmauern wurden mit Ringanker versehen, die Dachsparren gesetzt und der Dachstuhl fertiggestellt. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wurden die Fenster- und Türöffnungen verschlossen, sodass das Haus winterfest war. Die Wintereinlagerung der Boote erfolgte auf dem Bootsplatz und in der Bootshalle.
Jahr 2008
Der Verein hatte 130 Mitglieder, davon nahmen 52 an der Jahreshauptversammlung teil. Die Arbeiten am Rohbau des Vereinsheims aus 2007 waren weitgehend abgeschlossen. Stürme hatten die Dachpappe beschädigt, sodass diese nach der Jahreshauptversammlung repariert werden musste. Insgesamt wurden über 1.000 Arbeitsstunden geleistet, vor allem durch den Vorstand und aktive Mitglieder.
Im April begann der Einbau der Fenster, im Mai wurden die Giebelseiten geschlossen und der Schornstein abgedichtet. Die Klärgrube wurde angeliefert und eingebaut. Parallele Arbeiten umfassten die Elektroinstallation sowie das Verlegen von Leitungen, Steckdosen und Schaltern.
Im Juni wurde die Elektroinstallation durch die Firma Brietzke fertiggestellt. Im Juli begannen die Isolierungs- und Sanitärinstallationsarbeiten. Am 12. Juli fand das Sommerfest im Bootshaus statt, unterstützt durch die aktive Mithilfe der Frauen bei der Bewirtung. Das Mobiliar wurde geliefert und nutzbar gemacht. Im September wurden die Dachpappe fertig verlegt und Vorbereitungen für Malerarbeiten getroffen.
Die Ergebnisse beim Hegefischen 2008 waren:
Männer: 1. Uwe Brietzke (10,370 kg), 2. Günter Kuss (8,390 kg), 3. Werner Balke (7,270 kg)
Frauen: 1. Lisa Balke (2,960 kg), 2. Ursula Rindfleisch (0,880 kg)
Jugend: 1. Peter Hartmann (2,290 kg)
Beim Rentnerangeln:
Männer: 1. Günter Kuss (4,630 kg), 2. Dieter Bothe (3,650 kg), 3. Werner Balke (2,540 kg)
Frauen: 1. Ursula Rindfleisch (0,230 kg)
Beim Spinnangeln:
Männer: 1. Oliver Latt (0,140 kg), 2. Wolfram Latt (0,130 kg), 3. Werner Balke (0,070 kg)
961 Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern erbracht, die Baukosten beliefen sich auf 25.000 €; der Verein war schuldenfrei.
Jahr 2009
Im April 2009 wurden die Arbeiten am Vereinsheim fortgesetzt. Nach den Malerarbeiten wurden Deckenplatten und Lampen eingebaut; teilweise mussten Wände erneut gestrichen werden. Im Mai wurden die Bodenfliesen verlegt, und die Platte für die Baudokumentation vorbereitet. Der Sanitärtrakt war noch nicht fertig, die zeitweilige Nutzung des Vereinsheims war jedoch möglich.
Am 3. Juli fand das erste Sommerfest im neuen Vereinsheim statt. Die Frauen beteiligten sich aktiv an der Bewirtung, und der Erlös aus Kuchenverkauf und Tombola unterstützte die Vereinskasse. Für das Jahr 2009 liegen keine detaillierten Chronikunterlagen vor.
Für die Gastronomie im Vereinsheim wurden weitere Anschaffungen getätigt: Kaminanschluss, Öltank, Küchenmöbel (300 €, davon 150 € gespendet), Geschirr und Besteck.
Am 10. Juli 2010 fand die offizielle Schlüsselübergabe an den Vorsitzenden Roland Bernoth während des Sommerfestes statt. Die Mitglieder des Vereins nahmen daran teil; auch der Präsident des Landesanglerverbandes Brandenburg, Eberhard Weichenhahn, überreichte ein Ehrengeschenk.



















































































